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Zugriff vor Gericht Berliner Clan-Chef Abou-Chaker verhaftet

Nach einem Prozesstermin vor dem Gericht in Berlin-Tiergarten nehmen Justizbeamte Clan-Boss Abou-Chaker fest. Die Staatsanwaltschaft soll ihm vorwerfen, Leute für die Entführung von Frau oder Kindern seines ehemaligen Geschäftspartners und Rappers Bushido gesucht zu haben.

Der Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker ist vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten nach einem Prozesstermin verhaftet worden. Es bestehe der "dringende Verdacht der Verabredung eines Verbrechens", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.  Der Festgenommene soll einem Haftrichter vorgeführt werden.

Mehreren Medienberichten zufolge wurde Abou-Chaker umgehend in die Justizvollzuganstalt Moabit gebracht. Im Verfahren war er zuvor den Berichten zufolge zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten wegen Körperverletzung und Bedrohung eines Hausmeisters verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft nahm den Gerichtstermin zum Anlass, einen vorher beantragten Haftbefehl zu vollstrecken. Konkret gehe es um eine "verabredete Entziehung Minderjähriger, schwere Körperverletzung und Anstiftung zur Entziehung Minderjähriger", sagte der Sprecher weiter. Als Haftgründe nannte er Flucht und Verdunklungsgefahr. Nähere Angaben machte er nicht. Medienberichten zufolge wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, Leute gesucht zu haben, die die Kinder oder Frau von Rapper Bushido entführen. Abou-Chaker war jahrelang Geschäftspartner Bushidos, zerstritt sich mit dem Rapper jedoch.

In dem Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten ging es dagegen um eine Streitigkeit im Treppenhaus einer Physiotherapiepraxis. Abou-Chaker soll dort seinem Opfer mit den Fingern in die Augen gestochen und ihm einen Nasenbeinbruch zugefügt haben.

Quelle: n-tv.de, jki/AFP

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