Panorama

Kein Monster-AlarmAngespültes Meereswesen ist ein Wal

14.05.2017, 19:45 Uhr
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Das vermeintliche Meeresmonster von Indonesien ist ein vergammelter Buckelwal. (Foto: Facebook/Sangadji)

Das Netz rätselt über ein mysteriöses Meereswesen, das vor einer einsamen Insel in Indonesien an Land gespült wurde. Monster-Alarm in den Wellen des Pazifiks? Keineswegs.

Im Internet sind Videos und Fotos eines riesigen Kadavers aufgetaucht, den ein Bewohner einer abgelegenen indonesischen Insel am Ufer entdeckt hatte. Schnell machten Gerüchte die Runde, dass es sich bei dem "Ding" um ein Seeungeheuer oder Tiefsee-Monster handelt. Beim genaueren Betrachten stellte sich freilich heraus, dass das mysteriöse Meereswesen - mit Augen und einem offenbar riesigen Stoßzahn - keineswegs so mysteriös ist, sondern einfach nur ein toter Wal.

Zunächst gingen die einheimischen Fischer auf der Insel Seram davon aus, dass es sich bei dem verendeten Koloss um einen Riesenkalmar handelt, wie "Jakarta Globe" berichtete. Auch ein Facebook-Post mit Fotos vom Hulang Strand beschreibt das Wesen als einen Kalmar, mit einer stattlichen Länge von 22 Metern.

Dem widersprach der Biologe Marcus Chua vom Naturkundemuseum in Singapore. Selbst ein Riesenkalmar erreiche keine solche Größe, sondern werde höchstens 16 Meter lang. Gegenüber "Mashable" sagte er, dass es in indonesischen Gewässern bislang keine Berichte über Riesenkalmar-Sichtungen gibt. Wahrscheinlicher sei es, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Aber das sei nur eine Vermutung, da es aus der Entfernung schwer sei, genauere Untersuchungen durchzuführen.

Die deutsche Biologin Bettina Wurche hat sich die zahlreichen Fotos und Videos, die den Kadaver aus verschiedenen Perspektiven zeigen, genauer angeschaut und kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass es sich keineswegs um ein "Meeresmonster" handelt, sondern um einen toten Wal. "Das Vorderende ist leicht auszumachen: Die Kiefer des Wals sind deutlich erkennbar, das weiche, verwesende Gewebe ist davon abgefallen", schreibt die Journalistin auf "scienceblogs". Ihrer Ansicht nach, handelt es sich "ganz klar um einen Bartenwal". Genauer gesagt um einen Buckelwal. "Schon gut durch, aber noch erkennbar", schreibt die Biologin weiter.

Bereits Anfang des Jahres warf ein ähnlicher Fall bei den philippinischen Behörden Fragen auf. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen toten Wal handelte, der durch den Verwesungsprozess ein weißes Fell bekommen hatte.

Quelle: dsi

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