Panorama

Acht Schüler und ein Lehrer totAchtklässler erschießt neun Menschen an Schule in der Türkei

15.04.2026, 13:52 Uhr
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In der Türkei kommt es erneut zu einer schweren Gewalttat an einer Schule. Ein Junge schießt wahllos um sich - und tötet mehrere Kinder und einen Lehrer. Es ist der zweite Vorfall in kurzer Zeit.

Nach dem Schusswaffenangriff in einer Schule in der Türkei ist die Zahl der Todesopfer auf neun gestiegen. Acht Schüler und ein Lehrer seien tot, teilte der türkische Innenminister Mustafa Ciftci mit. Zudem seien 13 Menschen verletzt worden. Ein Schüler hatte am Morgen in der Schule in Kahramanmaras, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden des Landes, wahllos um sich geschossen - und sich nach der Tat selbst getötet.

Nach der Tat sprach der Gouverneur der Provinz, Mükerrem Ünlüer, zunächst von mindestens vier Todesopfern. Der Angreifer, ein 13- oder 14-jähriger Achtklässler, habe mehrere Schusswaffen im Rucksack mit in die Schule gebracht, erklärte Ünlüer. Es werde davon ausgegangen, dass die Waffen dem Vater des Täters gehörten, einem ehemaligen Polizisten.

Zeugen sprachen gegenüber örtlichen Medien von zahlreichen Schüssen. Von der Nachrichtenagentur IHA verbreitete Aufnahmen zeigten, wie ein zugedeckter Körper in einem Krankenwagen weggebracht wurde, an der Schule waren weinende Eltern zu sehen. Vor dem Gebäude standen mehrere Krankenwagen bereit.

16 Verletzte bei Schüssen am Dienstag

Erst am Dienstag hatte ein junger Mann an seiner ehemaligen Schule in der südöstlichen Provinz Sanliurfa mit einer Schusswaffe 16 Menschen verletzt und anschließend Suizid begangen. Bei den Verletzten handelte es sich nach Angaben des Innenministeriums um zehn Schüler, vier Lehrer, einen Polizisten und einen Kantinenmitarbeiter.

Derartige Schusswaffenangriffe kommen in der Türkei relativ selten vor. Im Mai 2023 hatte ein verwiesener Schüler an seiner früheren Schule den 74-jährigen Direktor erschossen. Nach seiner Flucht wurde der Angreifer festgenommen. Die Gewalttat löste landesweit Diskussionen aus. Tausende Lehrer demonstrierten in Istanbul für bessere Sicherheitsvorkehrungen an Schulen.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Deutschlandweites Info-Telefon Depression, kostenfrei: 0800 33 44 5 33
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der Deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

In der Türkei gelten strenge Waffengesetze. Der Besitz einer Schusswaffe erfordert eine Registrierung und einen Waffenschein inklusive eines Nachweises der psychologischen Eignung sowie eine Überprüfung auf mögliche Vorstrafen.

Auf illegalen Waffenbesitz stehen strenge Strafen. Laut den Schätzungen einer türkischen Stiftung sind in der Türkei allerdings dennoch zahlreiche Schusswaffen im Umlauf, die meisten davon illegal.

Quelle: ntv.de, rog/uzh/dpa/AFP

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