Panorama

Protest gegen LNG-Terminal Aktivisten blockieren Nord-Ostsee-Kanal

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Die Polizei versuchte, die Demonstrierenden vom Terminal-Gelände fernzuhalten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel gehen Hunderte Menschen gegen den Bau eines Flüssiggasterminals auf die Straße. Nach einem zunächst friedlichen Auftakt kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Klimaaktivistinnen und -aktivisten haben im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel gegen den Bau eines Flüssiggasterminals (Liquified Natural Gas) protestiert. In mehreren Gruppen demonstrierten sie insbesondere gegen die Nutzung von Fracking-Gas und für mehr Anstrengungen im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe. Dabei wurden zeitweise Bahnstrecken blockiert, die zu dem Industriegelände ChemCoast Park führen, sowie am Nachmittag auch der Nord-Ostsee-Kanal.

Beteiligt waren unter anderem die Initiative Fridays for Future sowie die Organisation Ende Gelände. Unterstützt wurden die Proteste von der Grünen Jugend sowie von der Linkspartei. "Die Klimakrise ist längst Realität. Wer jetzt noch ein Fracking-Gas-Terminal plant, spielt mit dem Feuer. Gas ist ein Brandbeschleuniger der Klimakrise", sagte Ende-Gelände-Sprecherin Joli Schröter.

Bei den Aktionen ging es nach Angaben der Veranstalter auch um Solidarität mit den besonders betroffenen Menschen des globalen Südens, aber auch mit Menschen aus Abbaugebieten von Fracking-Gas. Nach einem zunächst friedlichen Start kam es gegen Mittag auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die mit einem großen Aufgebot vertreten war. Die Beamtinnen und Beamten versuchten, die Demonstrierenden vom Terminal-Gelände fernzuhalten. Nach deren Angaben wurde dabei auch Pfefferspray eingesetzt.

Am Nachmittag gelang es einer Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten nach eigenen Angaben, mit Kanus vorübergehend den Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal zum Erliegen zu bringen. Wie die Polizeidirektion Itzehoe am Abend mitteilte, wurde die Sperrung des Nord-Ostsee-Kanals gegen 18.30 Uhr wieder aufgehoben. Insgesamt seien vorübergehend "13 Kanus/Kajaks mit 15 Personen" auf dem Wasser gewesen. Wegen des Anfangsverdachts einer Nötigung seien strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Anreisestopp für Protestcamp

Die Teilnehmerzahl an den Protestaktionen war nach Angaben der Veranstalter auf 2000 begrenzt, da deren Überschreitung drohte, war am Freitagnachmittag ein Anreisestopp für das nahe Brunsbüttel errichtete Protestcamp verkündet worden.

Die Linkspartei nahm die Proteste zum Anlass, um einen besseren Schutz parlamentarischer Beobachterinnen und Beobachter von Demonstrationen einzufordern. Deren Status und ihre oft vermittelnde Rolle bei Konflikten seien zuletzt mehrfach missachtet worden.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte dabei auch eine vermehrte "strafrechtliche Verfolgung von demokratisch gewählten Mandatsträger*innen". An den Protesten in Brunsbüttel nahm der Linken-Abgeordnete Lorenz Gösta Beutin als Beobachter teil. Auch gegen ihn habe es bereits Strafverfahren in Verbindung mit Protesten gegen das Kohlekraftwerk Datteln IV gegeben, sagte Bartsch.

Quelle: ntv.de, can/hul/AFP

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