Panorama

Giftige Dämpfe durch Lavastrom Ausgangssperre auf La Palma verhängt

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Die Behörden wollen erst die Luftqualität überprüfen, bevor die Menschen ihre Häuser wieder verlassen dürfen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma kommt nicht zur Ruhe. Die Lava frisst sich durch die Landschaft und zerstört dabei Häuser und Industrieanlagen. Nachdem eine Zementfabrik in Flammen aufgeht, müssen Tausende Anwohner in ihren Häusern bleiben. Giftige Dämpfe könnten ausgetreten sein.

Auf La Palma wurde infolge des anhaltenden Ausbruchs des Vulkans Cumbre Vieja eine Ausgangssperre für rund 3000 Bewohner der Kanaren-Insel verhängt. Die Behörden verwiesen am Montagabend auf die Zerstörung einer Zementfabrik im Industriegebiet Callejón de la Gata durch den Ausbruch. Es handele sich aber nur um eine "vorbeugende Maßnahme", betonte der Leiter der Notfallkommission, Miguel Ángel Morcuende. "Wir haben beschlossen, dass die Anrainer zu Hause bleiben müssen, bis wir analysieren können, ob die Luftqualität ein normales Leben zulässt", sagte er. Es bestehe die Gefahr, dass giftige Dämpfe entstanden sein könnten.

Zusätzlich zu dem Vulkanausbruch war das betroffene Gebiet am Wochenende erneut von mehreren relativ starken Erdbeben erschüttert worden. Der heftigste Erdstoß mit einer Stärke von 4,3 sei am Sonntag kurz vor Mitternacht registriert worden, berichtete der Fernsehsender RTVE am Montag unter Berufung auf die Behörden der Kanareninsel. Das sei der bisher stärkste seit dem Vulkanausbruch gewesen.

Die jüngsten, stärkeren Erdstöße könnten darauf hindeuten, dass sich neues Magma unter dem Vulkan im Gebirgszug Cumbre Vieja im Süden La Palmas staue, sagte die Geologin Nieves Sánchez der Zeitung "El País". "Es kann sein, dass der Vulkan gerade wieder stärkere Aktivität entwickelt", so die 52-Jährige, die dem wissenschaftlichen Beobachtungsteam angehört. Der Vulkan werde sicher noch länger aktiv bleiben. "Das geht weder morgen noch übermorgen und auch nicht in einer Woche zu Ende", meinte sie.

Der Cumbre Vieja war am 19. September ausgebrochen und ist seitdem aktiv. Bislang gab es weder Verletzte noch Tote, allerdings mussten tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden. Mehr als tausend Gebäude wurden durch die Lava zerstört.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP/dpa

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