Zwei Millionen Dollar Kopfgeld "König des Südens" - berüchtigter Drogenboss in Lateinamerika gefasst

Sebastian Marset zählt zu den weltweit größten Drogenhändlern. Er wusch die Erträge seines Drogenhandels, indem er unterklassige Profi-Mannschaften in Lateinamerika und auch Europa kaufte. Nach Jahren auf der Flucht wird er nun gefasst.
Nach jahrelanger Fahndung in ganz Lateinamerika ist der berüchtigte Drogenhändler Sebastian Marset in Bolivien gefasst worden. Der von mehreren Ländern der Region gesuchte und auch auf der US-Fahndungsliste stehende Kriminelle sei "im Morgengrauen bei einer Polizeiaktion festgenommen" worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Regierungskreisen. Für Hinweise auf den Drogenbaron im südlichen Südamerika war ein Kopfgeld von zwei Millionen US-Dollar (gut 1,7 Millionen Euro) ausgesetzt.
Marset war seit Juli 2023 auf der Flucht, als er kurz vor einer Polizeirazzia aus seinem Haus in Santa Cruz de la Sierra floh. Nun wurde der Uruguayer den Angaben zufolge in der ostbolivianischen Stadt gefasst, wo laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten vor Ort Hunderte Polizisten im Einsatz waren.
Marsets engster Verbündeter war der paraguayische Insfrán-Clan, mit dem er Geld wusch, Kokain schmuggelte und angeblich Rivalen ermordete. Marset unterhielt zudem Verbindungen zum Ndrangheta-Clan. Die kalabrische Mafia kümmerte sich um den Transport und Vertrieb des Kokains in Europa.
Der fußballverrückte Marset wusch die Erträge seines Drogenhandels nach Erkenntnissen der Ermittler, indem er unterklassige Profi-Mannschaften in Lateinamerika und auch Europa kaufte und sponserte - und sich sogar selbst in die Startaufstellung stellte. Er spielte unter anderem für den paraguayischen Zweitligisten Club Deportivo Capiatá. Laut einem Bericht der "Washington Post" aus dem Jahr 2024 kennzeichnete er seine Drogenlieferungen mit dem Aufdruck "Der König des Südens".