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Haft und Sicherungsverwahhrung Angeklagter wollte Neunjährigen töten

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Während der Verhandlung verdeckte der Angeklagte sein Gesicht mit einem Aktenordner.

(Foto: dpa)

Im Darknet erklärt er, das neunjährige Opfer des Staufener Missbrauchsskandals vergewaltigen und töten zu wollen. Als es dazu nicht kommt, sucht der 44-jährige Elektriker ein anderes Kind und tappt in eine Falle der Polizei. Nun fällt das Urteil gegen ihn.

Handschellen und fünf Zentimeter breites Panzer-Klebeband mit Tuch zum Knebeln hatte er schon dabei - doch zur geplanten qualvollen Vergewaltigung eines Neunjährigen aus Staufen kam es nicht. Ein eigens dafür aus Schleswig-Holstein nach Karlsruhe gereister 44-jähriger Deutscher tappte in eine Falle der Polizei. Das Landgericht Karlsruhe verurteilte ihn im Zusammenhang mit dem Freiburger Missbrauchsfall zu acht Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung.

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang von seiner Mutter und deren 39 Jahre altem Partner missbraucht und anderen Männern für Sex überlassen worden. Das Paar steht in Freiburg vor Gericht. In dem Fall gibt es insgesamt acht Verdächtige. Erst im Sommer 2017 endete die Quälerei des Kindes. Seine Peiniger wurden festgenommen, er kam in staatliche Obhut.

Der Elektriker aus Schleswig-Holstein hatte den Partner der Mutter über das sogenannte Darknet kennengelernt und gefragt, ob er das Kind missbrauchen und töten könne. Als dies abgelehnt wurde, schlug der Angeklagte vor, ein anderes Kind zu entführen und zu töten. Eine ernsthafte Absicht, diese Tötungsfantasien auszuführen, konnte das Karlsruher Landgericht dem Schleswig-Holsteiner nicht nachweisen. Es ließ aber keinen Zweifel daran, dass der einschlägig vorbestrafte Mann gefährlich für die Allgemeinheit sei. Es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit eines erneuten Missbrauchs.

Verdecktem Ermittler gelang Festnahme

Der Angeklagte habe seine pädo-sexuellen Fantasien und seine sadistischen Neigungen an Kindern ausleben wollen. "Es kam Ihnen darauf an, Schmerzen zuzufügen", sagte der Richter zu ihm. Straferschwerend wertete das Gericht zudem die hohe "Rückfallgeschwindigkeit" trotz einer vorangegangenen Therapie. Das Landgericht Kiel hatte den Angeklagten 2010 zu elf Jahren Haft verurteilt. Er soll den Tausch seines Sohnes mit dem eines Schweizers vorbereitet und in Online-Chats Missbrauch und Ermordung durchgespielt haben.

Weil der Bundesgerichtshof das Urteil kassierte, musste er seine Strafe nur bis 2015 absitzen und kam unter Auflagen frei. Dazu gehörte es, dass er sich Kindern nicht mehr nähern durfte. Die Staatsanwaltschaft hatte den einschlägig vorbestraften 44-Jährigen wegen Sichbereiterklärens zum Mord, zum sexuellen Missbrauch von Kindern und zur Vergewaltigung angeklagt und schon zum Prozessauftakt eine Sicherungsverwahrung angeregt, weil er bereits zweimal einschlägig verurteilt worden sei und seinen kindlichen Opfern schweren Schaden zugefügt habe.

Gefasst wurde der Mann, weil er die Festnahme des Paares aus Staufen nicht mitbekommen hatte. Ein verdeckter Ermittler gab sich als Freund der Mutter aus. Unter dem Decknamen "Geiler Daddy" lockte er den 44-Jährigen nach Karlsruhe. In der Hoffnung, in einem Schrebergarten den Jungen vergewaltigen zu können, traf sich der Norddeutsche mit seinem Chat-Partner in einem Schnellrestaurant im Karlsruher Hauptbahnhof. Kurz darauf klickten die Handschellen.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa

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