Panorama

Bußgeld und Fahrverbot drohen Audifahrer wendet in Rettungsgasse

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Den umstehenden Fahrern bot sich ein ungewönhliches Bild.

(Foto: Feuerwehr Dortmund (Andreas Pisarski))

Bei einem Verkehrsunfall müssen die folgenden Fahrzeuge eine Rettungsgasse bilden. In Dortmund hat es ein Autofahrer wohl allerdings eilig. Deshalb entscheidet er sich für eine "grundverkehrte" Aktion.

Mitten im Stau nach einem schweren Unfall mit drei Verletzten hat ein Audifahrer in Dortmund gewendet und ist durch die Rettungsgasse zurückgefahren. Die Polizei ermittelt gegen den Fahrer. Ein Feuerwehrmann, der nicht im Einsatz war und ebenfalls im Stau stand, fotografierte den zurückfahrenden Wagen und ließ das Bild den Ermittlern zukommen. Zuvor hatten mehrere Medien über den Vorfall berichtet.

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Eine Geisterfahrerin verursachte den Unfall in Dortmund.

(Foto: Feuerwehr Dortmund)

Der Polizei zufolge begehen Verkehrsteilnehmer, die ohne Anweisung die Rettungsgasse nutzen, laut Straßenverkehrsordnung eine Ordnungswidrigkeit. Das Wenden und Fahren entgegen der Fahrtrichtung kann mit einem Bußgeld von 200 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot bestraft werden.

Bei der Kollision am Donnerstag waren mehrere Autos ineinander gekracht. Zwei Frauen wurden in ihren Autos eingeklemmt. Da bei beiden Lebensgefahr bestand, erfolgte seitens der Feuerwehr eine sogenannte "Crash-Rettung" (Schnellstmögliche Befreiung) aus den stark deformierten Fahrzeugen. Insgesamt wurden drei Personen verletzt, zwei davon schwer. Laut Polizei war eine 69-Jährige zuvor in die falsche Richtung gefahren. Ihr Wagen stieß mit einem entgegenkommenden Auto zusammen, ein weiterer Wagen fuhr in die Unfallstelle.

Laut Feuerwehr bildeten die folgenden Fahrzeuge "vorbildlich" eine Rettungsgasse. Ein Verkehrsteilnehmer habe "leider nicht die nötige Geduld" gehabt, auf das Ende der Straßensperre zu warten und gewendet. "Das ist grundverkehrt", sagte der Feuerwehrsprecher. "Man muss immer damit rechnen, dass weitere Rettungsfahrzeuge kommen und Hilfe nicht mehr möglich ist, weil man die Gasse blockiert." Leider sei immer noch nicht bei allen Autofahrern angekommen, wie man sich in so einer Situation zu verhalten hat.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/AFP