Panorama

Auseinandersetzung unter Insassen25 Häftlinge sterben bei Gefängniskampf

17.10.2016, 07:51 Uhr
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Überfüllte Gefängnisse führen in Brasilien immer wieder zu großer Gewalt. (Foto: picture alliance / dpa)

Bei äußerst brutalen Kämpfen sterben in einem brasilianischen Gefängnis Dutzende Insassen - mehrere werden enthauptet oder verbrannt. Fast 100 Angehörige werden von den rivalisierenden Gruppen außerdem als Geiseln genommen.

Im brasilianischem Boa Vista ist es in einem Gefängnis zu schweren Auseinandersetzungen gekommen, bei denen mindestens 25 Menschen auf brutale Weise getötet worden sind. Sieben der Toten wurden enthauptet und sechs weitere bei lebendigem Leib verbrannt, wie die Nachrichtenseite G1 unter Berufung auf die lokale Polizeibehörde berichtete. Demnach begannen die Kämpfe am Sonntagnachmittag, als mit Messern und Knüppeln bewaffnete Insassen eines Blocks in einen anderen Trakt des Gefängnisses Monte Cristo einbrachen.

Außerdem seien rund hundert Angehörige von Insassen, die gerade zu Besuch in der Haftanstalt waren, vorübergehend als Geiseln genommen worden, hieß es. Unter den Geiseln sollen hauptsächlich Frauen gewesen sein. Die Aufständischen hätten gefordert, dass ein Richter ihre Forderungen hören sollte. Doch Eliteeinheiten der Polizei stürmten das Gefängnis, befreiten die Geiseln und erlangten bis zum Abend die Kontrolle zurück.

Die Ausschreitungen in der Haftanstalt in der Stadt Boa Vista im nordbrasilianischen Amazonas-Gebiet hatten dem Bericht zufolge während der Besuchszeiten am Nachmittag begonnen. Brasilien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl von Gefängnisinsassen weltweit. Die Haftanstalten sind meist überfüllt, die Zustände schlecht. Wegen der Bedingungen ist es in der Vergangenheit schon mehrfach zu Ausschreitungen gekommen.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP/dpa

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