Panorama

Heftige Gewitter in Mazedonien 20 Menschen sterben bei Unwettern

Starkregen und Gewitter richten in mehreren Städten Mazedoniens schwere Schäden an. Mindestens 20 Menschen sterben. Für die Hauptstadt Skopje und Tetovo wird der Ausnahmezustand ausgerufen.

Bei heftigen Gewittern und Überschwemmungen sind in Mazedonien mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben dauerte die Suche nach möglichen weiteren Opfern an. Ein heftiger Gewittersturm hatte am Samstagabend die Hauptstadt Skopje getroffen. Über Skopje und die Stadt Tetovo im Nordwesten des Landes verhängte die Regierung den Ausnahmezustand.

Die starken Regenfälle wurden von Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 70 Stundenkilometer begleitet. Besonders betroffen waren die nordöstlichen Vororte von Skopje.

Binnen zwei Stunden fielen nach Angaben des Wetterdienstes 93 Liter Regen pro Quadratmeter in Skopje - rund die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge für den gesamten Monat August. Der Starkregen führte zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Autos wurden vom Hochwasser mitgerissen. Die meisten Todesopfer, unter ihnen ein achtjähriges Mädchen in Skopje, ertranken.

"Ein Albtraum"

Medienberichten zufolge stieg das Hochwasser in einigen Dörfern auf anderthalb Meter. Demnach wurden hundert Menschen verletzt, die meisten von ihnen leicht. Skopjes Bürgermeister Koce Trajanovski sprach von einer "Katastrophe", wie er sie noch nicht erlebt habe. "Das Wasser ist überall, die Möbel, der Fernseher, der Kühlschrank schwimmen im Haus herum - ein Albtraum", erzählte der 43-jährige Baze Spriowski aus Singelic, einem der Vororte von Skopje. Der Ort ist weiterhin vom Strom und vom Internet abgeschnitten.

Die Behörden forderten die Bewohner auf, sich nicht auf die Straßen zu begeben und insbesondere nicht Auto zu fahren, solange die Lage weiterhin kritisch sei. Der Verkehr auf der Ringautobahn um Skopje wurde vorsorglich unterbrochen. In Tetovo entstand hoher Sachschaden, Opfer wurden aus der Stadt jedoch nicht gemeldet. Betroffen war auch der Touristenort Ohrid am gleichnamigen See im Südosten des Landes.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

Mehr zum Thema