Panorama

Frau war in China Berlin hat nächsten Coronavirus-Verdacht

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Längst nicht jeder Verdacht bestätigt sich.

(Foto: dpa)

Ist es nur ein grippaler Infekt oder doch das Coronavirus? In Berlin, fürchten die Behörden, könnte es bei einer Patientin das Virus sein, das sich gerade von China aus verbreitet. Dem ersten in Deutschland erkrankten Patienten in Bayern geht es schon besser.

Nach dem bestätigten Coronavirus-Fall in Bayern gibt es auch in Berlin einen weiteren Verdacht. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci teilte mit, eine Frau aus Charlottenburg-Wilmersdorf habe entsprechende Symptome gehabt. "Es handelt sich um einen ernst zu nehmenden begründeten Verdachtsfall."

In Berlin hatte es bereits am Samstag einen Verdachtsfall gegeben, der sich allerdings nicht bestätigt hatte. Im aktuellen Fall wurde die Patientin, die zuvor in dem vom Virus betroffenen Gebiet in China aufgehalten hatte, im Krankenhaus isoliert. Proben, anhand derer das Virus nachgewiesen werden kann, sind auf dem Weg in ein Labor der Charité. Die Ergebnisse werden innerhalb der nächsten 24 Stunden erwartet.

Dem "Göttinger Tageblatt" zufolge hatte die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) einen Verdachtsfall geprüft. Die betroffene Person auf eine Isolierstation aufgenommen worden, hieß es unter Berufung auf den UMG-Sprecher Stefan Weller. Laut Informationen von ntv bestätigte sich der Verdacht jedoch nicht - der Patient konnte wieder nach Hause entlassen werden.

Laut "Rhein-Neckar-Zeitung" gibt es auch am Universitätsklinikum Heidelberg "einige wenige" Fälle, bei denen die Ärzte einen "begründeten Verdacht" auf das Coronavirus haben. Ein Klinik-Sprecher erklärte, die entnommenen Proben würden derzeit in Berlin ausgewertet. Ergebnisse gebe es noch nicht.

Infizierter Bayer

Am Vormittag hatten die bayerischen Gesundheitsbehörden den ersten Fall einer Erkrankung in Deutschland bestätigt: Ein 33 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech hat sich bei einer Kollegin aus China infiziert. Die Frau war dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zufolge zu einer Schulung nach Stockdorf im Landkreis Starnberg gekommen. Sie hatte ihre Infektion erst auf dem Rückflug nach China bemerkt.

"Er ist fieberfrei, hat auch derzeit keine Atemwegssymptomatik mehr", sagte der behandelnde Chefarzt Clemens Wendtner vom Klinikum Schwabing zum Zustand seines Patienten. Der Mann befinde sich dort in einem Isolierzimmer, für andere Patienten bestehe keinerlei Gefahr. 40 Menschen, die mit der chinesischen und dem deutschen Webasto-Mitarbeiter Kontakt hatten, stehen nach LGL-Angaben unter Beobachtung und sind aufgerufen, ihr Zuhause nicht zu verlassen. Der 33-jährige Patient ist Familienvater, sein Kind geht nach Angaben des Gesundheitsministeriums in eine Krippe im Landkreis Landsberg am Lech. Auch diese stehe nun unter Beobachtung, sagte LGL-Präsident Zapf. Der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch, betonte, dass die Zahl der Infizierten noch steigen kann.

*Datenschutz

Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China mindestens 106 Menschen gestorben sind - die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist inzwischen auf mehr als 4500 gestiegen.

Quelle: ntv.de, sba/dpa