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Der Flughafen in Bali war zuletzt noch in Betrieb, über Verschiebungen und Umleitungen entscheiden die Airlines.
Der Flughafen in Bali war zuletzt noch in Betrieb, über Verschiebungen und Umleitungen entscheiden die Airlines.(Foto: picture alliance / Firdia Lisnaw)
Sonntag, 26. November 2017

4000 Meter Rauchsäule : Bali droht ein Vulkanausbruch

Seit zwei Monaten brodelt der Agung-Vulkan auf Bali. 140.000 Menschen mussten deshalb ihre Häuser verlassen. Gerade erst hatte sich die Lage wieder etwas beruhigt, doch nun könnte der Ausbruch unmittelbar bevorstehen.

Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali wächst die Angst vor einem Ausbruch des Vulkans Agung. Die Behörden riefen am Montag die höchste Warnstufe aus, wie der Vulkanologe Gede Suantika sagte. Es seien kontinuierlich Erschütterungen zu spüren. Die nationale Behörde für Katastrophenmanagement schrieb auf Facebook, der Asche-Ausstoß am Mount Agung sei gelegentlich begleitet von "explosiven Eruptionen" und einem "schwachen Dröhngeräusch". Nachts würden zunehmend Feuerstrahlen beobachtet. "Das deutet darauf hin, dass die Gefahr eines größeren Ausbruchs droht."

Der Vulkan Agung stößt seit einigen Tagen eine Rauch- und Aschewolke aus. Nachdem sie am Sonntag eine Höhe von mehr als 4000 Metern erreicht hatte, wurde die Höhe am Montag mit 3400 Metern angegeben. Im Flugverkehr kam es zu Ausfällen und Verspätungen, tausende Urlauber sitzen auf der Insel fest. Inzwischen wurde der Flughafen in der Inselhauptstadt Denpasar geschlossen, wie Flughafensprecher Arie Ahsanurrohim sagte. Mindestens 2000 Flugpassagiere waren betroffen, die meisten waren Touristen aus Australien.

Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) war der Flughafen der bei Touristen äußerst beliebten Insel zunächst noch offen. Airportsprecher Arie Ahsanurrohim zufolge hatten mindestens 28 Flüge Verspätung oder wurden gestrichen. Die Entscheidung, Flüge zu verschieben oder umzuleiten, liege bei den einzelnen Fluglinien, sagte er.

Anwohner sicherheitshalber evakuiert

"Wir versuchen, den Flughafen so angenehm wie möglich für die betroffenen Passagiere zu machen", sagte Ahsanurrohim der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe spezielle Räume für die Gestrandeten, wo sie ihr Gepäck auspacken könnten und es Video-Unterhaltung gebe.

Der Vulkan Agung war 1963 zuletzt ausgebrochen, knapp 1600 Menschen kamen ums Leben. Im September war der Vulkan wieder aktiv geworden, die Behörden riefen die höchste Warnstufe aus. 140.000 Menschen im Umkreis des Vulkans wurden in Sicherheit gebracht. Ende Oktober nahm die Aktivität des Agung wieder ab, die Warnstufe wurde auf das zweithöchste Level herabgesetzt. Viele Menschen kehrten in ihre Häuser zurück.

Vergangenen Dienstag nahm die Aktivität wieder zu. Die Behörden wiesen Anwohner in einem Umkreis von 7,5 Kilometern an, ihre Häuser zu verlassen - 25.000 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht.

Der Agung ist einer von mehr als 120 aktiven Vulkanen in Indonesien, das auf dem Pazifischen Feuerring liegt.

Quelle: n-tv.de