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Reinigungsmittel im Kinder-Essen Anfangsverdacht gegen Kita-Küchenhilfe

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In einer Leverkusener Kita hätte es zu Vergiftungen kommen können. Doch die Substanzen wurden rechtzeitig im Essen entdeckt (Symbolfoto).

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwei Mal werden in einer Leverkusener Kita Speisen mit giftigem Reinigungsmittel versetzt. Nun hat die Kölner Staatsanwaltschaft offenbar einen Anfangsverdacht gegen eine Mitarbeiterin der Tagesstätte.

Im Fall der belasteten Mahlzeiten in einer Leverkusener Kindertagesstätte geht der Kita-Träger von einer "mutwilligen Verunreinigung" aus. Die Ermittler haben auch eine verdächtige Person identifziert. Sie verdächtigen eine Mitarbeiterin aus der Betreuungseinrichtung, Reinigungsmittel unter die Mahlzeiten gemischt zu haben. "Es gibt einen vagen Anfangsverdacht gegen eine Kita-Mitarbeiterin", sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Die Frau solle befragt werden. Sie lasse sich anwaltlich vertreten, sagte Bremer. Eine Paprika-Rahmsoße und eine Gemüsesuppe seien mit Reinigungsmitteln aus der Kita verunreinigt worden.

Nach Polizeiangaben handelt es sich bei der Verdächtigen um eine Küchenhilfskraft, die noch in der Küche selbst das nach Reinigungsmitteln riechende Essen gemeldet habe. Sie sei nicht mehr in der betroffenen Kita tätig.

Der Träger der Kindertagesstätte hatte Anzeige gegen Unbekannt erstattet. In einer Pressekonferenz des Kita-Trägers hieß es noch zuvor: "Es gibt keine konkreten Verdachtsmomente gegen einzelne Personen", sagte der Geschäftsführer des Kita-Verbunds, Hans Höroldt. "Eine solche Geschichte haben wir in unserer Geschichte bisher noch nicht erlebt." Als Sofort-Maßnahme hatte die Kita anschließend ein Sechs-Augen-Prinzip zur Überprüfung des Essens eingeführt.

Der "Rheinischen Post" zufolge hatte am 12. und 18. Februar eine Küchen-Mitarbeiterin die Substanz im Essen entdeckt. Laut einem WDR-Bericht soll es sich um einen "scharfen Geruch" gehandelt haben. In beiden Fällen wurden die Speisen im Labor untersucht. Die Verantwortlichen der Betreuungsstätte erstatteten am 8. März Anzeige gegen unbekannt.

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Der Kita-Träger hat bislang keine Erklärung für die Gift-Vorfälle.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach den Vorfällen soll die Tagesstätte zunächst die Cateringfirma kontaktiert haben, die das Essen täglich anliefert. Weil zuerst auch ein möglicher Defekt in der Produktion vermutet wurde, kontrollierte das Unternehmen, ob es durch einen Defekt eventuell zu Spülrückständen gekommen sei. Ein Untersuchungsprotokoll des Labors soll nach Recherchen der "Rheinischen Post" allerdings ergeben haben, dass eine Paprikasauce große Mengen Tenside enthielt. Tenside sind Inhaltsstoffe von Reinigungsmitteln.

Die Eltern der Kita-Kinder fürchten währenddessen weiter um die Gesundheit ihres Nachwuchses: "Natürlich ist man besorgt, wenn man so etwas hört. Wenn man so spät informiert wird, ist natürlich die Frage: Haben die Kinder nicht doch etwas zu essen bekommen, was nicht in Ordnung war? Das heißt, es spielt eine ganz große Unsicherheit mit", erzählt ein Vater dem Westdeutschen Rundfunk.

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Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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