Panorama

Kommet an den Tisch des Herrn Bischof Zdarsa löst Entsetzen aus

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Bischof Konrad Zdarsa schwenkt Weihrauch über den Altar.

(Foto: imago/epd)

Reichlich Negativschlagzeilen kosteten die katholische Kirche viel Ansehen und Mitglieder. Die Flüchtlingskrise bietet die Chance, das verloren gegangene Image aufzubessern. Doch nicht durch Barmherzigkeit erregt der Augsburger Bischof die Gemüter.

Während der Papst Bescheidenheit predigt, fallen die Bistümer in schöner Regelmäßigkeit durch Missmanagement, Veruntreuung und Prunksucht auf. Zuletzt war es der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der mit seiner 31-Millionen-Luxusresidenz für allerhand Empörung sorgte.

Nun steht ein anderer Bischof am Pranger. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, plant der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa die Anschaffung eines neuen Altars für 300.000 Euro. Obwohl der alte Bronze-Altar gerade einmal 20 Jahre alt ist, soll dieser nun in der Rumpelkammer landen, schreibt die Zeitung. Einziger Grund: Der alte Altar gefällt nicht mehr.

Freilich ist die Verschwendung nicht mit der in Limburg vergleichbar, dennoch ist das Entsetzen groß. Zumindest schlechtes Timing muss sich der Augsburger Bischof vorwerfen lassen. Denn gerade erst hatte er das örtliche Asylbewerberheim besucht und sich schockiert über die dortigen Zustände gezeigt. Zu Recht, denn es gilt als Schlimmstes seiner Art in Deutschland und sollte längst zugesperrt werden. Doch wegen der Flüchtlingskrise blieb es in Betrieb und beherbergt rund 100 Männer aus 20 Nationen.

Die Zustände in der ehemaligen Kaserne sind menschenunwürdig. "Ich bin einigermaßen entsetzt, solche Zustände wie hier vorzufinden", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" Bischof Zdarsa. Doch nur wenige Tage nach seinem Besuch verkündete Zdarsa den teuren Altar-Umbau.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Negativschlagzeilen um Verschwendung von Geldern, die die katholische Kirche viel Ansehen und auch Mitglieder gekostet haben. Den wohl größten Skandal lieferte das Bistum Limburg. Dort hatte Tebartz-van Elst beim Bau seines neuen Bischofssitzes nicht gerade gespart. Ursprünglich waren 147 Quadratmeter und Baukosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro veranschlagt, daraus sind am Ende 2000 Quadratmeter und 31 Millionen Euro geworden.

Quelle: ntv.de, dsi