Panorama

Geiselnahme in Somalia Bewaffnete verschleppen deutsche Helferin

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Die Entführte (nicht im Bild) ist als Krankenschwester für die IKRK-Mission in Somalia tätig.

(Foto: imago stock&people)

Am Abend stürmt eine bewaffnete Gruppe den Krankenhauskomplex des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Mogadischu. Dabei entführen sie eine deutsche Krankenschwester aus dem Gebäude. Kollegen bangen nun um ihr Leben.

Eine deutsche Mitarbeiterin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ist in der somalischen Hauptstadt Mogadischu entführt worden. Das teilte die Hilfsorganisation mit. "Wir machen uns größte Sorgen um die Sicherheit unserer Kollegin", erklärte Daniel O'Malley, stellvertretender Leiter der IKRK-Mission in Somalia. Als Krankenschwester habe sich die Frau darum bemüht, Leben zu retten und das Leben der Menschen in dem ostafrikanischen Staat zu verbessern.

Zu der Entführung kam es den Angaben zufolge am Mittwochabend, als bewaffnete Täter den IKRK-Komplex in Mogadischu stürmten. Die Entführer seien durch einen Hinterausgang mit ihrer Geisel entkommen, um den am Hauptzugang postierten Wachposten zu entgehen. Derzeit liefen auf verschiedener Ebene Bemühungen, um die Freilassung der Frau zu erwirken, hieß es. Nähere Angaben zu der Entführten oder den Tätern machte ihr Arbeitgeber zunächst nicht. Augenzeugen zufolge wurde das betroffene Viertel weiträumig abgeriegelt.

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte auf seiner Afrika-Reise in Addis Abeba, der Hauptstadt von Somalias Nachbarland Äthiopien, die Bundesregierung äußere sich wegen des Persönlichkeitsschutzes nie zu mutmaßlichen Entführungen. Er zollte aber den Mitarbeitern von Hilfsorganisationen, die in Krisenregionen im Einsatz sind, seinen "größten Respekt". Maas befindet sich derzeit auf seiner ersten Afrikareise als Bundesaußenminister. Nach Äthiopien steht noch ein Besuch im ostafrikanischen Tansania auf dem Programm.

Entführungen von Ausländern sind in Somalia keine Seltenheit. Angesichts der miserablen Sicherheitslage und fehlender staatlicher Strukturen wird das krisengebeutelte Land am Horn von Afrika häufig als Paradebeispiel eines gescheiterten Staates herangezogen. Neben Armut und Hungersnöten setzen den Menschen dort auch die Terroristen der islamistischen Miliz Al-Shabaab zu. Die mit Al-Kaida verbundene sunnitische Terrorgruppe kämpft in Somalia seit Jahren für die Errichtung eines sogenannten Gottesstaates.

Quelle: n-tv.de, lou/uzh/AFP/rts

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