Panorama

Intensivkapazitäten zu gering Bayerns Kliniken befürchten Drama zu Weihnachten

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Derzeit wird in Bayern jeden Tag eine zweistellige Zahl von zusätzlichen Intensivpatienten in den Kliniken aufgenommen.

(Foto: imago images/Leonhard Simon)

Bayern verzeichnet täglich Dutzende neue Corona-Intensivpatienten. Die rasante Entwicklung stellt die Kliniken im Freistaat vor eine schier unlösbare Aufgabe. Selbst nach Verlegung von Patienten droht an Weihnachten der Kollaps.

Angesichts der schnell steigenden Zahl von Corona-Patienten fürchten Bayerns Kliniken zum Jahresende eine bislang nicht dagewesene Notlage in der Versorgung. Die Verlegung von Covid-Intensivpatienten in andere Bundesländer wird nach Einschätzung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft nur kurzfristig Abhilfe schaffen können. "Alle Prognosen gehen in die Richtung, dass die Zahl der Patienten weiter steigen wird und wir in Bayern keine ausreichenden Intensivkapazitäten haben", sagte BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen der Deutschen Presse-Agentur. "Die momentan noch vorhandenen Intensivkapazitäten im Norden werden uns nur einige Wochen helfen können, weil auch dort die Belegung steigt."

Derzeit ist wegen Überlastung der bayerischen Kliniken die Verlegung von etwa 50 Patienten in andere Bundesländer in Vorbereitung. Doch wird derzeit in Bayern jeden Tag eine zweistellige Zahl von zusätzlichen Intensivpatienten in den Kliniken aufgenommen, allein am Mittwoch waren es mehr als 40. "Wir müssen in Bayern mit den Zahlen der Neuinfizierten runter", sagte Engehausen. "Sonst geraten wir zwischen Weihnachten und Neujahr in ein Drama hinein, das es so noch nicht gegeben hat."

Entsprechend hatte Bayern scharfe Maßnahmen in Kraft gesetzt. Sämtliche Weihnachtsmärkte wurden abgesagt. Außerdem werden Klubs, Bars und die gesamte Nachtgastronomie wieder geschlossen. Die Landesregierung will den Handel demnach von der 2G-Regel ausnehmen, aber die Zahl der Kunden auf einen pro zehn Quadratmeter begrenzen. Zudem soll für die Gastronomie eine Sperrstunde ab 22 Uhr eingeführt werden. Bei Veranstaltungen in den Bereichen Kultur und Sport kommt eine Obergrenze von 25 Prozent Auslastung, womit etwa auch die Zuschauerzahlen zu Spielen bayerischer Vereine in der Fußballbundesliga begrenzt werden.

Über Landkreise mit einer Corona-Inzidenz von über 1000 verhängt Bayern zudem einen Lockdown. "Hier muss alles geschlossen werden", sagte Ministerpräsident Markus Söder. Ausnahmen werde es für Kitas, Schulen und den Handel geben. Im Handel wird in diesen Landkreisen ein Kunde je 20 Quadratmeter zugelassen. Die Lockdownmaßnahmen sollen bis Mitte Dezember gelten.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP

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