Panorama

Coronavirus-Liveticker+++ 23:58 Mehr als 800 neue Fälle in Frankreich +++

18.07.2020, 01:02 Uhr

Frankreich meldet 836 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Damit steigt die Zahl der registrierten Erkrankungen in dem Land auf 174.674. 14 weitere Menschen sind mit Covid-19 gestorben. Damit liegt die Gesamtzahl der Toten nun bei 30.152, teilte das Gesundheitsministerium in Paris mit.

+++ 23:22 Wissenschaftler: Hygiene bei Tönnies nun Blaupause für Betriebe +++

Der Bonner Hygiene-Professor Martin Exner sieht die Anti-Corona-Maßnahmen beim Fleischverarbeiter Tönnies als mögliches Vorbild für andere Unternehmen. "Wir haben jetzt ein sehr abgewogenes Hygienekonzept, das kann eine Blaupause für andere Betriebe in ganz Deutschland werden", sagte Exner. Der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit in Bonn hatte im Auftrag des Kreises den Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit mehr als 1400 infizierten Beschäftigten untersucht. Unter anderem wurden daraufhin in der Fleischzerlegung bei Tönnies Hochleistungsfilter und UV-Strahlen bei der Luftumwälzung eingesetzt, der Mindestabstand zwischen den Arbeitern vergrößert und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben.

+++ 22:41 Teheran führt wieder Corona-Beschränkungen ein +++

Weil die Fallzahlen in Teheran in die Höhe schnellen, sollen in der iranischen Hauptstadt schon an diesem Wochenende wieder Corona-Beschränkungen eingeführt werden. Das gab ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bekannt. Unter anderem sollen ab Samstag ein Drittel der Beamten von zuhause arbeiten. Außerdem wurden Veranstaltungen und Versammlungen wieder verboten und die beliebten Cafes und Teehäuser wieder geschlossen. Im Sportbereich sollen nur noch die Spiele der ersten Liga stattfinden, erklärte das Ministerium. Nach den Lockerungen Ende Mai wurden die Corona-Vorschriften und besonders die Maskenpflicht im Iran größtenteils nicht mehr ernst genommen. Dies führte zu einem Anstieg der Neuinfektionen. Zuletzt gab es binnen 24 Stunden mehr als 180 Corona-Tote und fast 2400 bestätigte Neuinfektionen. Damit lag die Zahl der registrierten Todesopfer insgesamt bei 13.791, die der Infizierten bei 269.440.

+++ 22:05 Trend bei Neuansteckungen zieht an +++

Die Reproduktionszahl in Deutschland steigt nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts auf 1,25. Am Vortag lag der R-Wert noch bei 1,10. Das bedeutet, dass inzwischen ein Infizierter im Mittel wieder etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Auch der robustere Sieben-Tage-R klettert auf 1,20 (Vortag: 1,07).

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Auch der Trend bei den Neuinfektionen zieht an: Im siebentägigen Durchschnitt kommen derzeit pro Tag 387 Fälle hinzu.

+++ 21:39 Deutschland: Höchster Tageszuwachs seit knapp vier Wochen +++

Deutschland zählt aktuell 5622 Corona-Infektionen. Das sind 644 Infektionen und ein Todesfall mehr als am Vorabend. Damit haben sich insgesamt 200.951 Bürger nachweislich mit dem Virus infiziert. Davon sind 9084 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 186.245 Patienten gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts als genesen. Von dem erneuten Anstieg blieb kein Bundesland verschont, sogar in Mecklenburg-Vorpommern gab es einen neuen Fall. Die Zahl der Neuinfektionen ist nun deutlich höher als in den vergangenen Wochen üblich war. Einen höheren Tageszuwachs gab es zuletzt am 21. Juni. Die Hälfte der heute gemeldeten Fälle stammt aus Nordrhein-Westfalen: Dort infizierten sich 152 Menschen mit dem Virus. Auch die Reproduktionszahl R stieg auf 1,25 an.

+++ 21:05 Google verbietet Werbung für Corona-Verschwörungstheorien +++

Mit Google-Technologie darf nach Angaben des Internet-Riesen künftig keine Werbung mehr für Verschwörungstheorien rund um das Corona-Virus gemacht werden. Für Informationen, die wissenschaftlich widerlegt seien, dürften keine Anzeigen mehr geschaltet werden, teilt der Konzern mit. Das gelte beispielsweise für Darstellungen, nach denen der Erreger als Bio-Kampfmittel in einem chinesischen Labor entstanden, von Microsoft-Gründer Bill Gates geschaffen oder gar nicht existent sei. Unternehmen mit großem Online-Werbegeschäft wie Google und Facebook stehen zunehmend unter Druck, gegen Fehlinformationen zum Coronavirus vorzugehen.

+++ 20:44 Großraum Buenos Aires lockert Ausgangssperren +++

Nach rund 120 Tagen in Quarantäne werden die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie im Großraum Buenos Aires etwas gelockert. So sollen künftig kleine Geschäfte wieder öffnen dürfen und Sport im Freien am Abend und frühen Morgen erlaubt werden. Das teilte die argentinische Regierung mit. Auch Industriebetriebe im Umland der Hauptstadt sollen die Produktion wieder hochfahren. Restaurants und Bars bleiben allerdings weiterhin geschlossen; die Schulen dürfen auch nach den derzeitigen Winterferien nicht öffnen und Großveranstaltungen bleiben untersagt. "Zwischen dem 18. Juli und 2. August versuchen wir, zum normalen Leben zurückzukehren", sagte Präsident Alberto Fernández. Sollte die Zahlen der Infektionen oder Todesfälle sprunghaft steigen, könnten die Lockerungen auch wieder kassiert werden. "Wenn wir sie zurücknehmen müssen, werden wir sie zurücknehmen", sagte der Staatschef.

+++ 19:40 Ansteckungsrate in Bretagne steigt stark +++

Die Reproduktionsrate in der Bretagne hat sich innerhalb weniger Tage stark erhöht. Daten der Regierung zufolge stieg die Rate zwischen dem 10. und 14. Juli in der bei Touristen beliebten Region auf 2,62 von zuvor 0,92.

+++ 19:07 Corona-Ausbruch in Verden: 100 Menschen unter Quarantäne +++

Nach acht Corona-Infektionen in einem Gebäudekomplex in der niedersächsischen Stadt Verden werden rund 100 weitere Menschen auf das Virus getestet. Die betroffenen Bewohner stehen bis zur Vorlage der Testergebnisse unter Quarantäne, teilte der Sprecher des Landkreises mit. Demnach gibt es Anhaltspunkte, dass sich das Coronavirus im direkten Wohnumfeld der positiv getesteten Personen ausgebreitet hat. Die acht Infizierten wohnen demnach in einem Gebäudekomplex aus drei Häusern. Einer von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden. "Anhand der durchgeführten Abstriche verschaffen wir uns einen Überblick über das mögliche Ausmaß der Virusstreuung in dem Häuserkomplex", sagte Landrat Peter Bohlmann. "Sollten die jetzigen Testungen eine hohe Zahl weiterer infizierter Personen ergeben, müssen die Tests auch auf die anderen Hauseingänge ausgeweitet werden." Bislang werden Bewohnerinnen und Bewohner aus drei Hauseingängen getestet. Bei Bedarf müsse der gesamte Gebäudekomplex unter Quarantäne gestellt werden, so der Landrat.

+++ 18:45 "Nicht angesagt": Tui streicht alle Partyreisen +++

Reiseveranstalter TUI hat für das Jahr 2020 alle "Partyreisen" abgesagt. TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak erklärte der "Berliner Morgenpost": "Da haben einige überhaupt nicht verstanden, in was für einer Zeit wir momentan leben. Partymachen ist gerade einfach nicht angesagt. Jeder sollte Rücksicht auf sich selbst und seine Mitmenschen nehmen." Die TUI habe die "Partyreisen" nun gestrichen: "Damit setzen wir ein deutliches Zeichen, wie wir gegenüber dieser Form des Tourismus derzeit stehen. Wir stehen für einen ruhigen Urlaub. Das ist auch etwas Angenehmes, das wir ausprobieren sollen, anstatt auf Biegen und Brechen etwas zu machen, was derzeit einfach nicht angesagt ist." Wegen illegaler Partys am "Ballermann" am Wochenende hatte Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten "Bier-" und "Schinkenstraße" beschlossen. Die Anordnung gilt zunächst für zwei Monate.

+++ 18:15 Beauftragter der Bundesregierung über Ballermann-Sausen verstört +++

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat die illegalen Partys am "Ballermann" auf Mallorca als "sehr ärgerlich" bezeichnet. Der Wirtschaftsstaatssekretär sagte im Rahmen einer digitalen Konferenz, er appelliere an alle Urlauber, die Regeln einzuhalten und sich vernünftig zu verhalten. Bareiß sagte, es sei nicht zu viel verlangt, Mundschutz zu tragen und sich an Abstandsregeln zu halten. Man könne außerdem in diesem einen Jahr auch mal auf "exzessive Partys" verzichten. Die breite Masse der Urlauber aber halte sich an die Regeln.

+++ 17:40 Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies-Geschäftsführung +++

Nach zahlreichen Anzeigen wegen des massiven Corona-Ausbruchs in Deutschlands größtem Fleischwerk ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen die Geschäftsführung von Tönnies. Grund dafür sei das übliche Fortschreiben eines solchen Verfahrens, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft. Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen zunächst gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt. Bei der Staatsanwaltschaft in Bielefeld sind seit dem Corona-Ausbruch im Tönnies-Hauptwerk in Rheda-Wiedenbrück Mitte Juni nach Angaben der Behörde rund 50 Strafanzeigen eingegangen. Der Ermittlungskommission der Polizei, die den Einsatznamen EK "Carne" (Fleisch) trägt, gehörten derzeit fünf Beamte an, sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei.

+++ 17:15 Keiner kontrolliert Maskenpflicht in der Bahn +++

Im Fernreiseverkehr der Deutschen Bahn gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes - allerdings sehen sich weder die Bahn selbst noch die Bundespolizei für die Durchsetzung der Anordnung verantwortlich. Die Bundespolizei sei "nicht für die Einhaltung von Gesundheitsvorschriften der Länder zuständig", stellte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin klar. Sie könne erst dann eingreifen, wenn es im Streit um das Maskentragen zu einem "Konflikt kommt, der eine Gefahr für den Bahnverkehr darstellt". Die Deutsche Bahn ihrerseits hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass sie für die "Ahndung von Verstößen" die zuständigen Behörden in der Pflicht sehe. Die Bahn selbst sei "als Unternehmen nicht befugt, Verstöße gegen staatliche Vorschriften zu sanktionieren".

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Informieren und aufmerksam machen: Mehr unternehmen Bahnmitarbeiter nicht gegen Maskenverweigerer im ICE. (Foto: imago images/Ralph Peters)

+++ 16:55 Erster Berliner Subventionsbetrüger zu Bewährungsstrafe verurteilt +++

Im ersten Berliner Prozess um erschlichene Corona-Soforthilfen ist der Angeklagte zu einem Jahr und sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem wurde dem 31-Jährigen die Zahlung von 2000 Euro auferlegt. Der Angeklagte habe sich des Subventionsbetrugs in sechs Fällen schuldig gemacht, begründete das Amtsgericht Tiergarten. Mehrfach habe er mit falschen Daten bei der Investitionsbank Berlin (IBB) Zuschüsse beantragt, begründete die Richterin. Der Mann habe sich sozialschädlich verhalten. Allerdings seien ihm die Taten sehr leicht gemacht worden. Der geständige Angeklagte kassierte laut Anklage 21.500 Euro zu Unrecht. Er hatte zwischen dem 31. März und dem 8. April 2020 die finanzielle Unterstützung aus Programmen des Berliner Senats sowie des Bundes beantragt. Dabei hatte er fünf Gesellschaften fingiert.

+++ 16:15 Kreis Mettmann nach Hochzeit auf dem Weg zum Hotspot +++

Eine Hochzeitsfeier in einem größeren Familienverband hat die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Kreis Mettmann steigen lassen. In Langenfeld und Monheim sei die Zahl der Infizierten zum Freitag auf zusammengenommen 46 gestiegen, erklärte der Kreis. Insgesamt gab es 136 aktuell Infizierte in dem zwischen Düsseldorf und Wuppertal gelegenen Kreis mit rund 485.000 Einwohnern. Bei der wichtigen Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen lag der Kreis am Freitag auf Platz eins in NRW: Die Sieben-Tages-Inzidenz betrug 21,2. Nach der Feier hätten sich durch die familiäre Verflechtung weitere Infektionen ergeben, erklärte der Kreis. Das Kreisgesundheitsamt verfolge die Kontakte. In Langenfeld seien derzeit 56 Menschen in Quarantäne, in Monheim seien es 77.

+++ 15:50 Pisa-Studien verzögern sich um ein Jahr +++

Die kommenden zwei Pisa-Studien werden aufgrund der Corona-Krise um ein Jahr verschoben. "Die nächsten Tests finden nicht 2021, sondern 2022 statt", teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit. Die Ergebnisse werden dann im Dezember 2023 veröffentlicht. Auch die darauffolgende PISA-Studie soll sich um ein Jahr verzögern. Mit ihren Ergebnissen ist laut OECD 2026 zu rechnen. Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Seit dem Jahr 2000 werden dafür alle drei Jahre weltweit Hunderttausende Schüler im Alter von 15 Jahren in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

+++ 15:20 Mafia unterwandert in Not geratene Firmen +++

In Italien nehmen Mafia-Organisationen in der Corona-Krise verstärkt auch mittlere und große Unternehmen ins Visier ihrer Aktivität. Davor haben die Ermittler der Anti-Mafia-Behörde DIA in ihrem Halbjahresbericht an das Parlament in Rom gewarnt. Die Liquiditätskrise in großen Teilen der Wirtschaft des Mittelmeerlandes biete den kriminellen Banden Betätigungsfelder, um Drogen- oder Glücksspiel-Gelder in legale Kreisläufe einzuschleusen. Die Ermittler gehen davon aus, dass Mafia-Clans den in Not geratenen Firmen vermehrt Kredite und andere Formen der Unterstützung anbieten. Dies gelte zunächst in ihren angestammten Regionen im Süden. Die mit Mafia-Geld ausgestatten Unternehmen könnten Wettbewerbsvorteile zur Verdrängung der Konkurrenz nutzen.

+++ 14:50 Spahns Ministerium sprengt Werbebudget +++

Das Bundesgesundheitsministerium unter Leitung von Jens Spahn hat nach eigener Darstellung in der Corona-Krise das Budget für Öffentlichkeitsarbeit "deutlich überschritten". Gab das Ministerium in normalen Jahren zwischen 900.000 und 1,3 Millionen Euro für Anzeigen und Werbespots in Massenmedien aus, waren es bis zum 30. Juni bereits rund 31,4 Millionen Euro, berichtete der "Spiegel". In Zeiten der Pandemie sei es darum gegangen, auf "die zahlreichen nicht seriösen und interessengeleiteten Informationsangebote" zu reagieren, die etwa Fake News oder Verschwörungstheorien verbreiteten, sagte ein Ministeriumssprecher dem Magazin.

+++ 14:21 Einwohner von Barcelona sollen zu Hause bleiben +++

Die Einwohner von Barcelona werden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und keine Gruppen von mehr als zehn Personen zu bilden. Damit reagieren die Behörden auf die wachsende Zahl von Corona-Infektionen. Den Menschen wird geraten, online einzukaufen. Geschäfte mit nicht lebensnotwendigen Waren dürfen Kunden nur noch nach vorheriger Terminabsprache empfangen. Zudem wurden Kinos, Theater und Diskotheken wieder geschlossen, Bars und Restaurants dürfen nur noch halb so viele Gäste aufnehmen wie sonst. Besuche in Pflegeheimen wurden wieder verboten.

+++ 13:51 Johnson will bis Weihnachten zur Normalität zurückkehren +++

Der britische Premier Johnson hat eine Annäherung an die Normalität bis Weihnachten in Aussicht gestellt. Von Anfang August an werde in England zu einer vorsichtigen Rückkehr an den Arbeitsplatz ermutigt, sagte er. Schulen, Kindergärten und Universitäten sollen von September an wieder ihren Betrieb aufnehmen. Sportstadien dürfen von Oktober an ihre Tore für Zuschauer wieder öffnen. Vorausgesetzt, die Distanzregeln könnten eingehalten werden, sagte Johnson. "Es ist meine große und ernste Hoffnung, dass wir die verbliebenen Einschränkungen überprüfen können und eine noch bedeutendere Rückkehr zur Normalität von November an zulassen können - womöglich rechtzeitig für Weihnachten", erklärte er. Gleichzeitig soll der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) mit zusätzlichen drei Milliarden Pfund finanziert werden. Die Geldspritze werde sofort zur Verfügung gestellt, teilt die Regierung mit. Dies dient der Vorbereitung auf eine nächste Welle des Coronavirus.

+++ 13:33 US-Gesundheitsexperte Fauci appelliert: Maske tragen +++

Angesichts der immer dramatischeren Tageszahlen an Corona-Infizierten in den USA hat der führende Gesundheitsexperte Anthony Fauci dringend zum Tragen einer Maske aufgerufen. Die Lage sei mit Zuwächsen von täglich mehr als 60.000 Infizierten ernst und müsse sehr überzeugend angegangen werden, sagte er in einem Videochat mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Donnerstag (Ortszeit). Wenige Stunden später gab die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore mit rund 77.300 gemeldeten Fällen einen neuen Höchststand an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden bekannt. In den USA gibt es landesweit nach wie vor keine Pflicht, eine Maske zu tragen. Der Gouverneur des südlichen US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, klagte am Donnerstag gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht.

+++ 13:08 Lockdown verbesserte Luftqualität in deutschen Städten stark +++

Durch das geringere Verkehrsaufkommen ist die Stickoxid-Konzentration in größeren deutschen Städten während der Corona-Einschränkungen um etwa ein Drittel gesunken. Das teilte der Deutsche Wetterdienst unter Berufung auf eine Analyse mit, die er mit Unterstützung des Umweltbundesamts (UBA) erstellte. Der Rückgang der Konzentrationen dieser Luftschadstoffe in der Phase der Corona-Beschränkungen von Mitte März bis Mitte Mai belief sich demnach auf etwa 30 Prozent. Stickoxide stammen hauptsächlich aus Abgasen von Verbrennungsmotoren; Autos sind die Hauptquelle. Das Untersuchungsergebnis bezieht sich auf die Lage in den 48 deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern in der Zeit von Beginn des Lockdowns am 23. März bis zum Auslaufen am 17. Mai.

+++ 12:52 Abu Dhabi startet letzte Testphase für Impfstoff +++

Im Emirat Abu Dhabi hat die entscheidende Phase der Erprobung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus begonnen. "Die dritte Phase ist die letzte, bevor die Herstellung des Impfstoffes genehmigt wird", sagte der Präsident der Gesundheitsbehörde, Abdullah bin Mohammed al-Hamed, in einem Video. Der Impfstoff soll nach Behördenangaben in den kommenden sechs Monaten an bis zu 15.000 Menschen getestet werden. Das Mittel des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm basiere auf abgetöteten Coronaviren, hieß es bereits in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des arabischen Gesundheitsunternehmens G42 aus Abu Dhabi. Phase III der klinischen Tests folge demnach auf die erfolgreich durchgeführten Phasen I und II von Sinopharm in China, bei denen 100 Prozent der Testpersonen Antikörper gebildet hätten, so G42. Rund um den Globus gibt es derzeit mehr als 150 Projekte, um einen Impfstoff zu finden. Mehr als 20 potenzielle Impfstoffe werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereits am Menschen getestet, aber nur ganz wenige sind ähnlich weit wie das Phase III-Projekt in Abu Dhabi.

+++ 12:31 Epidemiologe: Fußball-Stadionpläne haben mehrere große Haken +++

+++ 12:08 Israels Regierung verhängt weitere Beschränkungen +++

In Israel verhängt die Regierung für das bevorstehende Wochenende neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Zwar dürfen die Bürger ihre Häuser verlassen, aber Einkaufszentren, Geschäfte, Schwimmbäder, Zoos und Museen bleiben von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen geschlossen, heißt es in einer Mitteilung der Regierung. Auch Restaurants, Bibliotheken, Friseure und Schönheitssalons bleiben geschlossen. Zudem wird der Straßenbahnverkehr an den Wochenenden ausgesetzt.

+++ 11:39 Tönnies nimmt Schlachtung nach Unterbrechung wieder auf +++

Die erneute Zwangsunterbrechung beim Fleischkonzern Tönnies ist vorbei: Die Schlachtung am Stammsitz im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück sei nach der Freigabe durch die Bezirksregierung wieder aufgenommen worden, teilte ein Tönnies-Sprecher mit. Das Unternehmen hatte nach vierwöchiger Corona-Unterbrechung erst seit Donnerstag wieder schlachten dürfen, musste die Produktion jedoch nach Beanstandungen der Bezirksregierung bis zur Freigabe stoppen. Nach Kontrollen sei das Unternehmen am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, "dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen", bestätigt der Sprecher zuvor RTL/ntv. Dies sei auch schon in der Nacht zu Freitag passiert. Am Morgen gab es dann laut Tönnies die Freigabe. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 11:24 Merkel erwartet schwierige Verhandlungen zu EU-Corona-Hilfen+++

Kanzlerin Merkel hat die Erwartungen an eine rasche Entscheidung über das milliardenschwere EU-Wiederaufbaupaket in der Corona-Krise gedämpft. Die Unterschiede seien doch "sehr, sehr groß", sagte sie in Brüssel. Ob es bei diesem EU-Gipfel zu einer Einigung kommt, sei daher unklar. Es bedürfe "wirklich großer Kompromissbereitschaft aller, damit wir etwas hinbekommen, was für Europa gut ist". Der EU-Sondergipfel hat inzwischen begonnen. Die Staats-und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer verhandeln über einen Corona-Aufbauplan. Die EU-Kommission hatte ein schuldenfinanziertes Konjunktur- und Investitionsprogramm in Höhe von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen. Einige EU-Staaten sind jedoch dagegen, dass 500 Milliarden Euro davon als Zuschüsse und nicht als Kredite gezahlt werden sollen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 10:55 CDU-Politiker fürchten Überlastung der EU durch Corona-Hilfen+++

Der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Carsten Linnemann, und der Europaabgeordnete Markus Pieper haben kurz vor Beginn des EU-Gipfels vor der von Bundeskanzlerin Angela Merkel favorisierten Finanzierung der geplanten Corona-750-Milliarden-Hilfen gewarnt. "Das Volumen des Fonds ist zu groß", schrieben die beiden CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post". "Eine Überlastung der ganzen EU droht." Linnemann und Pieper forderten "ehrliche Reformen statt neuer Schulden". Ein Reformprogramm müsse die Währungsunion auf stabilere Füße stellen und es müsse auch ein Restrukturierungsverfahren für Staaten beinhalten, das ein geordnetes Ausscheiden aus dem Euro-Raum möglich mache.

+++ 10:28 Studie: Großteil der Corona-Fälle in Wuhan blieb unentdeckt +++

Während des Corona-Ausbruchs in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist laut einer neuen Studie ein Großteil der Fälle unentdeckt geblieben. In der Untersuchung chinesischer Wissenschaftler, die in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde, heißt es, dass in der ersten akuten Phase zwischen dem 1. Januar und dem 8. März bis zu 87 Prozent der Infektionen unter dem Radar geblieben sein könnten. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, indem sie mit statistischen und epidemiologischen Modellen den Ausbruch in Wuhan rekonstruierten. Zuvor waren bereits andere internationale Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Sars-CoV-2-Infektionen nicht erkannt werden, etwa, weil Infizierte nur schwache oder keine Symptome haben.

+++ 09:34 Italien stemmt sich gegen Änderungen des EU-Hilfsfonds +++

Italien fordert eine Einigung des EU-Gipfels auf den geplanten Wiederaufbaufonds ohne wesentliche Änderung. Es sei notwendig, dass die Verhandlungen über die Corona-Hilfen so rasch als möglich abgeschlossen werden, wenn möglich bei diesem Gipfel, sagt Wirtschafts- und Finanzminister Roberto Gualtieri der Zeitung "Corriere della Sera". Italien werde "hart dafür kämpfen", dass der vorgeschlagene Gesamtbetrag von 750 Milliarden Euro, die Aufteilung zwischen Zuschüssen und Darlehen sowie die Struktur des Fonds nicht geändert werden. Italien mit seiner ohnehin angeschlagenen Wirtschaft leidet unter den Folgen der Corona-Krise besonders. In dem Mittelmeerland starben mit oder an der Viruskrankheit bisher mehr als 35.000 Menschen.

+++ 08:46 New Yorker Restaurants dürfen nur unter Bedingungen Alkohol ausschenken +++

Aus Sorge vor einer erneuten Corona-Welle in der Millionenmetropole New York verschärft der Staat nun die Regeln für Restaurants. Gouverneur Cuomo erließ am Donnerstag neue Regeln, dass Gaststätten im Staat "nur Leuten Alkohol servieren dürfen, die auch Essen bestellen". Auch dürften alkoholische Getränke nur sitzenden Gästen verkauft werden, die sich im Mindestabstand zu anderen Gästen befänden. Zudem würden Restaurants in New York City, die drei Mal wegen der Verletzung von Abstands- oder Maskenpflichten auffallen, rigoros geschlossen, teilte die New Yorker Regierung mit.

+++ 08:12 Gesamtzahl der Corona-Fälle in Indien überschreitet Millionen-Marke +++

Die Gesamtzahl der bekannten Corona-Infektionen in Indien ist über die Schwelle von einer Million gestiegen. Laut dem Gesundheitsministerium in Neu Delhi wurden binnen 24 Stunden knapp 35.000 Neuansteckungen gemeldet. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach um 687 auf 25.602. Laut Angaben auf der Internetseite der Johns Hopkins Universität gelten in Indien inzwischen 635.757 Menschen als genesen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern liegt bei der Zahl der bestätigten Infektionen hinter den USA und Brasilien.

+++ 07:35 British Airways stellt gesamte Boeing-Jumbo-Flotte außer Dienst +++

Die angeschlagene Fluggesellschaft British Airways stellt wegen der Corona-Pandemie all ihre Boeing 747 außer Dienst. Die Stilllegung der Jumbos erfolge mit sofortiger Wirkung, teilt die Airline mit. Die Pandemie hat die Flugbranche hat getroffen. British Airways wolle außerdem mehr Flüge mit modernen und kraftstoffeffizienten Maschinen bedienen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 07:10 Zwangspause bei Tönnies - Schlachtung verzögert sich+++

Beim Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück verzögert sich der Schlachtbetrieb heute Morgen. Gestern hatte es Kontrollen gegeben - und noch Auflagen: Ein Konzernsprecher sagte RTL/ntv, man habe an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen nehmen müssen. Dies sei in der Nacht geschehen. Ein Sachverständiger muss die Umrüstungen noch abnehmen. Bei Tönnies sollen nach rund vier Wochen Unterbrechung wieder Schweine geschlachtet werden. Mehr als 1400 Tönnies-Mitarbeiter hatten sich mit dem Coronavirus angesteckt.

+++ 06:51 RKI meldet 583 Neuinfektionen +++

In Deutschland steigt die Zahl der festgestellten Infektionen um 583 auf insgesamt 200.843 bisher gemeldete Fälle, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Das entspricht in etwa dem Niveau des Vortags. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um 4 auf insgesamt 9082 zu.

+++ 06:25 USA nehmen europäische Studierende von Reiseverbot aus +++

Die US-Regierung will europäische Studierende von den Corona-Reisebeschränkungen ausnehmen. Das gibt das US-amerikanische Außenministerium bekannt. Zudem solle es Ausnahmen für einige Au-pairs und Familienmitglieder von Visa-Inhabern geben. Der Schritt ist Teil der US-Bemühungen, den internationalen Reiseverkehr nach den massiven Beschränkungen wegen der Corona-Krise wieder allmählich zu öffnen. US-Präsident Trump hatte im März die Einreise von Personen aus den meisten europäischen Ländern wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen untersagt.

+++ 05:43 Tui sagt 2020 alle Partyreisen ab +++

Europas größter Reiseveranstalter Tui sagt angesichts der Corona-Pandemie in diesem Jahr alle Partyreisen ab. "Partymachen ist gerade einfach nicht angesagt. Jeder sollte Rücksicht auf sich selbst und seine Mitmenschen nehmen", sagt TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir als TUI haben für das Jahr 2020 jegliche Partyreisen abgesagt." Damit setze der Reisekonzern ein deutliches Zeichen, wie das Unternehmen gegenüber dieser Form des Tourismus derzeit stehe. "Wir stehen für einen ruhigen Urlaub. Das ist auch etwas Angenehmes, das wir ausprobieren sollen, anstatt auf Biegen und Brechen etwas zu machen, was derzeit einfach nicht angesagt ist", betont Andryszak. Mit Blick auf Bilder von neuen Partyexzessen auf Mallorca sagt der Tui-Deutschlandchef: "Da haben einige überhaupt nicht verstanden, in was für einer Zeit wir momentan leben."

+++ 05:24 CDU-Politiker warnen vor Merkels Wiederaufbaufonds +++

Kurz vor Beginn des EU-Gipfels warnen der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Carsten Linnemann, und der Europaabgeordnete Markus Pieper vor der von Kanzlerin Angela Merkel favorisierten Finanzierung der geplanten Corona-750-Milliarden-Hilfen. "Das Volumen des Fonds ist zu groß", heißt es in einem Gastbeitrag der beiden CDU-Politiker für die "Rheinische Post". "Eine Überlastung der ganzen EU droht."

Mit dem 750-Milliarden-Fonds drohe die EU bereits in der Eurokrise gemachte Fehler zu wiederholen. "Als die Eurokrise die Konstruktionsmängel schonungslos offenlegte, wurden Rettungsschirme aufgespannt, die Druckerpresse der EZB angeworfen und politische Durchhalteparolen kreiert." Sie warnten, die Finanzkraft Deutschlands und damit der Raum für grenzüberschreitende Umverteilung seien endlich. Die geplante Wiederaufbauhilfe stelle auch die Vereinbarkeit mit den Europäischen Verträgen infrage. Die darin für den Katastrophenfall verankerte einmalige Ausnahme vom Verschuldungsverbot der EU treffe auf den Wiederaufbaufonds nicht zu, weil die EU für dessen Finanzierung über die gesamte nächste siebenjährige Haushaltsperiode Schulden aufnehmen solle. "Also auch dann, wenn wir Corona hoffentlich längst überwunden haben." Nötig seien "ehrliche Reformen statt neuer Schulden". Ein Reformprogramm müsse die Währungsunion auf stabilere Füße stellen und es müsse auch ein Restrukturierungsverfahren für Staaten beinhalten, das ein geordnetes Ausscheiden aus dem Euro-Raum möglich mache.

+++ 05:10 Hollywood-Stars rufen US-Bürger zum Maskentragen auf +++

Mit einer TV-Kampagne versuchen Hollywood-Stars, die US-Bürger in Corona-Zeiten zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes zu bewegen. "Wenn Sie eine Maske tragen, haben Sie meinen Respekt", sagt beispielsweise Schauspieler Morgan Freeman in den von Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow gedrehten halbminütigen TV-Spots. Auch Robert De Niro, Jamie Foxx, Ellen Pompeo und Rosie Perez beteiligen sich an der von New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo ins Leben gerufenen Kampagne.

+++ 04:56 Regierungschef kritisiert Reisebeschränkungen gegenüber Luxemburg +++

Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel kritisiert Reisebeschränkungen Deutschlands und anderer EU-Länder für das Großherzogtum wegen der Corona-Pandemie. Die Infektionszahlen in Luxemburg seien das Ergebnis konsequenter Tests, sagt Bettel. Trotz der dadurch gestiegenen Fallzahlen liege die Sterblichkeit "ungefähr so hoch wie in Deutschland. Aber niemand sagt, Deutschland ist eine mögliche Gefahr". Bettel kündigte an, die aus seiner Sicht unsolidarischen Reisebeschränkungen beim EU-Gipfel am heutigen Freitag anszusprechen.

+++ 04:40 Landkreistag begrüßt Verzicht auf Ausreisesperren +++

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Verzicht von Bund und Ländern auf Ausreisesperren für ganze Landkreise gutgeheißen. "Wir sind bislang sehr gut damit gefahren, das örtliche Infektionsgeschehen präzise zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die heutige Verständigung, da nun nicht mehr das generelle Abriegeln ganzer Landkreise und auch keine Ausreisesperren in Rede stehen", sagte Sager den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Man könnte auch einen Landkreis mit beispielsweise 350.000 Einwohnern nicht einfach zusperren, wenn Neuinfektionen auf einen Schlachtbetrieb, einen Wohnblock oder ein Pflegeheim begrenzt wären. Das wäre nicht nur unverhältnismäßig, sondern auch gänzlich unpraktikabel."

+++ 04:26 UN fordern von reichen Ländern weitere Milliarden-Hilfen +++

Die Vereinten Nationen (UN) fordern in der Corona-Krise weitere Milliarden-Hilfen von reichen Ländern. Die bisherige Unterstützung für arme Staaten sei bislang "äußerst unangemessen und kurzsichtig" gewesen, erklärte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Die G20-Länder sollten jetzt mehr auf den Tisch legen, sonst müssten sie später einen hohen Preis zahlen. Die Pandemie drohe Konflikte, Hunger, Armut und andere schwere Krankheiten weiter zu verschärfen. Bislang hätten die UN lediglich 1,7 Milliarden Dollar erhalten. Sie brauchten jedoch für die Corona-Hilfe in armen Ländern im laufenden Jahr rund 10,3 Milliarden Dollar. Mit dem Geld sollen Gesundheitsprojekte und andere humanitäre Programme vor allem in Afrika und Südamerika finanziert werden.

+++ 04:01 Mexiko registriert mehr als 324.000 Infizierte +++

Das mexikanische Gesundheitsministerium bestätigt innerhalb eines Tages 6406 Neuinfektionen und 668 weitere Todesfälle. Insgesamt sind in Mexiko nach offiziellen Angaben 324.041 Menschen mit dem Virus infiziert und 37.574 Personen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Die Regierung in Mexiko-Stadt geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankten wahrscheinlich deutlich höher liegt als die bestätigten Fälle.

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+++ 03:33 China meldet zehn Neuinfektionen +++

China meldet zehn neue Covid-19-Erkrankungen. Neun davon seien auf Einreisende aus Übersee zurückzuführen, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Für den Vortag hatten die Behörden nur eine Infektion gemeldet. In Peking habe sich den elften Tag in Folge niemand infiziert. Die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle in China liegt nun bei 83.622, während die Zahl der Todesfälle unverändert bei 4634 bleibt.

+++ 03:05 USA verzeichnen Rekordwert bei Neuinfektionen +++

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen in den USA steigt nach aktuellen Daten auf einen Rekordwert. Demnach wurden am Donnerstag 75.255 neue Fälle registriert. Der bisherige Höchstwert betrug 69.070 am vergangenen Freitag. Im Juni legten die täglichen Neuinfektionen im Durchschnitt um 28.000 zu. Im Juli waren es bereits 57.625. Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hatte vor Kurzem davor gewarnt, dass die USA die Schwelle von 100.000 täglichen Neuinfizierten mit dem Coronavirus überschreiten könnten, sollten die US-Amerikaner keine Masken tragen und keinen Mindestabstand halten.

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+++ 02:33 Georgias Gouverneur klagt gegen Maskenpflicht +++

Der Gouverneur des südlichen US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, klagt gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht. Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der entsprechenden Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus ihre Kompetenzen überschritten, argumentiert der Gouverneur in einer eingereichten Klage. Der Republikaner Kemp hatte trotz der sich ausbreitenden Corona-Pandemie eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen.

+++ 01:49 Corona-Krise: USA verlängern Kreuzfahrt-Verbot +++

Angesichts der erneuten Corona-Eskalation in den Vereinigten Staaten bleiben Kreuzfahrten von US-Häfen aus noch länger tabu. Die Gesundheitsbehörde CDC verlängert ihre "No Sail Order" bis Ende September. Als Grund gibt die Behörde die beispiellose Art der Covid-19-Pandemie und das hohe Risiko von Virusausbrüchen auf Kreuzfahrten an. Die Branche war durch massenhafte Infektionen an Bord einiger Schiffe schon früh negativ in die Schlagzeilen geraten. Der Verband CLIA, in dem alle großen Anbieter vertreten sind, hatte im Juni angekündigt, dass die Branche ihre pandemiebedingte Auszeit freiwillig bis Mitte September verlängert.

+++ 00:59 Brasilien verzeichnet mehr als zwei Millionen Infektionen +++

Brasilien hat in der Coronavirus-Pandemie die Schwelle von zwei Millionen Infektionen mit dem neuartigen Virus überschritten. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, wurden binnen 24 Stunden mehr als 45.400 Neuinfektionen registriert, die Zahl der Toten sei um 1322 gestiegen. Insgesamt starben den Angaben zufolge mindestens 76.688 Menschen im größten Staat Lateinamerikas.

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+++ 00:32 USA wollen unnötige Covid-19-Tests einschränken +++

Die USA bereiten einem Vertreter des Gesundheitsministeriums zufolge Leitlinien vor, um die Zahl von unnötigen Covid-19-Tests zu reduzieren. Zwar seien die Einzelheiten noch nicht festgelegt, sagt Brett Giroir. Denkbar sei jedoch etwa, dass wer eine Quarantäne zu Hause absolviert habe, dann ohne neuen Test zur Arbeit oder Schule zurückkehren könne. Der Verzicht auf solche Untersuchungen könne die Wartezeit für die Ergebnisse der wirklich notwendigen Tests verringern. Die neuen Richtlinien seien nicht die Folge mangelnder Testkapazitäten, sagt Giroir.

+++ 23:57 Corona-Boom bei Netflix ebbt ab +++

Bei Netflix lässt der Corona-bedingte Kundenansturm nach. Der Online-Videodienst hat mit seinem Ausblick zu Neukunden im laufenden Quartal die Anleger enttäuscht. Er gab zwar für das abgelaufene zweite Quartal einen Anstieg von 10,1 Millionen Kunden bekannt. Durch die Coronavirus-Epidemie habe es "ein riesiges Wachstum im ersten Halbjahr" gegeben, erklärte der US-Konzern in einem Brief an Aktionäre. Allerdings dürfte es in der zweiten Jahreshälfte entsprechend ein niedrigeres Wachstum geben. Weltweit erwartet Netflix daher für das laufende dritte Quartal 2,5 Millionen Neukunden.

+++ 23:15 Kanada gibt Milliarden-Hilfen für sicheren Neustart +++

Die kanadische Regierung will 19 Milliarden kanadische Dollar (mehr als 12,2 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen, um der heimischen Wirtschaft nach monatelangem Stillstand zu einem sicheren Neustart zu verhelfen. In den Fokus der Hilfen für die 13 kanadischen Provinzen und Territorien stellt Ministerpräsident Justin Trudeau, das Risiko einer zweiten Pandemie-Welle zu minimieren. So sollen die Mittel nicht zuletzt für die Bereitstellung von Schutzausrüstungen und die Nachverfolgung von Ansteckungsketten eingesetzt werden. Doch auch allgemeine Kosten im Zusammenhang mit dem Wiederhochfahren der Wirtschaft sollen in den kommenden sechs bis acht Monaten aus den Mitteln finanziert werden.

+++ 22:25 Grenzen der USA zu Mexiko und Kanada bleiben weiteren Monat geschlossen +++

Wegen der Coronavirus-Pandemie riegeln die USA ihre Grenzen zu Mexiko und Kanada mindestens vier weitere Wochen ab. Die Grenzschließungen seien bis zum 20. August verlängert worden, teilte das Heimatschutzministerium mit. Minister Chad Wolf verwies auf den "Erfolg" der seit Monaten bestehenden Reisebeschränkungen und die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern Mexiko und Kanada. Dadurch sei es gelungen, die Ausbreitung des Virus durch den Reiseverkehr zu begrenzen, erklärte Wolf. Die Maßnahmen sehen ein Verbot für nicht zwingend erforderliche Reisen vor, der Warenverkehr ist davon ausgenommen.

+++ 22:06 Krankschreibung per Video wird erlaubt +++

Künftig können sich Patienten per Videosprechstunde vom Arzt krankschreiben lassen. Die Corona-Krise könnte dieser digitalen Methode zusätzlich Auftrieb geben. Voraussetzung für die Krankschreibung per Video ist, dass der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss von Spitzenvertretern der Ärzte, Krankenkassen und Krankenhäuser, wie das Gremium in Berlin mitteilte. Ein Anspruch der Versicherten auf Krankschreibung per Videosprechstunde besteht jedoch nicht. Die neue Möglichkeit wurde unabhängig von der Corona-Pandemie geschaffen, wie der Ausschuss betonte. Die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit per Video ist auf einen Zeitraum von sieben Kalendertagen begrenzt.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier lesen.