Panorama

Reaktion auf Corona-Zahlen München will notfalls Alkohol verbieten

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In den späten Abendstunden könnte es in München bald keinen Verkauf alkoholischer Getränke mehr geben.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Die Corona-Pandemie zwingt manche Kommunen zu drastischen Schritten. Weil die Zahl der Neuinfektionen steigt, erwägt München, in den Abendstunden den Verkauf von Alkohol zu untersagen. Zuletzt hatten sich in der bayerischen Hauptstadt feierwütige Menschen vermehrt auf öffentlichen Plätzen versammelt.

Die Stadt München hat ein Alkoholverbot für den öffentlichen Raum bei steigenden Corona-Zahlen beschlossen. Die Regelung soll in Abhängigkeit der Anzahl an Neuinfektionen gelten. Sollte die Zahl der neu mit Sars-CoV-2 Infizierten pro 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von sieben Tagen auf 35 steigen, sei der Verkauf von Alkohol ab 21 Uhr verboten, teilte die Stadt mit. Zudem sei der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ab 23 Uhr dann nicht mehr erlaubt.

Die Zahl der Corona-Infizierten war in den vergangenen Tagen in München deutlich gestiegen, die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt mittlerweile bei rund 28. Mit einem Erreichen der nun für ein Verbot ausgegebenen Schwelle ist bei anhaltender Entwicklung der Zahlen somit in den kommenden Tagen zu rechnen.

Besonders der zentral gelegene Gärtnerplatz entwickelte sich in der Corona-Krise zu einer Partymeile, aber auch im Englischen Garten und an der Isar gab es große Menschenansammlungen. Über die Zustände beriet ein runder Tisch der Stadt, dessen Empfehlungen für Einschränkungen des Alkoholkonsums folgte der Stadtrat mit breiter Mehrheit.

"Belastendere Maßnahmen möglichst vermeiden"

Die Entscheidung sei ihnen allen nicht leichtgefallen, teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter mit. "Es geht aber in Zeiten der Pandemie zuallererst um den Schutz der Bevölkerung und darum, noch wesentlich belastendere Maßnahmen möglichst zu vermeiden." So hatte der SPD-Politiker zuvor davor gewarnt, dass bei weiter steigenden Infektionszahlen auch Einschränkungen des Schul- und Kitabetriebs drohten.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte schon vor Wochen die Kommunen aufgefordert, den Erlass von Alkoholverboten im öffentlichen Raum zu prüfen. In Bamberg und Nürnberg ist es in Teilen der Altstadt bereits verboten, an den Wochenenden abends Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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