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Besondere Schwere der Schuld Arzt soll Dutzende Kinder missbraucht haben

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Der Mediziner soll die Taten in mehreren medizinischen Einrichtungen in Schweden sowie über einen medizinischen Beratungsservice im Internet verübt haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Schweden wird ein Arzt wegen Missbrauch und Vergewaltigung in zahlreichen Fällen angeklagt. Laut Anklageschrift sind die meisten seiner Opfer minderjährig. Die Taten soll der 29-jährige Spanier auch durch perfide Online-Beratungen ausgeführt haben.

Weil er zahlreiche Kinder in seiner Behandlung sexuell missbraucht und mehrere vergewaltigt haben soll, ist in Schweden ein junger spanischer Arzt angeklagt worden. Der heute 29-Jährige habe in den Jahren 2015 und 2017 insgesamt 52 Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren missbraucht, teilte die Stockholmer Staatsanwaltschaft mit. Außerdem werden ihm der Missbrauch von 18 Erwachsenen und der Besitz von Kinderpornografie zur Last gelegt.

Der Mediziner soll die Taten in mehreren medizinischen Einrichtungen in Schweden sowie über einen Beratungsservice im Internet verübt haben. Laut Anklageschrift vergewaltigte er vier minderjährige Patienten. In diesen Fällen plädiert die Staatsanwaltschaft auf eine besondere Schwere der Schuld, weil die Kinder sehr jung gewesen seien und der Angeklagte seine Autorität als Arzt missbraucht habe.

Außerdem soll der Arzt wiederholt die Genitalien von Kindern untersucht haben, obwohl dies medizinisch gar nicht notwendig gewesen sei, heißt es in der Anklage. Bei der Online-Beratung habe er die Eltern der kleinen Patienten angewiesen, dies für ihn zu übernehmen. Mehrfach filmte er diese Untersuchungen.

"Der Missbrauch des Vertrauens, das Ärzte allgemein genießen, und der Einsatz einer neuen Technologie, um sexuellen Missbrauch zu verüben, ist einzigartig und besorgniserregend", sagte der Anwalt Fredric Wikman, der einige der Opfer vertritt, der schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Der Arzt ist bereits seit Dezember 2017 in Untersuchungshaft, sein Prozess soll am 20. September beginnen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 14 Jahre Gefängnis.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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