Panorama

Sorge vor Schulausbrüchen Berliner Eltern wollen Masken im Unterricht

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Bisher sollen Masken nur auf Fluren, auf der Toilette, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen getragen werden.

(Foto: imago images/MiS)

In Mecklenburg-Vorpommern müssen zwei Schulen nach dem Start ins neue Schuljahr direkt wieder schließen. Berliner Elternvertretungen fordern deshalb Nachbesserung am Schutz- und Hygienekonzept. Außerdem drängen sie auf eine reduzierte Klassengröße.

Berliner Elternvertretungen haben kurz vor Beginn des neuen Schuljahres am Montag Nachbesserungen an den Schutz- und Hygienekonzepten gefordert. Ihrer Ansicht nach sollten Schüler und Lehrer in der ersten Schulwoche auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen - bisher ist das in Schulgebäuden lediglich auf Fluren, auf der Toilette, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen vorgesehen.

Der Berliner Landeselternausschuss und die zwölf Bezirksausschüsse verlangen weiterhin, den Schulen freizustellen, in den ersten ein oder zwei Schulwochen auf einen Plan B umzuschwenken und mit reduzierter Klassengröße zu unterrichten. Nötig seien zudem mehr Corona-Tests für Schüler und Lehrkräfte.

Anlass für die Forderungen seien die Reiserückkehrer und die Sorge vor einer höheren Infektionsgefahr, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. Seine Hoffnung ist, dass Sonderregeln für die ersten ein oder zwei Wochen vor dem Hintergrund der Inkubationszeit helfen könnten, eine Verbreitung der Infektion zu vermeiden.

Zwei Schulen wieder dicht

In Mecklenburg-Vorpommern mussten am Freitag zwei Schulen bereits nach wenigen Tagen wieder geschlossen werden. Eine Grundschule in Graal-Müritz nahe Rostock bleibt wegen eines infizierten Schülers zwei Wochen zu, ein Gymnasium in Ludwigslust mit rund 800 Schülern wird bis einschließlich Mittwoch kommender Woche geschlossen, nachdem eine Lehrerin positiv getestet wurde.

"Es ist ärgerlich, dass die Kultusminister das so lässig angegangen sind und die Sommerferien nicht dafür genutzt haben, einen verlässlichen Unterricht auch in Corona-Zeiten vernünftig vorzubereiten", kritisierte der Vorsitzende des Bundeselternrates, Stephan Wassmuth, die Verantwortlichen in der "Welt". Die Schulen seien zu schnell und unvorsichtig geöffnet worden.

Masken "überflüssige Behinderung"

Der Ärzteverband Marburger Bund hält trotzdem die Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen für richtig. "Die Schule ist eine Großveranstaltung - aber eine, die wir uns leisten müssen", sagte Verbandschefin Susanne Johna. Die Überlegungen für Corona-Regeln kämen aber "teilweise erstaunlich spät, denn das Schuljahr beginnt ja nun nicht überraschend".

Eine Maskenpflicht im Unterricht hält sie dennoch für sinnlos. "Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und Abstand sichergestellt ist, macht das Tragen von Masken während der Unterrichtsstunden überhaupt keinen Sinn und wäre eine überflüssige Behinderung", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Quelle: ntv.de, chr/dpa