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Amis mexikanischer als gedacht Airline landet Internet-Hit mit DNA-Rabatt

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Aeromexico will fremdenfeindliche US-Amerikaner aufklären.

picture alliance / ISA??AS HERN?

Spätestens seit Trumps Mauerbauplänen herrscht in den USA eine anti-mexikanische Stimmung. Die Fluggesellschaft Aeromexico will für Aufklärung sorgen und bietet einen Rabatt in Höhe des Anteils mexikanischer Abstammung bei US-Amerikanern - und der ist erstaunlich hoch.

Mexiko ist mehr als nur Tequila, Burritos und unliebsame Einwanderer: Die mexikanische Fluggesellschaft Aeromexico hat die Vorurteile von US-Bürgern gegen ihr südliches Nachbarland für einen entlarvenden Werbespot genutzt. Angesichts der durch die aktuelle US-Einwanderungspolitik angeheizten anti-mexikanischen Stimmung in den USA vor allem an der Grenze fragt die Fluggesellschaft in ihrem Spot mehrere Texaner nach ihrer Bereitschaft, ins Nachbarland zu reisen. Die Antwort lautet einhellig: auf keinen Fall.

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"Mexikos erstes Reiseziel ist Amerika, aber Amerikas erstes Reiseziel ist nicht Mexiko", heißt es in dem Spot, bevor mehrere US-Bürger gefragt werden: "Würden Sie erwägen, nach Mexiko zu reisen?" Eine Frau antwortet darauf: "Nie im Leben." Ein Mann mit Cowboy-Hut sagt: "Lassen Sie mich hier in Ruhe und die auf der anderen Seite der Grenze."

Dann wird den Befragten ein DNA-Test angeboten, der zutage fördert, dass sie allesamt zu einem gewissen Anteil mexikanischer Abstammung sind - was in Texas wenig verwunderlich ist, weil der Bundesstaat bis 1836 zu Mexiko gehörte. Zunächst reagieren die Betroffenen angesichts der Neuigkeit unangenehm überrascht und ablehnend. "Das ist Quatsch", reagiert eine der Testpersonen ungläubig.

Erst als ihnen ein Rabatt auf eine Flugreise nach Mexiko in Höhe des prozentualen Anteils ihres mexikanischen Blutes angeboten wird, wendet sich das Blatt. Einer fragt, ob auch seine Frau von dem Rabatt profitieren dürfe. Eine Frau namens Betsy reagiert sichtlich enttäuscht, als ihr mitgeteilt wird, dass ihr "mexikanischer Anteil" bei lediglich drei Prozent liege.

Internet-Nutzer lobten die listige Werbekampagne. "Aeromexico hat den 'Troll des Monats-Preis' gewonnen. Kein Zweifel", kommentierte der Politologe Ian Bremmer. Ein Twitter-Nutzer schrieb: "Vielleicht werden sich ein paar fremdenfeindliche Amerikaner jetzt bewusst, dass ein relativ großer Prozentteil von ihnen von irgendwo anders stammt und dass es wirklich ziemlich wenige 'Amerikaner' gibt."

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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