Panorama

Für Senioren und Obdachlose Berlin setzt ab sofort auf Schnelltests

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Jeder Schnelltest ersetzt einen aufwändigen PCR-Test. Das schafft neue Kapazitäten.

(Foto: dpa)

Die Berliner Gesundheitsämter und die Labore ächzen unter der großen Zahl von täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Um die Kapazitäten zu entlasten, kündigt Gesundheitssenatorin Kalayci nun den Einsatz von Schnelltests an. Bei der Kontaktnachverfolgung ist künftig mehr Eigenverantwortung gefragt.

Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen setzt das Land Berlin verstärkt auf neue Schnelltests. Dank einer zügigen Beschaffung würden diese Tests bereits ab Samstag in der Altenpflege eingesetzt, kündigt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci nach Beratungen mit allen Bezirken über ein einheitliches Vorgehen an. Ab nächster Woche würden auch die Obdachlosen-Hilfe und der ganze Krankenhausbereich damit versorgt. Damit sollen die Kapazitäten bei den bisher verwendeten PCR-Tests erheblich entlastet werden.

Außerdem kündigte Kalayci an, dass die Strategie bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung geändert werde. Angesichts einer zunehmenden Überlastung der Gesundheitsämter durch die steigende Zahl von Fällen gilt für Infizierte und Kontaktpersonen in Berlin künftig bereits ohne individuelle amtsärztliche Anordnung eine Pflicht zur Selbstisolation und Selbstquarantäne. Alle Bezirke haben demnach eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen oder tun dies umgehend.

Demnach sind Betroffene bereits ab Kenntnis einer Infektion oder eines möglichen Kontakts mit einem Infizierten rechtlich dazu verpflichtet, sich selbst in Quarantäne zu begeben. Damit soll sichergestellt werden, dass trotz zeitlicher Verzögerungen bei der Information und Kontaktnachverfolgung durch die Ämter die nötigen Eindämmungsmaßnahmen erfolgen. Die neuen Regeln sollen den Bürgern durch eine Informationskampagne vermittelt werden.

Bei der Kontaktnachverfolgung würden sich die Gesundheitsämter ab sofort schwerpunktmäßig um Ausbrüche im Umfeld von besonders gefährdeten Risikogruppen etwa in Altenheimen und Krankenhäusern konzentrieren, kündigte Kalayci an. Alle anderen Bürger müssten nun mehr Eigenverantwortung zeigen. Eindringlich rief sie alle Menschen dazu auf, angesichts der aktuellen Pandemiesituation ihre sozialen Kontakte zu beschränken und sich "zurückzuhalten".

Neuköllns Vize-Bezirksbürgermeister Falko Liecke von der CDU sagte nach den Beratungen mit der Senatorin, der "Überlauf" von Fällen bei den Gesundheitsämtern sei inzwischen derartig hoch, dass er auch mit zusätzlichem Personal nicht mehr ohne Zeitverzug abgearbeitet werden könne. Die Ämter könnten deshalb "nicht immer sofort" mit allen Betroffenen in Kontakt treten und konzentrierten sich auf vulnerable Gruppen.

Quelle: ntv.de, jog/AFP