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"Sandy" lässt den Pegel steigen Alarm in ältestem AKW der USA

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Oyster Creek ist ein Auslaufmodell.

ASSOCIATED PRESS

"Sandy" bereitet den Verantwortlichen in den Atomkraftwerken der US-Küste Bauchschmerzen. So gilt im ältesten Reaktor der USA, Oyster Creek, die zweite Alarmstufe. Ein steigender Pegel droht, die Wasserversorgung der Abklingbecken lahmzulegen. Zudem ist die interne Stromversorgung beeinträchtigt. Die Behörden beschwichtigen jedoch zunächst.

"Sandy" beschwört das Grauen von Fukushima wieder herauf: Der Monstersturm an der US-Ostküste betrifft nun auch das AKW Oyster Creek im US-Bundesstaat New Jersey. Dort hat ein Anstieg des Pegels im Kühlwasser-Reservoir Alarm ausgelöst.

Durch die Flutwellen und den heftigen Regen sei der Wasserspiegel des Meeres um rund 2 Meter und damit auch in dem Becken angestiegen, hieß es in der Erklärung der US-Atomaufsichtsbehörde NRC. "Es wird erwartet, dass der Pegel in den kommenden Stunden wieder zu sinken beginnt." Oyster Creek bezieht sein Kühlwasser aus einer nahegelegenen Lagune und liegt nur etwa zwei Kilometer von der Atlantikküste entfernt.

Löschwasser soll zur Not helfen

Die NRC beeilte sich festzustellen, dass eine Gefahr für die Sicherheit nicht bestanden habe. Alle Reaktoren seien in einem sicheren Zustand, Notfallausrüstung und Inspektoren der NRC seien vor Ort. Einige Teile der Anlage seien bereits vor "Sandy" abgeschaltet worden.

Um 19 Uhr Ortszeit wurde die niedrigste Alarmstufe, ein "ungewöhnliches Ereignis", ausgerufen, knapp zwei Stunden später wurde die Lage zu einem "Alarmzustand" hochgestuft - die zweite von vier Alarmstufen.

Steigt der Pegel allerdings wider Erwarten doch weiter, dann könnten die Wasserpumpen des Reaktors beeinträchtigt werden. Sie versorgen das Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente. Wenn diese ausfallen sollten, so der Notfallplan, werden die Wasservorräte für den Brandschutz in das Becken eingeleitet.

Weiterer Meiler wird abgeschaltet

Der Betreiber von Oyster Creek, Exelon, meldete einen weiteren Vorfall in der Anlage. So sei in der Schaltanlage der Strom ausgefallen. Ein Diesel-Generator versorge die Einheit nun stabil mit Energie. Der Kraftstoff reiche für zwei Wochen.

Oyster Creek ist das älteste Atomkraftwerk der USA.Es nahm im Dezember 1969 den Betrieb auf, gebaut wurde ab 1965. Oyster Creek produziert Strom für 600.000 Haushalte, das sind neun Prozent der Energie, die in New Jersey verbraucht wird. 2010 beschloss der Betreiber Exelon, die Anlage bis Ende 2019 stillzulegen.

Zur Abschaltung kam es auch in einem weiteren Akw an der US-Ostküste. Einer der Reaktoren in Indian Point wurde um 22.45 Uhr Ortszeit heruntergefahren. Als Begründung wurden von dem Btetreiber, Entergy, Probleme mit dem Stromnetz angegeben. Es bestehe weder für Angestellte noch für die Öffentlichkeit eine Gefahr.

Quelle: n-tv.de, jog

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