Panorama

Seltener Moment des Miteinanders Abends klatscht Deutschland Helfern Beifall

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Auch für heute Abend ruft das das Netz wieder zum Beifall auf.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Danksagung für den unermüdlichen Corona-Einsatz der Helfer: Um 21 Uhr klatschen derzeit deutschlandweit Bürger für Ärzte und Pfleger. Der Balkon-Beifall orientiert sich an ähnlichen Aktionen in Italien und Spanien - und soll heute Abend wieder für Momente des Miteinanders sorgen.

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Über 13.000 Infizierte, verunsicherte Patienten, unzählige Nachtschichten und Überstunden: Deutschlands Ärzte und Krankenpfleger schuften, damit die Corona-Pandemie hierzulande eingedämmt und irgendwie besiegt werden kann. Nun klatscht es von allen Seiten Applaus für die Helfer – im wahrsten Sinne des Wortes.

Beifall von Balkonen und offenen Fenstern, Jubelrufe: Unter anderem in Berlin, Bremen, Hamburg, Köln und Leipzig beklatschen viele Menschen die Helfer in der Corona-Krise. Teilweise werden das Klatschen und die Schreie auch von Trommeln, Pfiffen, Hupen und Musik begleitet. Auch Wunderkerzen werden angezündet und Feuerwerkskörper erleuchten den nächtlichen Himmel. Die Menschen wollen sich mit der Aktion bei Ärzten und Pflegern bedanken und sich mit Menschen in Not solidarisieren.

Der Aufruf zum Beifall wurde über die sozialen Netzwerke verbreitet. "Nun heißt es Zusammenhalt und Anerkennung zeigen!", hieß es dort. "Kommt heute Abend alle an eure Fenster und auf eure Balkone und applaudiert für die Menschen, die derzeit immer noch für uns und die Gesellschaft arbeiten." Vorbild für die Aktion sind ähnliche Beifallsbekundungen in Italien, Spanien und Griechenland. Auch in Österreich, Frankreich und den Niederlanden kam es nun zum Balkon-Beifall.

Momente des Miteinanders

Auch für heute Abend ruft das das Netz wieder zum Beifall auf. Auf Facebook gibt es viele Events mit dem Namen "Klatschen gegen Corona". "Gemeinsam stark sein!", steht darin geschrieben. "Ob aus dem Fenster, von Eurem Balkon oder aus Eurem Garten... macht mit!" Die Klatscher wollen ihre Solidarität auch nicht nur auf die Helfer in der Corona-Krise beschränken und fügen an: "Gemeinsam sind wir stark für alle diejenigen, die diese Stärke momentan benötigen."

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Deutschland rückt mit dieser Solidaritätsaktion zusammen. "Um 21 Uhr habe ich gehört, dass draußen irgendein Lärm entsteht und irgendwas gerufen wird", beschreibt Sümeyra Yildirim, Lehrerin aus Berlin, das gestrige Erlebnis ntv.de. "Ich bin dann auf meinen Balkon gegangen und habe gesehen, dass auf vielen Balkonen des Nachbarhauses Leute standen, die laut geklatscht und gejubelt haben." Nachbarn nutzen die Aktion, um sich am Fenster oder auf den Balkonen auszutauschen, rufen sich Durchhalteparolen zu oder grüßen sich mit leuchtenden Handys über die Straße.

Momente des Miteinanders in Zeiten von "Social Distancing", der Homeoffice-Arbeit und der Isolation. "Es war schön, weil man da ein Gemeinsamkeitsgefühl bekam, ein aufmunterndes Gefühl in dieser schwierigen Situation", sagt Yildirim. "Man bekommt da einen positiven Kick und merkt, dass man nicht alleine ist, sondern dass überall Menschen sind, denen es genauso geht wie einem selbst."

Quelle: ntv.de