Panorama

Zwangsislamisierung in London? 5-jährige Christin von Pflegeeltern verstört

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Im Stadtteil Tower Hamlets sind ein Drittel der Bewohner Muslime.

(Foto: imago/Ralph Peters)

Ein kleines Mädchen aus England kommt zu Pflegeeltern. Diese sind streng muslimisch. Sie verbieten der Fünfjährigen Schweinefleisch zu essen, nehmen dem Kind ihre Kette mit einem Kreuz-Anhänger ab und zwingen es Arabisch zu sprechen.

Darf ein britisches Kind mit christlichem Hintergrund in eine streng muslimische Pflegefamilie gegeben werden? Ein Bericht der "Times" über ein fünfjähriges Mädchen in London schlägt derzeit große Wellen im Vereinigten Königreich.

Den Recherchen zufolge wurde das Kind für mehrere Monate in zwei verschiedenen, streng muslimischen Familien im östlichen Londoner Bezirk Tower Hamlets untergebracht. In beiden Fällen sollen die weiblichen Bezugspersonen Vollverschleierung getragen haben.

Dem Bericht zufolge nahmen die Pflegeeltern dem Mädchen zunächst eine Kette mit einem Kreuz-Anhänger ab. Zudem wurde dem christlich erzogenen Kind sein Lieblingsessen verboten, da es Schweinefleisch enthält. Außerdem sollen die Pflegeeltern das Kind gezwungen haben, wie der Rest der Familie Arabisch zu reden, obwohl die Muttersprache der Fünfjährigen Englisch ist. Die Pflegemutter ist den Angaben zufolge der Ansicht, die christlichen Feste Weihnachten und Ostern seien dumm und europäische Frauen seien durchweg Alkoholikerinnen - diese Ansichten wurden auch dem Mädchen eingeimpft.

Fall wird untersucht

Die "Times" berief sich auf vertrauliche Dokumente der örtlichen Behörde. Die Bezirksverwaltung von Tower Hamlets gab an, keine Angaben zu Details machen zu dürfen, betonte aber, das Kind sei bei englischsprachigen Pflegeltern mit gemischter Herkunft untergebracht worden. Der Bericht enthalte Fehler, erklärte die Behörde, ohne diese zu benennen.

Besorgt hatte sich die Kinderrechtsbeauftragte für England, Anne Longfield, gezeigt: "Der religiöse, ethnische und kulturelle Hintergrund eines Kindes sollte berücksichtigt werden", sagte sie einer Mitteilung zufolge.

Ein Gericht entschied inzwischen, das Mädchen solle bei seiner Großmutter leben und ordnete eine Untersuchung des Falls an, wie die "Times" berichtete. Die Bezirksverwaltung von Tower Hamlets begrüße die Entscheidung, sagte ein Sprecher.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa

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