Panorama

Elf Fälle bekannt Betreuer-Paar soll Kinder misshandelt haben

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Die Taten sollen sich zwischen 1998 und 2007 ereignet haben.

(Foto: AP)

Ein Ehepaar soll sich jahrelang an Kindern, die in einer Wohngruppe leben, vergangen haben. Die beiden Betreuer sind nun wegen Missbrauchs und Misshandlung angeklagt. Der Mann hat für die Taten eine ganz spezielle Erklärung.

Ein Ehepaar aus Niedersachsen soll jahrelang vier hilfebedürftige Mädchen missbraucht und misshandelt haben - der Mann rechtfertigt sich mit einer angeblichen Trauma-Therapie. Die Opfer seien den beiden Verdächtigen in einer Wohngruppe anvertraut gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim mit. Die Ermittler haben den 57-jährigen Mann des sexuellen Missbrauchs von Kindern in elf sowie der Misshandlung Schutzbefohlener in vier Fällen angeklagt.

Nach dem bisherigen Erkenntnissen hat das Ehepaar seit etwa 25 Jahren eine Wohngruppe für hilfsbedürftige Menschen betreut. Zwischen 1998 und 2007 sollen insgesamt vier weibliche Mitglieder der Wohngruppe zeitweise sexuell missbraucht und misshandelt worden sein.

Als Haupttäter gilt laut Staatsanwaltschaft der beschuldigte Ehemann. Der Ehefrau wird allerdings zur Last gelegt, sich in einem Fall an den Misshandlungen beteiligt zu haben und in vier Fällen gegen einzelne Misshandlungen durch den Mann entgegen ihrer gesetzlichen Pflicht nichts unternommen zu haben - obwohl ihr die Taten nicht verborgen geblieben waren.

Ehepaar sitzt in Untersuchungshaft

Das Ehepaar sitzt seit Mitte März in Untersuchungshaft. Während die 59-Jährige den Angaben zufolge bislang zu den Vorwürfen schweigt, gab der 57-Jährige an, bei den ihm zur Last gelegten Taten habe es sich um sogenannte Reinszenierungen zur Aufarbeitung früher erlebter Traumata gehandelt.

Die Ermittler gehen zudem dem Verdacht nach, dass in der Wohngruppe weitere fünf Kinder körperlich misshandelt worden sein könnten. Über die Zulassung der Anklage muss nun die Jugendschutzkammer des Landgerichts Hildesheim entscheiden. Die Opfer waren zum Tatzeitpunkt überwiegend noch im Kindesalter. Im Januar dieses Jahres hatte eine inzwischen erwachsene Frau Anzeige erstattet.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP/dpa

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