Transportfehler in ItalienÄrzte haben keine Hoffnung mehr für herzkranken Zweijährigen

Das Schicksal eines kleinen Jungen aus Neapel bewegt eine gesamte Nation. Nach einer fehlgeschlagenen Herztransplantation wartet seine Familie eigentlich auf ein neues Spenderorgan. Doch nun fassen Ärzte aus ganz Italien einen traurigen Entschluss.
Für ein kleines italienisches Kind besteht nach einer misslungenen Verpflanzung eines Spenderherzens infolge eines Transportfehlers praktisch keine Chance mehr. Ein Ärztegremium aus verschiedenen Kliniken kam in Neapel zu der Einschätzung, dass eine nochmalige Operation des Zweijährigen aus medizinischer Sicht keinen Sinn mehr habe. Das Kind liegt seit fast zwei Monaten in der süditalienischen Großstadt auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Beim Transport war das Ersatzorgan falsch gekühlt worden.
Das Schicksal des kleinen Jungen beschäftigt ganz Italien. In den vergangenen Tagen gab es von Ärzten unterschiedliche Einschätzungen, ob er noch einmal operiert werden kann. Deshalb reisten Herz-Chirurgen vier verschiedener Kliniken nach Neapel. Nach ihrem Besuch am Krankenbett wurde eine Mitteilung veröffentlicht. Darin heißt es: "Auf der Grundlage der letzten Untersuchungen wird festgestellt, dass der Zustand des Kindes nicht mit einer neuen Transplantation vereinbar ist." Die Eltern seien informiert worden.
Der Junge leidet seit seiner Geburt an einem schweren Herzfehler. Kurz vor Weihnachten wurde nach langem Warten ein Spenderherz gefunden. Beim Transport wurde das Ersatzorgan jedoch nicht wie üblich in herkömmlichem Eis transportiert, sondern kam mit deutlich kälterem Trockeneis in Kontakt. Dadurch sei es "buchstäblich erfroren", heißt es. Trotzdem wurde das Herz transplantiert. Seither wird der Junge von einer Maschine am Leben gehalten. Inzwischen wird gegen sechs Ärzte und Sanitäter ermittelt.