Panorama

Spott für Helm-Bilder Aktivisten reagieren auf Verkehrskampagne

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Mit diesen drastischen Bildern verspotten die Radaktivisten die Kampagne von Minister Scheuer.

(Foto: Radentscheid Stuttgart)

Nur mit Unterwäsche bekleidet für Fahrradhelme werben? Rad-Aktivisten aus Stuttgart zeigen Kunstblut, viel Haut und Helme. Damit nehmen sie eine Kampagne des Verkehrsministeriums aufs Korn.

Die Kampagne vom Verkehrsministerium mit dem Spruch "Looks like shit, but saves my life" (deutsch: Sieht scheiße aus, aber rettet mein Leben) hat viel Kritik bekommen. Auf den Plakaten räkeln sich Models im Bett und tragen Unterwäsche und einen Fahrradhelm. Verkehrsminister Andreas Scheuer verteidigte die Kampagne und sagte der ARD: "Ich bin sehr zufrieden mit der Kampagne und ich weiß, dass viele noch mit uns diskutieren wollen."

Eine Gruppe von Rad-Aktivisten hat jetzt ihren ganz eigenen Weg gefunden, auf die Plakate zu reagieren. Die Initiative Radentscheid Stuttgart veröffentlichte drei Bilder, auf denen Unfallopfer in Unterwäsche auf der Straße liegend gezeigt werden. Doch ihnen läuft Kunstblut über den Körper. "Looks like shit, but we still get hit" (Sieht scheiße aus, aber wir werden immer noch angefahren) steht daneben.

Gegen-Kampagne erfährt auch Kritik

Die Kampagne des Verkehrsministeriums war in Zusammenarbeit mit der Fernsehsendung "Germany's Next Topmodel" entstanden. Neben der Frage, ob ein Ministerium mit einem umstrittenen TV-Format eines Privatsenders zusammenarbeiten sollte, stellte sich die Initiative Radentscheid die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Kampagne, berichten die "Stuttgarter Nachrichten".

"Die Kampagne lenkt vom eigentlichen Problem ab", erklärt Benedikt Glitz von Radentscheid der Zeitung. "Helme schützen zwar Fahrradfahrer - aber wichtiger wäre es, in eine sichere Infrastruktur für Fahrradfahrer zu investieren. Wenn dich ein 40-Tonner erwischt, bringt ein Helm auch nichts." Die Bilder der Initiative sollen provozieren.

Für die Gegen-Kampagne der Rad-Aktivisten gibt es allerdings nicht nur Lob, sondern in sozialen Medien auch Kritik. "Wer es schafft, sich von einem parkenden Auto überfahren zu lassen, der hat's wohl auch verdient", schreibt ein Nutzer. Ein anderer meint: "Dann lieber hübsche Helmträgerinnen. Inhaltlich genauso daneben, aber hübsch."

Quelle: ntv.de, joh