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Infektionszahlen gefährlich hochBerlin bereitet neue Kontaktregeln vor

25.09.2020, 20:00 Uhr
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Die neuen Regeln würden vor allem die bereits abgestrafte Gastronomie treffen. (Foto: picture alliance/dpa)

In Berlin steigen die Infektionszahlen zuletzt spürbar an. Gesundheitssenatorin Kalayci und die betroffenen Bezirke diskutieren deshalb die Wiedereinführung von Kontaktbeschränkungen. Im Gespräch sind unter anderem Alkoholausschankverbote oder Alkoholverkaufsverbote.

Die Menschen in Berlin müssen sich angesichts steigender Infektionszahlen womöglich auf neue Kontaktbeschränkungen einstellen. Die Details werde der Senat am Dienstag erörtern, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci dem RBB nach einem Treffen mit Bezirksvertretern. Der Senat hatte Ende Juni Kontaktbeschränkungen aufgehoben, nachdem die Zahl der Neuinfektionen gesunken war. Zur Hochphase der Corona-Pandemie durften Menschen in Berlin höchstens eine haushaltsfremde Person treffen.

Denkbar sei nun, dass sich wie bis Ende Juni erneut nur maximal fünf Menschen oder Personen aus zwei Haushalten treffen dürften, sagte Kalayci. Außerdem sei sie sich mit den Vertretern der Innenstadtbezirke einig gewesen, private Feiern einzuschränken. Hier könnte es eine Obergrenze von maximal 50 Personen im Freien und 25 Personen in geschlossenen Räumen geben.

"Alle Empfehlungen sollten ab einer berlinweiten Inzidenz von 30 greifen", sagte die Gesundheitssenatorin. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Vereinbart wurde nach Angaben von Kalayci auch, die Kontrollen zu verstärken, dies gleichzeitig aber auch mit einer Aufklärungskampagne zu verbinden. Vor allem junge Menschen sollten damit erreicht werden.

Schwerpunktkontrollen in Bars und Parks

Die Berliner Gesundheitsämter hatten am Freitag 159 neue Infektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg dadurch auf 27,5 und nähert sich weiter dem roten Bereich, der bei der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel bei 30 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner beginnt. Die beiden anderen Ampeln, der R-Wert und die Bettenauslastung, stehen jeweils auf Grün.

Noch offen ist, ob es in Berlin auch Alkoholausschankverbote oder Alkoholverkaufsverbote geben wird, sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert von 30 und mehr klettern. Darüber sei bei dem Treffen mit Bezirksvertretern keine Übereinkunft erzielt worden, sagte Gesundheitssenatorin Kalayci im RBB weiter. Insgesamt zeigte sie sich besorgt: "Wir haben eine sehr ernste Lage in Berlin."

Im Gespräch sind außerdem Schwerpunktkontrollen an Orten, die als Infektionsherde gelten. Dazu könnten nach Angaben des Berliner "Tagesspiegels" neben Clubs auch auffällig gewordene Spätverkaufsläden oder Bars gehören sowie Parkanlagen, in denen sich überwiegend junge Menschen zum Feiern getroffen hatten.

An dem Treffen in der Gesundheitsverwaltung nahmen Vertreter der Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf teil. In diesen Bezirken ist es in den vergangenen Tagen zu besonders vielen Neuinfektionen mit dem Coronavirus gekommen.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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