Keine zweite AmtszeitBätzing tritt als Chef der Deutschen Bischofskonferenz ab

Er habe sich nach "reiflicher Überlegung" dazu entschieden: In einem Brief gibt Georg Bätzing bekannt, dass er nicht erneut für den Vorsitz der Bischofskonferenz kandidieren will. Seine sechsjährige Amtszeit endet damit im Februar.
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, gibt sein Amt ab. Bei der am 23. Februar beginnenden turnusmäßigen Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Würzburg stehe er nicht für eine erneute Wahl zur Verfügung, hieß es in einem in Bonn veröffentlichten Brief Bätzings an die übrigen Mitglieder der Bischofskonferenz. "Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden", teilte der Bischof von Limburg in dem Schreiben ohne genauere Angaben zu den Gründen für den Schritt mit.
"Jetzt ist es Zeit, diese für die Arbeit der Bischofskonferenz wichtige Aufgabe in andere Hände zu legen - und ich bin mir sicher, es wird gut weitergehen", hieß es in dessen Schreiben weiter. Bätzing leitet die Bischofskonferenz seit dem 3. März 2020, also seit rund sechs Jahren. Als Bischof im hessischen Limburg amtiert der 64-Jährige seit 2016.
In dem von der Bischofskonferenz veröffentlichten Brief Bätzings an die anderen Bischöfe bezeichnete er seine Amtszeit als "sechs intensive Jahre". Die Bischöfe hätten "gemeinsam mit vielen anderen aus dem Volk Gottes" viel bewegt und "eine tragfähige Zukunftsgestalt von Kirche in unserem Land" realisieren können.
Gegen Bätzing gab es innerhalb der Bischofskonferenz seit längerer Zeit Widerstand. Der 64-Jährige ist entschiedener Befürworter eines Reformkurses in der katholischen Kirche. Er macht sich zum Beispiel dafür stark, dass Frauen Diakoninnen werden dürfen - eine Vorstufe zum Priesteramt. Auch will er sogenannte Laien - normale Gläubige ohne klerikales Amt - stärker an Entscheidungen beteiligen. Von vielen reformorientierten Kirchenmitgliedern etwa aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wird Bätzing dafür sehr geschätzt.
Doch gleichzeitig zog sich Bätzing mit diesem Reformkurs den Unmut konservativer Bischöfe wie Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln oder Rudolf Voderholzer aus Regensburg zu. Aber auch im Lager der Gemäßigten gab es manchmal Irritation darüber, dass sich Bätzing mit markanten Äußerungen in umstrittenen Themenfeldern positionierte. Ihm wurde vorgeworfen, dies zu tun, ohne vorher geprüft zu haben, ob es dafür schon eine tragfähige Mehrheit gab. Zudem galt Bätzing als nicht besonders gut vernetzt im Vatikan.