Panorama

Einreisesperre aus Risikoländern Australien plant Haft für Rückkehrer

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Ein historischer Schritt: Zum ersten Mal könnte Australiens Gesundheitsminister Hunt die eigenen Bürger aussperren.

(Foto: picture alliance/dpa/AAP)

Wegen der Doppelmutante B.1.617 explodieren derzeit die Infektionszahlen in Indien. Viele Länder haben deshalb Einreisesperren verhängt. Australischen Staatsbürgern, die sich daran nicht halten, drohen künftig drakonische Sanktionen. Die Regierung plant Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

Die Behörden in Australien verfolgen Berichten zufolge Pläne, wonach aus Corona-Hochrisikogebieten einreisende Bürger mit Gefängnisstrafen bis zu fünf Jahre belegt werden könnten. Zuvor hatten zwei Australier ein Reiseverbot aus Indien umgangen, indem sie über Doha, die Hauptstadt des Golfstaates Katar, in die Heimat zurückgeflogen waren. Dieses Schlupfloch wurde inzwischen geschlossen.

In Indien werden derzeit immer wieder weltweite Höchstwerte an Neuinfektionen verzeichnet. "Zum ersten Mal in der Geschichte könnte es die australische Regierung für australische Bürger in anderen Ländern illegal machen, nach Hause zu kommen", berichtete der Sender "9News". Den Informationen des Senders zufolge soll es möglicherweise schon ab dem Wochenende als Verbrechen gelten, wenn ein Staatsbürger nach Australien zurückkehrt, der sich in den vorangegangenen 14 Tagen in einem Hochrisikogebiet aufgehalten hat.

Das Gesetz würde es Gesundheitsminister Greg Hunt erlauben, alles Notwendige zu tun, um die Ausbreitung einer Krankheit im Land zu unterbinden, hieß es. Auf Verstöße gegen die Regeln könnten bis zu fünf Jahre Haft oder bis zu 66.000 australische Dollar (rund 42.000 Euro) Strafe stehen. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

9000 Australier warten auf Rückkehrerlaubnis

Die Regierung in Canberra hatte Anfang der Woche Einreisen aus Indien zunächst verboten. Rückführungsflüge würden so bald wie möglich wieder aufgenommen, hieß es. Derzeit warten in Indien rund 9000 Australier darauf, in die Heimat zu fliegen. Australien ist dank strikter Maßnahmen bisher sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen.

Die Variante B.1.617 wurde erstmals im Oktober in Westindien entdeckt. Sie trägt vor allem zwei Mutationen im Spike-Protein des Virus, mit dem der Erreger an menschliche Zellen andockt. Diese könnten möglicherweise zu einer höheren Übertragbarkeit führen. Experten gehen bereits davon aus, dass die sogenannte Doppel-Mutante für die rasant steigenden Corona-Fallzahlen in Indien verantwortlich ist.

Die "Doppel-Mutante" ist bereits in vielen Staaten entdeckt worden, neben Australien in den USA, Israel und Singapur. Das Auswärtige Amt in Berlin empfahl in der vergangenen Woche Deutschen in Indien, die nicht gegen Corona geimpft sind, sie sollten "eine temporäre Rückkehr nach Deutschland bis zur Stabilisierung der medizinischen Versorgungslage erwägen".

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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