Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:44 Marseille führt Maskenpflicht in gesamten Stadtgebiet ein +++

Frankreichs zweitgrößte Stadt Marseille verschärft im Kampf gegen das Coronavirus die Schutzmaßnahmen. Von Mittwochabend an gilt in der Hafenstadt am Mittelmeer Maskenpflicht, berichten mehreren Medien unter Berufung auf die zuständige Präfektur. Außerdem müssen Bars, Restaurants und Geschäfte um 23 Uhr schließen. Die strengeren Regeln sollten zunächst bis Ende September gelten, so die Nachrichtenplattform Franceinfo. Das Tragen einer Maske sei auch für Kinder über elf Jahren verpflichtend.

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+++ 22:58 Dehoga will App für Corona-Kontaktpersonen starten +++
Der rheinland-pfälzische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga will am 1. September eine App starten, um Kontaktpersonen im Corona-Fall schnell zu ermitteln. Die App erfasst Name und Adresse digital. Das Projekt solle an diesem Freitag vorgestellt werden, berichtet die "Rhein-Zeitung". Demnach lädt sich jeder Gast die App auf sein Handy und legt sich eine digitale Visitenkarte an. Beim nächsten Besuch scannt er mit dem Telefon einen sogenannten QR-Code. Dabei werden persönliche Daten erfasst, "in einem externen Rechner gespeichert und nach vier Wochen automatisch gelöscht", sagt Dehoga-Präsident Gereon Haumann.

+++ 22:12 Türkei meldet höchste Neuansteckungen seit Mitte Juni +++
In der Türkei haben sich binnen eines Tages nachweislich 1502 Menschen angesteckt - so viele wie seit Mitte Juni nicht mehr. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben mehr als 261.000 Infektionsfälle registriert. 24 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle steigt damit auf 6163.

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+++ 21:45 Schwesig für bundesweit einheitliche Regeln bei großen Themen +++
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich in der Pandemie für eine bundesweit einheitliche Regelung wichtiger Themen ausgesprochen. Detailfragen sollten aber vor Ort entschieden werden. "Große Themen müssen wir bundeseinheitlich regeln: Abstand, Maskenpflicht, gern auch Geldbußen oder einheitliche Regeln bei Großveranstaltungen", sagte die SPD-Politikern bei "Bild live". "Aber Detailfragen - wer kann wie viele Leute zu Familienfeiern einladen - so etwas sollte vor Ort, regional entscheiden werden. Denn die Infektionszahlen sind unterschiedlich. Insofern brauchen wir auch unterschiedliche Regeln." Am Donnerstag berät Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder voraussichtlich auch über diese Fragen. Kritik übte Schwesig am Umgang mit Reiserückkehrern. Deutschland habe sich bei den Fragen des internationalen Reiseverkehrs ein bisschen übernommen. "Wir haben jetzt vermehrt Reiserückkehrer aus Risikogebieten und dafür gibt es keine bundeseinheitlichen Teststrategien."

+++ 21:28 Festnahmen wegen Betrugs mit Tests in Brasilien +++
Wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten beim Kauf von Tests ist in der Gesundheitssenator des brasilianischen Hauptstadtdistrikts Brasília, Francisco Araújo, festgenommen worden. Insgesamt wurden bei Durchsuchungen sieben Verdächtige festgenommen, wie brasilianische Medien berichten. Darunter sollen auch andere Spitzenbeamte sein. Der mögliche Schaden wird auf umgerechnet mindestens zehn Millionen Euro geschätzt. Auch in anderen lateinamerikanischen Ländern wie Bolivien soll es Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Medikamenten und medizinischem Gerät gegeben haben. Mit mehr als 115.000 Todesopfern seit Beginn der Krise gehört Brasilien weltweit zu den Ländern, die besonders hart von dem Virus betroffen sind.

+++ 21:11 Infektionszahlen in Frankreich steigen erneut +++
In Frankreich sind laut Gesundheitsministerium binnen 24 Stunden 3304 Neuinfektionen nachgewiesen worden. Das sind zwar deutlich mehr als am Montag (1995), aber erheblich weniger als am Sonntag, als mit 4897 Neuinfektionen ein Rekordwert nach der Aufhebung der Beschränkungen verzeichnet wurde. Insgesamt sind 248.158 Ansteckungsfälle bekannt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 16 auf 30.544.

+++ 20:52 Deutschland meldet mehr als 1500 Neuinfektionen +++
Deutschland hat wieder deutlich die Marke von 1000 Neuinfektionen überschritten: Die Bundesländer melden 1507 registrierte neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Das geht aus Berechnungen von ntv hervor. Am Vortag waren es nur 905 Neuinfektionen, aber in der Regel kommt es nach einem Wochenende zu Verzögerungen in der Meldekette. Spitzenreiter bleibt Bayern mit 337 Fällen, gefolgt von Baden-Württemberg (327) und Nordrhein-Westfalen (296). Auch Hessen mit 152 Infektionen und Niedersachsen (135) melden neue Fälle im dreistelligen Bereich. Besonders wenige Neuinfektionen gibt es mit nur einem gemeldeten Fall in Mecklenburg-Vorpommern, im Saarland und Sachsen (beide 9 Neuinfektionen) sowie in Thüringen und Bremen (beide 12 Neuinfektionen).

Die Zahl der aktuell Infizierten liegt bei 16.542 Menschen und verzeichnet einen Rückgang (16.774 Fälle am 24. August). Am Vortag lag die Zahl auf dem höchsten Stand seit dem 14. Mai.

Der 7-Tage-R-Wert - die Reproduktionszahl, die das Infektionsgeschehen über einen längeren Zeitraum abbildet - ist erneut leicht gesunken mit 0,92 (0,97 am Vortag). Das heißt, dass momentan ein Infizierter im Durchschnitt einen weiteren Menschen mit dem Virus ansteckt. Der R-Wert liegt nach RKI-Schätzungen somit weiter unter der kritischen Marke von 1,0.

Insgesamt wurden in Deutschland bislang 235.511 Infektionen nachgewiesen. Bislang sind 9278 Menschen in Deutschland nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben (+5 im Vergleich zum Vortag). Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 209.691 Menschen wieder genesen.

+++ 20:30 RKI: Anteil der Nachweise mit Infektion im Ausland gestiegen +++
Über 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen haben sich wahrscheinlich im Ausland angesteckt. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Von den bekannten Corona-Neuinfektionen in Meldewoche 34, bei denen es eine Angabe zum wahrscheinlichen Infektionsland gab, lag der Anteil der Ansteckungen im Ausland bei 42 Prozent. Zum Vergleich: In der Meldewoche 33 hatten sich 39 Prozent wahrscheinlich im Ausland infiziert, in der Meldewoche 32 waren es 34 Prozent. Am häufigsten wurden - auf vier Wochen betrachtet - der Kosovo, Kroatien, die Türkei, Bosnien und Herzegowina sowie Bulgarien als wahrscheinliche Infektionsländer genannt. Allerdings ist die Aussagekraft dieser Zahlen begrenzt. Es ist anzunehmen, dass Rückkehrer im Schnitt viel häufiger getestet werden als der Rest der Bevölkerung.

+++ 20:26 USA melden über 5,71 Millionen Infizierte und 176.617 Tote +++
In den USA ist nach Angaben der Gesundheitsbehörden CDC die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 33.076 auf mehr als 5,71 Millionen gestiegen. Binnen eines Tages seien zudem 394 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Damit stieg die Zahl auf 176.617.

+++ 19:56 Ölverbrauch in Deutschland geht in der Pandemie deutlich zurück +++
Unternehmen und Haushalte haben in den ersten sechs Monaten 6,9 Prozent weniger Ölprodukte verbraucht als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Vor allem der Verbrauch von Flugbenzin (Kerosin) war mit minus 44,6 Prozent stark rückläufig, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) mit. Der Flugverkehr war im ersten Halbjahr wegen der Abwehrmaßnahmen gegen das Coronavirus weitgehend zum Erliegen gekommen. Auch der Absatz von Benzin (minus 13,3 Prozent) und Diesel (minus 9,5 Prozent) ging deutlich zurück. Dabei gab es nach Angaben des MWV gegenläufige Effekte, die sich überlagerten: Zum einen fuhren wegen Home Office und Kurzarbeit weniger Arbeitnehmer zur Arbeit, zum anderen aber wurde der Pkw häufiger für Urlaubsreisen im Inland genutzt. Einzig Heizöl konnte seinen Absatz erhöhen, weil viele Verbraucher bei sinkenden Preisen ihre Tanks füllten. Der Verbrauch stieg um 25,8 Prozent.

+++ 19:28 PAHO: Vor allem junge Menschen verbreiten das Virus +++
Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation PAHO zeigt sich in der Corona-Pandemie besorgt. Vor allem junge Leute trügen erheblich zur Ausweitung des Virus bei, sagt PAHO-Direktorin Carissa Etienne. Die Zahl der Erkrankungen bei dieser Bevölkerungsgruppe sei unverhältnismäßig hoch. Eine zweite Infektionswelle könne nicht ausgeschlossen werden.

+++ 19:14 Kretschmer verteidigt sächsischen Sonderweg +++
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat den Sonderweg des Freistaates bei einigen Punkten der Corona-Pandemie verteidigt. So wird sich das Bundesland nicht auf bundesweit einheitliche Corona-Regelungen etwa für Familienfeiern einlassen. "Gleich kann man nur Dinge machen, die auch gleich sind", sagt der CDU-Politiker in einer Videobotschaft auf Twitter. Er habe großes Verständnis dafür, dass Bayern und Baden-Württemberg die Zahl der Teilnehmer von Familienfeiern begrenzen wollten. "Bei uns wollen wir bei den 100 Personen bleiben", sagt Kretschmer mit Blick auf die Bund-Länder-Abstimmung am Donnerstag. Die Bevölkerung in Sachsen verhalte sich sehr verantwortungsvoll in der Corona-Krise.

+++ 18:41 Clubnacht mit Infiziertem in Nürnberg war keine Privatparty +++
Eine Party mit einem Corona-Infiziertem in einem Nürnberger Nachtclub war möglicherweise nicht privat. "Stichproben-Anrufe bei Teilnehmern haben ergeben, dass es wohl keine geschlossene Gesellschaft gewesen ist", sagte der Sprecher der Stadt Nürnberg, Andreas Franke. Doch das ist eine Voraussetzung für Privatfeiern in Clubs oder Diskotheken. In dem Club hatte vom 15. auf den 16. August ein Gast mitgefeiert, der sich im Urlaub mit dem Coronavirus infiziert hatte und unter Quarantäne stand. Seitdem versuchen die Behörden, die mehr als 80 übrigen Gäste ausfindig zu machen. Weil die Teilnehmerlisten zum Teil unleserlich, fehlerhaft oder unvollständig waren, gestaltet sich das schwierig. Den Corona-Infizierten erwartet nach Angaben des Fürther Ordnungsamtes nun ein Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro.

+++ 18:07 Corona-Herd in Briatores "Billionaire"-Club auf Sardinien +++
Das Nachtlokal des ehemaligen Formel-1-Managers Flavio Briatore im Badeort Porto Cervo auf Sardinien hat sich nach Medienberichten zu einem Corona-Herd entwickelt. Die Zahl der positiven Coronavirus-Abstriche im Umfeld des "Billionaire"-Clubs sei auf etwa 60 Fälle gestiegen, berichteten die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf örtliche Gesundheitsstellen. Die Zahl könne sich noch leicht ändern, da auch ein anderer Betrieb zu der Testreihe gehöre. Der 70-jährige Briatore selbst sei im San-Raffaele-Krankenhaus in Mailand, wie sein Team nach Angaben von Ansa schrieb. Er habe sich Sonntagabend mit leichtem Fieber und Symptomen der Erschöpfung ins Hospital begeben. Briatore sei stabil, es gehe ihm gut, und er bleibe zur Kontrolle dort.

+++ 17:50 Kubicki attackiert Söder: "Andere Länder brauchen keine Belehrungen" +++
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) wegen dessen Forderung nach mehr einheitlichen Standards im Kampf gegen Corona scharf kritisiert. "Wenn Markus Söder jetzt nach bundeseinheitlichen Regelungen ruft, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen, dann ist es der hilflose Versuch, von den miserablen Infektionszahlen in Bayern abzulenken", sagte Kubicki. Die anderen Bundesländer brauchten keine Belehrungen aus der bayerischen Staatskanzlei, wie sie sich in der Corona-Krise sinnvollerweise zu verhalten hätten. "Alle anderen Ministerpräsidenten haben die Krise bislang besser gemanagt als Markus Söder. Der herausgebrüllte Anspruch, größter Corona-Bekämpfer aller Zeiten zu sein, lässt sich durch die Zahlen jedenfalls nicht rechtfertigen", sagte Kubicki, der auch Vizepräsident des Deutschen Bundestags ist.

+++ 17:32 Ansteckungsgefahr senken - Saarland finanziert 100 zusätzliche Schulbusse +++
Im Saarland sollen rund 100 zusätzliche Busse zur Schülerbeförderung eingesetzt werden, um die Ansteckungsgefahr mit Corona in voll besetzten Bussen zu minimieren. Zuvor hatte der Ministerrat grünes Licht für ein neues Förderprogramm mit einem Volumen von rund einer Million Euro gegeben, das jetzt zügig umgesetzt werden soll. "Das Einsetzen von zusätzlichen Bussen darf an einer Geldfrage nicht scheitern", betonte SPD-Verkehrsministerin Anke Rehlinger. Deshalb würden die zusätzlichen Kosten für die Landkreise und Kommunen komplett übernommen.

+++ 17:10 Lufthansa verzichtet bis Jahresende auf Gebühren bei Umbuchungen +++
Die Lufthansa verzichtet in der Corona-Pandemie darauf, von ihren Kunden bei Umbuchungen zusätzliche Gebühren zu verlangen. In sämtlichen Tarifen könnten Tickets bis Jahresende mehrfach gebührenfrei auf ein anderes Datum oder ein anderes Reiseziel umgebucht werden, teilte das Unternehmen mit. Man komme damit den Kunden bei der flexiblen Reisegestaltung noch weiter entgegen. Bislang war unter dem Eindruck der Pandemie eine einmalige Umbuchung kostenfrei gestellt worden. Die neue Regelung gelte weltweit sowohl bei Kurz-, Mittel- als auch bei Langstrecken für alle Neubuchungen bei den Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels. Nachzahlungen könnten sich erst ergeben, wenn bei dem neuen Flug die ursprüngliche Buchungsklasse nicht mehr verfügbar sei.

+++ 16:58 Tausende falsche Testergebnisse in Schweden +++
3700 Menschen in Schweden haben nach einem Corona-Test ein falsches Ergebnis bekommen. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilten, wurden alle positiv auf das Virus getestet, obwohl sie nicht wirklich infiziert waren. Schwedens Corona-Statistik werde sich dadurch ändern. Bei den Betroffenen handele es sich vor allem um Personen mit milden Symptomen, die selbst einen sogenannten PCR-Test angewendet hatten. Der Fehler sei in zwei Laboren festgestellt worden, die die kommerziellen Schnelltests aus China analysierten. Rückblickend wurde festgestellt, dass sie nicht zwischen niedrigen Viruskonzentrationen und negativen Proben unterscheiden konnten. Die Leistungen des Tests seien einfach zu schlecht, hieß es bei der Pressekonferenz. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Dienstag in Schweden rund 86 900 Infizierte und 5814 Todesfälle registriert.

+++ 16:46 Datenschützer: Türkische Corona-App fördert "Kultur der Denunziation" +++
Die türkische Corona-App hat eine neue Funktion, die laut Datenschützern eine "Kultur der Denunziation" fördern könnte. Die am Montag in der staatlichen Smartphone-App "Hayat Eve Sigar" ("Das Leben ist zuhause") freigeschaltete Funktion erlaubt es den Nutzern, den Behörden Verstöße anderer gegen Corona-Schutzmaßnahmen zu melden. Dazu können Nutzer in der App nun Fotos, Adressen und Beschreibungen hochladen. Experte Faruk Cayir sieht die App auch insgesamt problematisch, da "sie die Anonymität der Nutzer nicht gewährleistet und ihre Informationen mit vielen öffentlichen und privaten Institutionen, einschließlich Transportunternehmen, teilt". Dabei ist auch nicht klar, wie lange die Daten gespeichert werden. Den Behörden zufolge entspreche das Programm dem türkischen Datenschutzgesetz.

+++ 16:32 Virologe: Zweiten "Lockdown" mit Wissen über Virus vermeiden +++
Der Marburger Virologe Stephan Becker hält ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland dank des mittlerweile gesammelten Wissens über das Coronavirus für vermeidbar. Der Lockdown im Frühjahr sei wichtig gewesen, sagte der Forscher. "Er hat uns gezeigt, wie man mit so einem Virus umgehen kann und dass es möglich ist, es einzudämmen. Wir haben aber auch gelernt, dass wir das so nicht noch einmal wollen", sagte er auch mit Blick auf die sozialen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Folgen. "Dadurch, dass wir das Virus besser kennengelernt und verstanden haben, was die riskanten Situationen sind, können wir - glaube ich - einen weiteren, flächendeckenden Lockdown vermeiden." Becker plädierte dafür, pragmatische Lösungen zur Eindämmung der Pandemie nicht zu vergessen. "Wir brauchen viel Expertise, und natürlich nicht nur von Virologen. Wir sind das Land der Ingenieure - wir benötigen auch technische Lösungen und Überlegungen dazu, wie man die Aerosole aus der Luft rausbekommt, wie man Räume gut lüften kann gerade im Winter."

+++ 16:11 WHO: Neuinfektions- und Todeszahlen gehen in den meisten Regionen zurück +++
Die jüngsten Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen eine Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus, vor allem auf dem stark betroffenen amerikanischen Kontinent. In der vergangenen Woche wurden mehr als 1,7 Millionen Neuinfektionen und 39.000 weitere Todesfälle weltweit registriert, wie aus einem Bericht der Organisation hervorgeht. Das sei ein Rückgang um fünf Prozent bei den Neuinfektionen sowie um zwölf Prozent bei den Todesfällen. Abgesehen von Südostasien und der Region um das östliche Mittelmeer wurde nach WHO-Angaben in allen Weltregionen ein Rückgang bei der Zahl der neuen Fälle festgestellt. Am schwersten betroffen sind weiterhin Länder auf dem amerikanischen Kontinent, die rund die Hälfte aller Neu-Infektionen weltweit sowie 62 Prozent der weltweiten Todesfälle meldeten.

+++ 15:48 Spanien setzt im Kampf gegen das Virus auch das Militär ein +++
Angesichts rapide zunehmender Infektionszahlen setzt Spanien im Kampf gegen das Coronavirus nun auch das Militär ein. Neben anderen Maßnahmen werde man das System zur Nachverfolgung der Infektionsketten mit 2000 Soldaten verstärken, teilte Ministerpräsident Pedro Sánchez mit. Probleme gebe es nur in einigen Regionen des Landes. "Wir müssen die Kontrolle übernehmen und diese zweite Kurve so schnell wie möglich bezwingen. Wir haben das bereits einmal geschafft und werden es sicher wieder schaffen", sagte er. Der Regierungschef rief außerdem die Regionalregierungen auf, dafür zu sorgen, dass die spanische Corona-Warn-App überall funktioniert. Bisher sei sie nur in sieben der insgesamt 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften des Landes voll in Betrieb. In den vergangenen Tagen wurden in Spanien jeweils weit mehr als 3000 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Noch im Juni - kurz vor Ende des Corona-Notstands mit strengem Lockdown - hatte diese Zahl unter Hundert gelegen.

+++ 15:34 München beschließt Alkoholverbot bei steigenden Neuinfektionen +++
Die Stadt München hat ein Alkoholverbot für den öffentlichen Raum bei steigenden Corona-Zahlen beschlossen. Die Regelung soll in Abhängigkeit der Anzahl an Neuinfektionen gelten. Sollte die Zahl der neu mit Corona Infizierten pro 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von sieben Tagen auf 35 steigen, sei der Verkauf von Alkohol ab 21 Uhr verboten, teilt die Stadt mit. Zudem sei der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ab 23 Uhr dann nicht mehr erlaubt. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag in der Landeshauptstadt am Montag bei 30,92. "Es geht aber in Zeiten der Pandemie zuallererst um den Schutz der Bevölkerung und darum, noch wesentlich belastendere Maßnahmen möglichst zu vermeiden", teilte SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter mit. Bayerns CSU-Innenminister Joachim Herrmann hatte schon vor Wochen die Kommunen aufgefordert, den Erlass von Alkoholverboten im öffentlichen Raum zu prüfen.

+++ 15:25 Südkorea schließt wieder Schulen und Kindergärten in Seoul +++
Drei Monate nach der landesweiten Öffnung der Schulen in Südkorea wird im Großraum Seoul wegen des deutlichen Anstiegs der Corona-Infektionen wieder auf Online-Unterricht umgestellt. Das kündigte das Bildungsministerium an. Eine Ausnahme gilt demnach für die höchste Jahrgangsstufe der Oberschule, da sich die betroffenen Schüler auf die Reifeprüfung vorbereiten. In der Region um die Hauptstadt seien in den vergangenen zwei Wochen mindestens 193 Schüler und Lehrer positiv auf das Virus getestet worden. Auch die Kindergärten sollen vorübergehend wieder geschlossen werden. Die Zahl der Neuinfektionen war zuvor den zwölften Tag in Folge dreistellig gestiegen.

+++ 15:02 Sachsen führt Bußgeld ab 1. September ein +++
Sachsen führt ab 1. September ein Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht im Nahverkehr und in Geschäften ein. Es beträgt 60 Euro. Einen entsprechenden Beschluss hat das Kabinett in Dresden gefasst. Die Maßnahme ist Teil der neuen Corona-Schutzverordnung, die bis zum 2. November gelten soll. Abstandsregel und Kontaktbeschränkungen gelten weiter. Jahrmärkte und Weihnachtsmärkte werden bei Vorlage eines Hygienekonzeptes erlaubt. Gleiches gilt für Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. Allerdings gibt es dafür Bedingungen.

+++ 14:53 Schulen in NRW dürfen Maskenverweigerer nicht pauschal ausschließen +++
Schulen in Nordrhein-Westfalen dürfen Schüler ohne Alltagsmaske nicht pauschal vom Unterricht ausschließen. Darauf hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hingewiesen. In der Coronabetreuungsverordnung des Landes NRW fehle dafür die notwendige Rechtsgrundlage. Zwei Schüler eines Gymnasiums am Niederrhein hatten sich nach ihrer Weigerung, Masken zu tragen, gegen den daraufhin verhängten Ausschluss vom Unterricht vor Gericht gewehrt - mit Erfolg. Zwar seien Ordnungsmaßnahmen gegen die Schüler grundsätzlich möglich. Ein Unterrichtssausschluss müsse aber zumindest befristet werden - auf einen konkreten Zeitraum zwischen einem Tag und zwei Wochen. Dies sei im konkreten Fall nicht geschehen. Die Schule hatte argumentiert, bewusst keinen konkreten Zeitraum verhängt zu haben: Mit zulässigen Atemschutzmasken dürften die Schüler sofort wieder am Unterricht teilnehmen. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde eingelegt werden.

+++ 14:28 Wegen Corona-Hilfen: Ermittlungen gegen Berliner Bank-Vorstände +++
Bei der Auszahlung milliardenschwerer Corona-Hilfen für Kleinunternehmer soll es Berlin nicht genau genug genommen haben. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Vorstände und drei weitere Verantwortliche der Investitionsbank Berlin wegen Untreue oder Beihilfe zur Untreue, wie ein Sprecher sagte. "Es gibt den Anfangsverdacht, dass bei der Vergabe der Gelder nicht für eine ausreichende Kontrolle der Anträge auf Missbrauch Sorge getragen wurde." Über die Ermittlungen berichteten der RBB und der "Tagesspiegel".

+++ 13:45 Söder: Abschaffung von Testpflicht wäre Fehler +++
Eine Abschaffung von verpflichtenden Corona-Tests für Reiserückkehrer wäre nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein Fehler. "Corona ist gefährlich, die Infektionszahlen schnellen hoch, deshalb müssen wir testen", sagte der CSU-Chef in München. Zugleich würden immer mehr Risikogebiete ausgewiesen, auch das zeige, wie groß der Bedarf eigentlich sei. Sollte der Plan wirklich umgesetzt werden, wäre dies aus seiner Sicht ein Rückschlag. "Erst führt man vor zwei Wochen die Tests ein, und jetzt will man sie wieder abschaffen", erklärte Söder. Er verwies in dem Kontext auf die hohe Zahl an positiven Corona-Tests bei den Rückkehrern. Auch eine Abschaffung nach dem Ende der letzten Sommerferien in Baden-Württemberg Mitte September könne schwierig sein. "Dann stehen in einigen Bundesländern bald danach wieder die Herbstferien an." Das Argument, perspektivisch seien nicht die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden, lässt Söder nicht gelten. "Der Bund muss mit Hochdruck daran arbeiten, die Kapazitäten auszubauen."

+++ 13:17 Norwegen-Urlaubern droht Quarantäne +++
Das norwegische Gesundheitsamt (FHI) empfiehlt, für Reisende aus Deutschland und Liechtenstein eine Quarantänepflicht einzuführen. Auf der Webseite des FHI hieß es, in Deutschland sei die Zahl der registrierten Corona-Fälle zunehmend gestiegen. "Bis zum 23. August waren es 20 Fälle pro 100.000 Einwohner, und es wird erwartet, dass es in den nächsten Tagen zunehmen wird." Sollte die Regierung der Empfehlung folgen, würde in der Nacht zu Samstag das Quarantänegebot von zehn Tagen in Kraft treten. Es wird erwartet, dass bei einer Pressekonferenz am Nachmittag weitere Informationen bekannt werden.

+++ 13:03 Mecklenburg-Vorpommern öffnet sich wieder für Tagestouristen +++
Mecklenburg-Vorpommern lässt auch Tagestouristen wieder ins Land. Das wegen der Corona-Pandemie im März verhängte Einreiseverbot für Kurzbesucher aus anderen Bundesländern soll Mitte kommender Woche aufgehoben werden. Das verlautete aus Teilnehmerkreisen der erweiterten Kabinettssitzung in Schwerin. Damit sind auch Tagesausflüge an die Küsten des Landes voraussichtlich vom 3. September an wieder möglich. Bislang drohen widerrechtlich einreisenden Tagesbesuchern Bußgelder von bis zu 2000 Euro.

+++ 12:36 Israel mit Neuinfektions-Höchststand seit Ende Juli +++
Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Israel hat den höchsten Stand seit Ende Juli erreicht. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden am Vortag 1888 Fälle gemeldet - so viele wie seit dem 29. Juli nicht mehr. Demnach wurden insgesamt bislang 105.252 Fälle erfasst. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag bei 856.

+++ 11:57 Neue RKI-Studie gibt Aufschluss über Dunkelziffer +++
Bei einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) in der oberbayerischen Gemeinde Bad Feilnbach zur Verbreitung des Coronavirus haben sich die Maßnahmen gegen die Pandemie als wirksam erwiesen und gleichzeitig Aufschluss über die Dunkelziffer gegeben. In dem Ort im Landkreis Rosenheim wurden 2153 repräsentativ ausgewählte Erwachsene befragt und auf Covid-19 getestet. Bei der Untersuchung wurden keine akuten Infektionen festgestellt, aber 2,6 Mal mehr Infektionen nachgewiesen als zuvor bekannt. Nach der Untersuchung der Antikörper in Bad Feilnbach hatten 6,0 Prozent der Getesteten eine Infektion durchgemacht. Weil bei nachweislich mit Corona infizierten Menschen allerdings häufig keine Antikörper nachweisbar sind, kann der tatsächliche Anteil der Menschen, die bereits mit Sars-CoV-2 infiziert waren, höher liegen. Der Studie zufolge hatten von den Personen mit Antikörpern 14,5 Prozent keine der typischen Symptome verspürt. Umgekehrt konnten bei 39,9 Prozent der bekannten Fälle keine Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler betonten jedoch, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handle.

+++ 11:10 Astrazeneca startet klinische Studie mit Antikörperbehandlung +++
Der britische Pharmakonzern Astrazeneca startet eine klinische Studie mit seinem Antikörper-Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Covid-19. In der Studie soll eine Kombination aus zwei Antikörpern an bis zu 48 gesunden Patienten zwischen 18 und 55 Jahren getestet werden, um die Sicherheit und Verträglichkeit zu überprüfen. Sollte diese Studie zu positiven Ergebnissen kommen, plant Astrazeneca eine größere Studie im mittleren Stadium der klinischen Entwicklung. Das Projekt wird von der US-Regierung finanziell unterstützt.

+++ 10:40 Hongkong lockert Maßnahmen +++
Hongkong kündigt Lockerungen einiger Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus an. Ab Freitag dürfen Kinos, Freiluft-Sportanlagen und Schönheitssalons wieder öffnen und Restaurants ihre Öffnungszeiten verlängern, wie die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone ankündigen. Zudem werde das Tragen von Atemschutzmasken bei Freiluftaktivitäten und in Parks nicht mehr obligatorisch sein. Seit Ende Januar wurden rund 4700 Infektionsfälle registriert, 77 Menschen starben an oder mit dem Coronavirus.

+++ 10:02 Zulassungsantrag für Astrazeneca-Impfstoff vor Jahresende möglich +++
Der potenzielle Corona-Impfstoff des britischen Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford könnte noch in diesem Jahr zur Zulassung eingereicht werden. Dies könne der Fall sein, wenn ausreichend Daten vorliegen, sagte der Wissenschaftler Andrew Pollard von der Universität Oxford der BBC. Das Projekt gehört zu den führenden Studien im Rennen um einen Corona-Impfstoff. Die USA, die Europäische Union oder auch Japan haben sich unter anderem bereits Millionen Dosen des Mittels vorab gesichert. Die "Financial Times" hatte berichtet, dass US-Präsident Donald Trump eine beschleunigte Zulassung des Impfstoffes vor den Wahlen am 3. November erwägt. Ein solcher Prozess erfordere aber den Nachweis, dass der Impfstoff tatsächlich wirke, sagte Pollard.

+++ 09:40 Patienten in Niederlanden und Belgien erneut infiziert +++
In den Niederlanden und Belgien haben sich zwei genesene Corona-Patienten einem Medienbericht zufolge erneut mit dem Virus angesteckt. Bei dem niederländischen Patienten handelt es sich um eine ältere Person mit einem geschwächten Immunsystem, der belgische Patient habe milde Symptome, berichtete der niederländische Rundfunksender NOS unter Verweis auf die Aussagen von Virologen. Der Fall des Patienten in Belgien zeige, dass die Antikörper, die dieser bei der ersten Infektion entwickelt habe nicht ausreichten, um eine zweite Infektion mit einer leicht unterschiedlichen Variante des Virus zu vermeiden, sagte der Virologe Marc Van Ranst. "Das sind keine guten Nachrichten." Er sagte, es sei unklar, ob solche Fälle selten seien oder ob es viel mehr Menschen gebe, die sich nach sechs oder sieben Monaten erneut ansteckten.

+++ 09:16 Syrien-Unterhändler nach positiven Tests in Quarantäne +++
Die Syrien-Verhandlungen über eine neue Verfassung liegen wegen positiver Corona-Tests bei mehreren Teilnehmern schon nach einem Tag vorläufig auf Eis. Nach Angaben des Vorsitzenden der Oppositionsgruppe, Hadi al-Bahra, wurden die Teilnehmer in ihren Hotels in Quarantäne "zwischen zwei und zehn Tagen" geschickt. Seine Gruppe setze ihre Arbeit intern zunächst auf virtuellen Plattformen fort. Das Büro des UN-Syrienbeauftragten Geir Pedersen machte zunächst keine Angaben. Es hatte am Montagnachmittag nach drei positiven Corona-Tests bei Teilnehmern die Unterbrechung der Sitzungen mitgeteilt. Die Gespräche sollen den politischen Prozess in Gang setzen, um den seit mehr als neun Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien zu beenden. Sie waren erst nach langwierigen Verhandlungen unter UN-Vermittlung im Herbst vergangenen Jahres zustande gekommen. Seit 2011 sind im von außen befeuerten syrischen Bürgerkrieg Hunderttausende Menschen ums Leben gekommen, Mio. wurden vertrieben und das Land ist weitgehend zerstört.

+++ 08:55 SPD: Union wird Kurzarbeitergeld-Verlängerung zustimmen +++
Die SPD zeigt sich zuversichtlich, dass die Union bei den Beratungen im Koalitionsausschuss den Plänen von Arbeitsminister Hubertus Heil für eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds zustimmt. "Ich bin mir sehr sicher. Bisher hat diese Koalition, was die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik betrifft, sich immer zu einem klugen Weg letztendlich zusammengefunden", sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, im Deutschlandfunk. "Deswegen glaube ich, wird das heute Abend dort auch beschlossen werden und in den Bundestag kommen."

+++ 08:16 Verkehrsbetriebe sollen Maskenpflicht umsetzen +++
Bei der Durchsetzung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln sollen die Verkehrsbetriebe einem Zeitungsbericht zufolge künftig mehr Verantwortung tragen. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet, sollen die Unternehmen laut neuer Corona-Verordnung "innerbetrieblich sicherstellen", dass die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen eingehalten wird. Demnach ist die entsprechende Ergänzung der Verordnung noch in der Beratung und soll bald in Kraft treten. Dem Bericht zufolge sind die Unternehmen aufgerufen, aktiv über die Pflicht zum Tagen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu informieren - etwa mit Durchsagen und Aushängen. Bei Kontrollen sollen Fahrgäste ohne Maske persönlich angesprochen und angemessen zur Einhaltung ermahnt werden. Der Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft, Dirk Altwig, verwies gegenüber der Zeitung darauf, dass Fahrgäste ohne Masken andere gefährden. Das Zugpersonal habe die Möglichkeit, die Bundespolizei einzuschalten. Zudem könnten Verkehrsbetriebe Fahrgäste ohne Maske den Zutritt verwehren. Die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln soll verhindern, dass sich das Coronavirus ausbreitet. Nach dem Entwurf für einen neuen Bußgeldkatalog müssen Maskenverweigerer in Niedersachsen bald deutlich höhere Strafen als bisher bezahlen - vorgesehen sind bis zu 150 Euro.

+++ 07:38 Ärztekammer: Eine Illusion, dass nur gesunde Kinder zur Schule gehen +++
Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wird in Niedersachsen der Ruf nach einer Maskenpflicht für Lehrer und Schüler auch im Unterricht lauter. "Wenn die Kinder und Jugendlichen ungeschützt in die Schulen gehen, dann rechne ich mit verheerenden größeren Ausbrüchen", sagte der Kinder- und Jugendmediziner Thomas Buck, der Vorstandsmitglied der Ärztekammer Niedersachsen ist. Es sei eine Illusion zu glauben, dass nur gesunde Kinder zur Schule gehen. Nur ganz wenige junge Menschen hätten nach einer Infektion mit dem Coronavirus schwere Symptome. "Die meisten Kinder und Jugendlichen werden symptomfrei sein, aber sie können Überträger sein." An diesem Donnerstag starten die Schulen im Land in voller Klassenstärke. Der Kinderarzt aus Hannover plädierte für eine zunächst zeitlich beschränkte Maskenpflicht für Schüler und Lehrer von der Grundschule an. Auch Arztkollegen hätten sich fassungslos gezeigt, dass zwar auf engen Fluren, aber nicht im Unterricht Masken getragen werden sollen, sagte Buck. An Schulen in Nordrhein-Westfalen gibt es dagegen bis zum 31. August eine Maskenpflicht im Unterricht.

+++ 06:45 Sieben Menschen in Angola wegen Corona-Verstößen getötet +++
Bei der Durchsetzung von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben Sicherheitskräfte in Angola nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens sieben Menschen getötet. Bei den Opfern handle es sich um Jungen und junge Männer im Alter von 14 bis 21 Jahren, heißt es in einem Bericht von Amnesty International und der angolanischen Organisation Omunga. Sie seien bereits im Mai und Juli getötet worden. Die Menschenrechtler gehen von einer noch höheren Dunkelziffer von Tötungen in dem südwestafrikanischen Land aus. Laut Bericht hätten sich alle Vorfälle in ärmeren Gegenden ereignet. "Das ultimative Ziel des Kampfes gegen die Ausbreitung von Covid-19 sollte sein, Leben zu retten und Existenzgrundlagen zu schützen. Wenn staatliche Akteure für das Töten von Menschen verantwortlich sind, dann geht das am Sinn vorbei", sagte der geschäftsführende Direktor von Omunga, Joao Malavindele. In Angola wurden bisher knapp 2200 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 96 Menschen sind nach Behördenangaben bisher nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

+++ 06:02 RKI meldet mehr als 1200 Neuinfektionen +++
In Deutschland sind weitere 1278 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) steigt damit die Gesamtzahl der Fälle auf 234.853. Den Angaben zufolge sind fünf weitere Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Insgesamt zählt das RKI nun 9277 Todesfälle.

+++ 05:37 Gesundheitsausschuss drängt auf Corona-Schnelltests im Herbst +++
Der Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel, fordert Corona-Schnelltests für den Herbst, um für die Erkältungs- und Grippesaison gerüstet zu sein. "Im Herbst und Winter wird sich die Frage stellen: Wer hat eine Erkältung, wer hat eine Grippe und wer hat Corona?", sagt er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Deshalb brauchen wir im Herbst Schnelltests, bei denen man innerhalb einer halben Stunde weiß, ob jemand positiv oder negativ ist." Die höhere Fehlerquote von zwei bis drei Prozent gegenüber normalen Tests müsse man dann in Kauf nehmen. Zudem brauche man bei den Krankenhausbetten eine gewisse Steuerung, so Rüddel. Auch in der Corona-Hochphase im Frühjahr hätten 60 bis 70 Prozent der Krankenhäuser freie Betten gehabt. Deshalb reiche es, künftig bis zu 20 Prozent der Betten freizuhalten. "Die Behandlung der normalen Patienten sollte weiterlaufen; zugleich braucht man Reserven für Corona-Patienten."

+++ 05:15 Haseloff: Stufenweise Rückkehr von Fans geplant +++
Sachsen-Anhalt plant eine stufenweise Rückkehr von Fans in Stadien, Sport- und Konzerthallen. Entsprechende Regelungen sollen in der nächsten Corona-Verordnung des Landes festgeschrieben werden, wie Ministerpräsident Reiner Haseloff der Deutschen Presse-Agentur sagt. Die aktuellen Corona-Regeln im Land gelten bis 16. September. Gerade der Umgang mit Sportveranstaltungen sei allerdings ein Thema, für das es eine gemeinsame Strategie der Bundesländer brauche. Aus Sicht des CDU-Politikers sollte es aber keine starren bundeseinheitlichen Vorgaben geben. Vielmehr solle es vom Infektionsgeschehen abhängig sein, ob und wie viele Zuschauer möglich sind.

+++ 04:55 Wirtschaftsweiser warnt vor "Heroisierung" des Kurzarbeitergeldes +++
Vor dem Koalitionsgipfel warnt der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, die Regierungsparteien davor, falsche Hoffnungen in das Kurzarbeitergeld zu setzen. "Die Welt dreht sich weiter und die Wirtschaft unterliegt dem Strukturwandel. Das Kurzarbeitergeld sollte diesen nicht aufhalten", sagt Feld den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Nach den positiven Erfahrungen in der Finanzkrise werde das Kurzarbeitergeld "gerne heroisiert", weil Beschäftigte im Unternehmen verbleiben könnten und nicht arbeitslos würden. "Dabei gerät in Vergessenheit, dass das gleiche Instrument nach der Wiedervereinigung noch als Form verdeckter Arbeitslosigkeit angesehen wurde", kritisiert der Freiburger Ökonom, der seit März den Vorsitz des Sachverständigenrats innehat. Die entscheidende Frage sei, wie es nach der Beendigung der "sehr generösen Kurzarbeiterregelungen" weitergehe, so Feld, "nämlich ob Unternehmen wieder in die Normallage vor der Corona-Krise zurückfinden."

+++ 04:20 Hans fordert einheitliche Corona-Schutzvorschriften +++
Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans dringt auf einheitliche Corona-Schutzvorschriften in Deutschland. Die Ministerpräsidenten müssten bei ihrer Schaltkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag darüber beraten, "ob wir Lockerungen wieder zurücknehmen müssen beziehungsweise Verschärfungen von Auflagen und Strafen brauchen", sagt der CDU-Politiker den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Es wäre wünschenswert, wenn Bund und Länder sich dabei auf ein gemeinsames Vorgehen einigen könnten." Dies erwarteten auch die Bürger. Den erneuten Anstieg der Corona-Infektionen beobachte er mit Sorge, fügt Hans hinzu. "Bei allem Verständnis für private Feiern oder Urlaubsreisen kann ich nur vor einem zu leichtfertigen Verhalten warnen." Es sei oft ein schwieriger Spagat zwischen den Einschränkungen zum Schutz der Allgemeinheit und der Ermöglichung gesellschaftlichen Lebens, räumte er ein. "Generell gilt aber: wir müssen weiterhin vorsichtig sein und die grundlegenden Abstands- und Hygieneregeln im Alltag einhalten. Nur so können wir weitere Einschränkungen in Zukunft vermeiden."

+++ 03:44 Trump stockt Budget für Lebensmittelprogramm auf +++
US-Präsident Donald Trump will von der Corona-Krise betroffene Landwirte und Familien weiter unterstützen. "Heute bin ich stolz bekannt zu geben, dass wir eine weitere Milliarde Dollar zur Finanzierung des 'Farmers to Families Food Box'-Programms bereitstellen werden", sagt Trump. Das Programm soll Landwirten helfen, die normalerweise für Restaurants produzieren, aber infolge der Corona-Beschränkungen ihre Abnehmer wie beispielsweise Restaurants verloren haben. Die Lebensmittelpakete direkt vom Bauern gehen an Familien, die durch die Virus-Pandemie finanziell hart getroffen sind oder arbeitslos wurden.

+++ 03:00 Fauci warnt vor übereilter Zulassung eines Impfstoffs +++
Der führende US-Experte für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, warnt vor einer übereilten Zulassung eines Corona-Impfstoffkandidaten. "Das Einzige, was Sie bei einem Impfstoff nicht sehen möchten, ist eine EUA ('Emergency Use Authorization'/Notfallzulassung), bevor Sie Belege für die Wirksamkeit haben", sagt Fauci der Nachrichtenagentur Reuters. "Eine der potenziellen Gefahren, wenn Sie einen Impfstoff übereilt auf den Markt bringen, besteht darin, dass es für die anderen Impfstoffkandidaten schwierig - wenn nicht unmöglich wird -, Testpersonen für ihre Studie zu gewinnen", erklärt der Leiter des NIAID-Instituts für Allergien und ansteckende Krankheiten.

+++ 02:05 Brasilien meldet insgesamt mehr als 115.000 Todesfälle +++
Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 17.078 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 3,622 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte um 565 auf 115.309 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

+++ 01:11 Schuljahr in Mexiko beginnt mit TV-Unterricht +++
In Mexiko hat das neue Schuljahr wegen der Coronavirus-Pandemie mit Unterricht per Fernsehen und Radio begonnen. Mehrere Sender strahlten erstmals Programme für verschiedene Stufen aus, die zusammen mit dem Bildungsministerium entwickelt worden waren. Der Unterricht in den Klassenzimmern ruht seit März. Eine Rückkehr ist nach Einschätzung der Regierung für die rund 30 Millionen Schülerinnen und Schüler derzeit nicht sicher. Mexiko hat offiziell mehr als 60.000 Todesfälle nach einer Covid-19-Erkrankung registriert. Im weltweiten Vergleich liegt das Land auf Platz drei.

+++ 00:30 Friedrich Merz kritisiert den Fortschritt bei der Digitalisierung der Schulen scharf +++
"Wir ersaufen in Bürokratie", sagt der Bewerber um den CDU-Vorsitz der "Rheinischen Post". Er zählt auf, was der Bund an Geld für die Digitalisierung zur Verfügung gestellt habe - insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro. Davon seien erst 200 oder 300 Millionen Euro abgeflossen. "Das Geld ist da, und es kommt unten bei den Schulen nicht an. Da stimmt doch irgendetwas in unserem System nicht mehr, wenn so etwas nicht funktioniert." Er sei kein Gegner des Föderalismus. Der Föderalismus habe seine Stärken, betonte Merz, kritisiert aber: "Das, was wir jetzt in den Schulen erlebt haben, ist im Grunde genommen ein totales Desaster." Jede Schule müsse das für sich alleine machen. "Wenn die Schulträger in den Kommunen überhaupt etwas gemeinsam machen, müssen sie auf den Langsamsten warten. Bevor nicht die Langsamsten den Medienplan gemacht haben, geht nichts voran. Das kann doch nicht wahr sein."

+++ 23:40 Bayern ist gegen Ende der Corona-Testpflicht nach Sommersaison +++
Bayern ist gegen ein vorzeitiges Ende der Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer. "Die Diskussion zur Beendigung einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist verfrüht", sagt Gesundheitsministerin Melanie Huml. Die Auswertungen aktueller Ausbruchsschwerpunkte von Corona-Infektionen zeige klar die Bedeutung von infizierten Reiserückkehrern an diesen Infektionsketten. Huml äußert sich besorgt über die zuvor mehrheitlich von ihren Amtskollegen aus Bund und Ländern befürwortete neue Teststrategie im Umgang mit Urlaubsheimkehrern. "Jetzt, wo dieses wirkungsvolle Instrument greift und akzeptiert ist, sollte man es nicht verfrüht stoppen", betont die CSU-Politikerin und verweist auf die erzielten Erfolge bei den Kontrollen in Bayern. An den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen, den Fernbahnhöfen München und Nürnberg sowie an drei Autobahnteststellen seien bisher mehr als 3000 Reiserückkehrer aus Risikogebieten positiv getestet worden.

+++ 22:58 Merz hält Karneval-Absage derzeit noch für verfrüht +++
Friedrich Merz warnt davor, bereits jetzt die Karnevalssession abzusagen. "Jetzt im August 2020 zu sagen, wir müssen Karneval im Februar 2021 absagen, finde ich etwas vorschnell", sagt er Bewerber um den CDU-Vorsitz der "Rheinische Post". "Es würde reichen, wenn man das zum Jahresende sagt."

+++ 22:24 New Yorks Schulen sollen Unterricht im Freien abhalten dürfen +++
Wegen der Corona-Pandemie sollen Schulen in New York ihren Unterricht künftig unter freiem Himmel abhalten dürfen. Dies kündigte der Bürgermeister der US-Millionenmetropole, Bill de Blasio, an. Die Schulen sollen dafür geeignete Orte vorschlagen: beispielsweise Schulhöfe, Straßen oder Parks. Die Stadt werde dann wenn möglich rasch Genehmigungen erteilen, vor allem für Schulen in besonders betroffenen Gegenden oder ohne eigenen Außenbereich. Wegen der stark gesunkenen Corona-Fallzahlen dürfen die Schulen in New York im September mit Einschränkungen wieder öffnen. Die Metropole ist damit einer der wenigen Großräume in den USA, in denen ein regulärer Unterricht geplant ist. Viele andere Schulbehörden haben bereits angekündigt, weiterhin nur virtuell zu unterrichten.

+++ 22:09 Zahl der Neuinfektionen auf den Kanaren stark gestiegen +++
Die Zahl der Corona-Infektionen ist auf den Kanarischen Inseln deutlich angestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das spanische Gesundheitsministeriums veröffentlicht hat. Innerhalb einer Woche wurden dort 1282 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl an Infektionen auf den Kanarischen Inseln lag vor den vergangenen sieben Tagen gerade mal bei 3708 Fällen. Das Auswärtige Amt warnt bereits seit zehn Tagen vor Reisen in alle anderen spanischen Regionen. Sollten die Fallzahlen auf den Kanaren weiter steigen, könnte auch dort eine Reisewarnung die Folge sein.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, bad/rts/dpa/AFP