Panorama

Lava fließt aus neuem Schlot Ausgangssperre auf La Palma wegen Vulkan-Gasen

258942205.jpg

Am Freitag hatte sich am Vulkan ein neuer Schlot aufgetan.

(Foto: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS)

Auch knapp zwei Wochen nach seinem Wiedererwachen hält der Cumbre Vieja La Palma im Ausnahmezustand. Aus einem neuen Schlot entweicht nicht nur Lava, sondern möglicherweise auch gefährliche Gase. Tausende Menschen sollen ihre Häuser nicht mehr verlassen.

Auf der Kanaren-Insel La Palma dürfen rund 3500 Menschen wegen möglicherweise gesundheitsgefährdender Gase durch den Vulkanausbruch ihre Häuser nicht verlassen. "Die neue Ausgangssperre ist eine Konsequenz aus den meteorologischen Verhältnissen", teilte der Katastrophendienst mit. Die Wetterbedingungen verhinderten, dass die Gase sich verflüchtigten. Stattdessen würden die Emissionen in den unteren Bereichen der Atmosphäre gehalten. In den betroffenen Gebieten der Insel sind die Menschen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Klimaanlagen abzustellen.

Am Freitag hatte sich am Vulkan ein neuer Schlot aufgetan, aus dem Lava floss. Der Vulkan-Experte Miguel Angel Morcuende sprach von "intensiven Aktivitäten". Bislang wurden rund 6000 Menschen aus den gefährdeten Bereichen um den Vulkan Cumbre Vieja evakuiert. Seit dem Ausbruch am 19. September wurden rund 800 Gebäude zerstört. Allerdings sind die wenigsten der rund 83.000 Inselbewohner von den Eruptionen betroffen. "Weniger als acht Prozent der Insel ist vom Vulkan betroffen", sagte Morcuende. Der Rest führe ein normales Leben. Der Flugverkehr von und zu der Insel konnte unterdessen wieder aufgenommen werden.

La Palma war am Dienstag zum Katastrophengebiet erklärt worden. Die Schäden belaufen sich nach Schätzungen der Regionalregierung bereits auf Hunderte Millionen Euro. Beim ersten Ausbruch seit 1971 stößt der namenlose Vulkan seit dem 19. September nahezu pausenlos große Mengen an Gesteinsbrocken, Lava, Rauch und Asche aus. Wie lange er aktiv bleiben wird, können auch Experten nicht sagen. Es könne Wochen oder auch Monate dauern.

Quelle: ntv.de, mbo/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen