Meuterei im Gefängnis200 Häftlinge in Brasilien brechen aus

Viele Gefängnisse in Brasilien sind vollkommen überfüllt und in schlechtem Zustand. In der Anstalt von Jordinopolis nutzen die Insassen eine Routinekontrolle für einen Aufstand und flüchten.
Dutzende Häftlinge eines hoffnungslos überfüllten Gefängnisses im brasilianischen Bundesstaat São Paulo sind nach einer Meuterei geflüchtet. Die Häftlinge der Anstalt von Jardinopolis hätten während einer Routinekontrolle ihrer Zellen die Matratzen in Brand gesteckt, einen Teil der Gefängnis-Umzäunung eingerissen und seien ausgebrochen, teilte die Strafvollzugbehörde des Bundesstaats mit.
Die Situation sei inzwischen wieder unter Kontrolle, die Flüchtigen seien wieder zurück und in ein anderes Gefängnis verlegt worden. Die Internetseite des Fernsehsenders Globo berichtete dagegen, dass von den rund 200 Ausbrechern erst hundert wieder geschnappt worden seien. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie aus der Haftanstalt Rauch aufstieg und ein großer Teil des Zauns auf dem Boden lag.
Wie viele Gefängnisse in Brasilien ist auch die Haftanstalt von Jardinopolis vollkommen überbelegt und in entsprechend schlechtem Zustand. Zum Zeitpunkt des Aufstands waren dort fast doppelt so viele Häftlinge untergebracht wie vorgesehen. Gefängnismeutereien kommen in Brasilien immer wieder vor, Hauptgrund ist die massive Überbelegung der Haftanstalten.