Panorama

Geldwäsche im Namen des Herrn? Anwalt kämpft um geheime Klostermillionen

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Das Kloster Neresheim auf der Schwäbischen Alb. Hier waren 2013 nach dem Tod eines Mönchs vier Millionen Euro aufgetaucht.

(Foto: dpa)

Vier Millionen Euro, entdeckt auf geheimen Konten eines toten Benediktiner-Mönchs. Ein Zufallsfund, ein unchristlicher Verdacht und über drei Jahre später steht nun der nächste Akt im Gezerre um das Geld an.

Ein toter Abt, geheime Konten, Spekulationen über Geldwäsche - der Fall um den Millionenfund im Benediktinerkloster Neresheim hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Woher der enorme Geldfund stammt, davon wollte im Kloster niemand etwas wissen. Auch über drei Jahre später ist die Herkunft des ominösen Vermögens noch immer nicht geklärt. Nun geht der jahrelange juristische Streit in eine neue Runde.

Alles begann am 24. April 2013. An jenem Tag starb Abt Norbert Stoffels. Mehr als 33 Jahre hatte er an der Spitze des Klosters Neresheim gestanden. Als sich seine Brüder um den Nachlass kümmerten, stießen sie in einem alten Sekretär auf Unterlagen von zwei auf den Namen des Klosters laufenden Konten. Das Wissen über die Herkunft nahm der Mönch mit ins Grab. Noch immer liegen drei Millionen Euro fest auf einem Konto in Aalen, eine weitere auf einem Konto in Krefeld.

Mehrere Gerichte haben sich seitdem mit dem Geld befasst. Ein Teil des Geldes soll Teil eines raffinierten Steuersparmodells gewesen sein. Bei den Berufungsverhandlungen jetzt vor dem Oberlandesgericht Stuttgart geht es um Klagen zweier Privatpersonen und eines Anwalts, der zentraler Teil des Steuersparmodells gewesen sein soll. Machten Anwalt und Abt gemeinsame Sache, um dem Fiskus ein Schnäppchen zu schlagen? Der Anwalt sprach von einem "Steuervermeidungsmodell" mit dem Decknamen "Weinberg" mit Geldgebern aus dem ganzen Bundesgebiet - und pocht darauf, dass ihm ein Teil des Geldes zustehe.

Anfang März waren die drei Berufungsverfahren kurzfristig von der Tagesordnung geflogen, weil ein Rechtsanwalt es wegen eines Staus nicht rechtzeitig zur Verhandlung schaffte. Das Landgericht Ellwangen hatte die Klagen auf die Herausgabe von Teilen des insgesamt vier Millionen Euro umfassenden Zufallsfundes abgewiesen - im Wesentlichen, weil die Kläger ihre Ansprüche nicht ausreichend nachweisen konnten.

Das Geld haben die Benediktiner nach Angaben eines Sprechers bisher nicht angerührt, auch wenn sie es gut gebrauchen könnten, um das riesige Kloster in Schuss zu halten. Erst solle über alle möglichen Ansprüche entschieden sein.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa

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