Panorama

Traumstart in den Winter Adventswochenende bringt ersten Schnee

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Besonders im Südwesten und Süden sind ein paar Zentimeter Schnee möglich.

(Foto: imago/Westend61)

Wer am Wochenende auf den Weihnachtsmarkt geht, muss sich warm anziehen - pünktlich zum Winterbeginn sinken die Temperaturen. Der Frühwinter zeigt sich aber von seiner schönsten Seite, verrät n-tv Meteorologe Björn Alexander im Interview.

n-tv.de: Müssen wir uns am ersten Adventswochenende mit Glühwein und Punsch wärmen oder bleibt es eher mild?

Björn Alexander: Die Werte laden definitiv zu heißeren Getränken ein. Denn kalte Polarluft bestimmt bei uns die kommenden Tage. Das bedeutet: Höchstwerte im einstelligen Bereich und nachts wird es verbreitet frostig kalt. Ziemlich passend also zum ersten Advent und zum meteorologischen Winterbeginn am Sonntag, den 1. Dezember. 

Gibt es auch Chancen auf Schnee?

Besonders im Südwesten und Süden sind im Bergland am Sonntag einige Zentimeter Schnee möglich. Ganz vorne dürfte der Feldberg im Schwarzwald mit bis zu zehn Zentimetern Neuschnee rangieren. Doch auch ohne Schnee für die Winterfreunde gibt es durchaus gute Nachrichten fürs Wochenende. Denn nach den zuletzt oft grauen und immer wieder nassen Zeiten erleben wir endlich mal wieder die Sonne - bevorzugt am Samstag. Kurzum: Der nahende Frühwinter hat definitiv seine schönen Seiten. 

Wie lange bleibt uns der Frühwinter erhalten?

In der nächsten Woche wird es im Norden sowie auf den Bergen im Süden mit Föhneinfluss spürbar milder. Im großen Rest geht es aber kühl weiter. Nachts nach wie vor mit Frost oder Bodenfrost und tagsüber mit Werten im einstelligen Bereich.  

Kürzlich wurde im Internet in einer Schlagzeile schon mal die "Russenpeitsche" ausgepackt. Was ist da dran?

Björn Alexander

Björn Alexander

Vorerst einmal gar nichts. Denn die Kaltluft aus Sibirien bleibt dort, wo sie gerade ist. Außerdem findet diese extreme Kaltluft aus Zentralsibirien sowieso niemals ihren Weg bis zu uns. Zumindest ist das in den letzten Jahrzehnten nicht passiert. 

Wie kalt ist es denn im Herzen Sibiriens?

Für die Jahreszeit - also so früh im Winter - absolut außergewöhnlich eisig. Hier lagen die Tiefstwerte in dieser Woche stellenweise bei unglaublichen minus 54 Grad. Und auch aktuell sind es zum Teil Werte um die minus 48 Grad.  

Sind solche Werte denn bei uns auch nur annähernd möglich?

Der offizielle Kälterekord in Deutschland liegt bei minus 37,8 Grad aus dem Februar 1929 in Hüll/Wolnzach in Oberbayern. Inoffiziell gibt es sogar eine noch kältere Wetterstation. Nämlich am Funtensee im Süden Bayerns. Ein im Winter unzugängliches Hochtal, in dem sich die Kaltluft über längere Zeit ansammeln kann und es so im Dezember 2001 auf einen Tiefstwert von minus 45,9 Grad brachte.  

Vom Eisgeflüster zurück zu unserem Wochenende: Wie sind denn die Details?

Nach einer meist frostigen und teils glatten Nacht stellt sich am Samstag oft freundliches bis sonniges Frühwinter-Wetter ein. Etwas Schnee könnte noch im Harz in Richtung Erzgebirge sowie an den Alpen fallen.  

Wie viel?

Aus heutiger Sicht dürfte es Samstag (nach rund zehn Zentimetern in den Alpen über Nacht) nicht viel mehr als ein bis zwei Zentimeter geben. Örtliche und kurze Schauer sind auch von der Nordsee nicht auszuschließen. Im großen Rest bleibt es aber trocken. Das Ganze bei Tageshöchstwerten zwischen 0 Grad auf den östlichen Mittelgebirgen und 7 Grad am Oberrhein und im Nordwesten. 

Wie kalt wird die folgende Nacht?

An der Nordsee liegen die Tiefstwerte um die 4 Grad. Ansonsten sind es meistens zwischen plus 2 und minus 8 Grad im Erzgebirge und am Bayerischen Wald. Und wenn man den konkurrenzlosen Funtensee mit dazu nimmt, dann geht die Spanne sogar bis auf minus 15 Grad runter. 

Was bringt uns der erste Advent?

Insgesamt mehr Wolken und vor allem über den Süden unseres Landes zieht nach der kalten Nacht ein Niederschlagsgebiet. Zunächst können diese Niederschläge bis in tiefe Lagen als Schnee fallen. Oberhalb von 200 bis 400 Metern dürften teilweise auch mal ein paar Zentimeter liegen bleiben.  

Um welche Gebiete handelt es sich?

Betroffen sind das Saarland und Rheinland-Pfalz sowie Baden-Württemberg und vielleicht noch die direkt angrenzenden Regionen. Am meisten Schnee bekommt der Hochschwarzwald mit teils winterlichen Straßenverhältnissen. Gleichzeitig mischt sich aber auch mildere Luft unter, sodass vorübergehend auch Glatteis nicht auszuschließen ist. 

Wie verläuft der Sonntag für alle anderen?

Überwiegend trocken, aber die Sonne hat es nebst dichterer Wolken und zäherem Nebel deutlich schwerer durchzukommen. Die Temperaturen: nochmals kälter bei minus 1 bis plus 4 Grad. Lediglich an der Nordsee sind bis zu plus 6 Grad drin. 

Und am Montag?

Bleibt es im Westen trocken. Im großen Rest ist es wechselhafter mit etwas Schnee oder Schneeregen. Auch Behinderungen im Berufsverkehr sind bei frostigen Frühwerten nicht auszuschließen. Jedoch ist die Lage noch mit Unsicherheiten verbunden, sodass sich die Pendler unter uns am Sonntag am besten nochmals informieren. 

Welche Temperaturen bringt uns der Montag?

Minus 1 Grad am Alpenrand und plus 7 Grad an der Nordsee. Und auch anschließend geht es oft mit einer ähnlichen Spanne bei den Höchstwerten weiter. Am mildesten ist es bei den Nordlichtern und auf den Bergen im Süden. Die Nächte zeigen sich nach wie vor verbreitet frostig. Besonders in der Mitte und im Süden.  

Gibt es schon Trends für den zweiten Advent?

Die Trends bewerten die Wettercomputer natürlich noch recht unterschiedlich. Allerdings könnten die Winterfreunde nochmals auf ihre Kosten kommen. Denn zumindest das europäische Wettermodell bastelt schon mal am nächsten Polarluft-Vorstoß mit Schnee.

Quelle: ntv.de