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39 Tote, über 150 VerletzteWas passierte beim katastrophalen Zugunglück von Iryo 6189?

19.01.2026, 10:35 Uhr
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In Spanien kommt es am Sonntagabend zu einem tödlichen Zugunglück. Mehrere Dutzend Menschen sterben bei dem Vorfall. Doch zur Ursache tappen die Ermittler bisher im Dunkeln. Was bisher bekannt ist.

Wie viele Opfer gibt es?

  • Bei dem Zugunglück im Süden Spaniens sind mindestens 39 Menschen ums Leben kommen.

  • Allerdings: "Die Zahl der Todesopfer ist noch nicht endgültig", erklärte der spanische Verkehrsminister auf X.

  • Mehr als 152 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt. Darunter befinden sich 48 Personen, die im Krankenhaus behandelt werden. 13 Personen liegen laut "El Pais" auf der Intensivstation. Bei vier der Verletzten handelt es sich um Minderjährige.

  • "Das Ausmaß der Zerstörung war groß. Chaos, offene Brüche", erklärte Feuerwehrleiter Paco Carmona.

Wo ereignete sich das Zugunglück?

  • Der tödliche Vorfall passierte nahe der Gemeinde Adamuz bei Córdoba im Süden Spaniens.

  • Einer der involvierten Züge verkehrte von Malaga in Richtung Madrid. Der entgegenkommende Zug fuhr aus der spanischen Hauptstadt in Richtung Huelva.

Wie kam es zu dem verheerenden Vorfall?

  • Gegen 19.40 Uhr entgleiste am Sonntag der Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia, der mit rund 200 Kilometern pro Stunde verkehrte.

  • Dabei geriet der Zug in das benachbarte Gleis, wie die Bahngesellschaft Renfe mitteilte.

  • Zu diesem Zeitpunkt fuhr dort ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe vorbei und wurde vom anderen Fahrzeug aus den Schienen geworfen.

  • Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, der in Madrid gestartete Renfe-Zug fuhr mit 184 Passagieren nach Huelva.

Warum entgleiste der Hochgeschwindigkeitszug?

  • Zur Ursache des Unglücks gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Die hinteren Waggons des Zuges des Betreibers Iryo seien auf einem geraden und erst kürzlich renovierten Streckenabschnitt entgleist, erklärte Verkehrsminister Puente.

  • Der entgleiste Zug sei "praktisch neu" gewesen, so der Minister. Der Unfall sei daher "extrem seltsam". Laut dem Zugbetreiber ist der Zug erst seit 2022 in Betrieb.

  • Der italienische Zugbetreiber erklärte laut "El Pais", dass die letzte Inspektion am Zug erst vor vier Tagen stattgefunden hat.

  • Der Betreiber des nationalen Eisenbahnnetzes Renfe äußerte sich in einer ersten Erklärung zurückhaltend: "Es ist ein Unfall unter seltsamen Umständen." Die Untersuchung des Unfalls werde mehrere Tage in Anspruch nehmen.

  • Eine zu hohe Geschwindigkeit schloss Renfe aus. Auf der Strecke waren Geschwindigkeiten bis 250 Kilometer pro Stunde zugelassen. Beide Züge fuhren nur rund 200 Kilometer pro Stunde auf der völlig geraden Strecke.

  • Auch menschliches Versagen hält der Renfe-Präsident Álvaro Fernández Heredia für nahezu ausgeschlossen. "Es handelt sich um eine Strecke, die mit einem LZB-Sicherheitssystem ausgestattet ist, das menschliches Versagen verhindert. Daher muss es sich um eine Art Fehler im Rollmaterial oder in der Infrastruktur gehandelt haben."

Was sind die weiteren Folgen des Zugunglücks?

  • Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien ist unterbrochen.

  • Beide Züge seien "völlig zerstört", so der Renfe-Chef. Die Aufräumarbeiten werde über mehrere Tage andauern.

  • Der Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Strecke sei für mindestens vier Tage eingeschränkt.

Quelle: ntv.de, lme/dpa/rts

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