Panorama

Warten auf Lebensmittel 31 Tote bei Massenpanik in Nigeria

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In Port Harcourt ereignete sich das Unglück.

(Foto: imago images / Bo van Wyk)

Bereits am Vortag sollen sich die Ersten zur Verteilung von Lebensmittelspenden am ausgewiesenen Ort in der nigerianischen Stadt Port Harcourt eingefunden haben. Als die Ausgabe beginnt, kommt es zur Panik. Am Ende sind Dutzende Menschen tot.

Bei einem Gedränge während der Ausgabe von Lebensmitteln im Süden Nigerias sind mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich bei der Hilfsaktion einer Kirchengemeinde auf einem Sportplatz in der Stadt Port Harcourt, wie die Polizei mitteilte. Die Menge sei "unkontrollierbar" geworden und in der Folge seien 31 Menschen gestorben. Die Polizei leitete strafrechtliche Ermittlungen zu dem Vorfall ein.

Auf einem Platz des Polo-Clubs von Port Harcourt waren am Morgen Essen und andere Hilfsgüter an Bedürftige verteilt worden. Die Hilfsaktion einer örtlichen Kirchengemeinde in der südnigerianischen Stadt habe riesige Menschenmassen angelockt, erklärte die Polizei. "Leider wurde die Menge ungestüm und unkontrollierbar und alle Bemühungen der Organisatoren, sie zur Vernunft zu bringen, scheiterten."

Das westafrikanische Nigeria ist für die Versorgung seiner Bevölkerung unter anderem auf den Import von Getreide aus Russland und der Ukraine angewiesen. Derzeit ist die weltweite Versorgung mit Getreide gefährdet, da die russische Marine ukrainische Häfen für die Ausfuhr blockiert und der Westen Sanktionen gegen Moskau verhängt hat.

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Hilfsorganisationen warnen angesichts der Kriegsfolgen vor einer weiteren Verschlechterung der Versorgungslage insbesondere in Afrika. Laut einem Bericht, den die Weltbank kürzlich veröffentlicht hatte, leben in Nigeria bereits vier von zehn Menschen unterhalb der nationalen Armutsgrenze.

In den vergangenen Jahren hatten sich in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas bereits mehrere tödliche Unfälle bei der Verteilung von Lebensmitteln ereignet. Im nördlichen Bundesstaat Borno wurden 2021 sieben Frauen in einem Gedränge zu Tode getrampelt.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP

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