Panorama

Zweiter Anschlag in drei Tagen Acht Tote bei Bombenanschlag in Kabul

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Wer für den Anschlag mit acht Toten verantwortlich ist, war zunächst unklar.

(Foto: AP)

Afghanistan wird erneut von einer Terrorwelle erschüttert. In der Hauptstadt Kabul tötet eine Bombe mindestens acht Menschen, viele weitere werden verletzt. Erst am Freitag sterben bei einer Explosion im Osten des Landes 15 Kinder. Ob die Taliban dahinter stecken, ist unklar.

Bei einem mutmaßlichen Bombenschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Innenministeriums gibt es mindestens 15 Verletzte, darunter auch ein Abgeordneter des afghanischen Parlaments. Ministeriumssprecher Tarik Arian sprach von einem "terroristischen" Angriff. Der genaue Hergang und die Hintergründe waren zunächst unklar. Das Innenministerium hatte erst am Samstag die militant-islamistischen Taliban für den Tod von annähernd 500 Zivilisten in den vergangenen drei Monaten verantwortlich gemacht. Insgesamt hätten die Milizen seit Mitte September 35 Selbstmordanschläge verübt und mehr als 500 Bomben gezündet. Die Taliban wiesen den Bericht als "Propaganda" zurück.

Am Freitag wurden im Osten Afghanistans durch eine Bombenexplosion mindestens 15 Kinder getötet. Ein mit Sprengstoff beladenes Motorrad explodierte nach Angaben örtlicher Behörden nahe einer religiösen Zeremonie in einem Dorf im Bezirk Gilan in der Provinz Ghasni im Osten des Landes. Dort kommt es regelmäßig zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den radikalislamischen Taliban. Die Kinder hatten sich in einem Privathaus versammelt, um Koran-Verse zu rezitieren. Nach Polizeiangaben wurden 20 weitere Menschen verletzt, darunter ebenfalls Kinder. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Am Samstag wurde ein wichtiger US-Luftwaffenstützpunkt nördlich von Kabul mit fünf Raketen angegriffen. Ersten Berichten zufolge gab es keine Verletzten, auch der Stützpunkt sei nicht beschädigt worden. Auch hier bekannte sich niemand zu dem Angriff, die radikalislamischen Taliban bestritten jegliche Beteiligung an der Attacke.

Im Golfstaat Katar laufen seit dem 12. September sogenannte Friedensgespräche zwischen afghanischer Regierung und Taliban. Zuletzt hatten beide Seiten Fortschritte gemeldet. Trotzdem geht der Konflikt brutal weiter. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban ab. Nach dreiwöchiger Pause sollen die Gespräche am 5. Januar wieder aufgenommen werden. Ende Februar hatten die Taliban ein Abkommen mit den USA unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan vorsieht. Die Friedensverhandlungen sind das wichtigste Zugeständnis, das die USA den Taliban abringen konnten. Im Gegenzug verpflichteten sich die Islamisten, Verbindungen zu anderen Terroristen zu beenden.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa/AFP

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