Panorama

Eiswinter trifft auf Saharaluft "Blutschnee" könnte Teile Deutschlands rot färben

Die extreme Wetterlage sorgt in Deutschland möglicherweise für ein seltenes Naturphänomen. In den kommenden Tagen könnte in der Nordhälfte rötlicher Schnee fallen. Grund ist die Kombination aus arktischer Kaltluft im Norden und Sahara-Winden im Süden.

Deutschland erwartet in den kommenden Tagen extreme Kontraste bei den Temperaturen. Im Norden sorgt kalte Winterluft aus Skandinavien am Wochenende für Schnee und Sturm. Im Süden dagegen bringt Luft aus der Sahara, die übers Mittelmeer nach Deutschland kommt, Sonne und bis zu 16 Grad am Samstag. Dazwischen liegt ein Tief, das vor allem in Teilen der Nordhälfte eine richtige Schneebombe bringen kann. Arktische Kaltluft trifft in Deutschland somit auf Sahara-Luft.

Doch damit nicht genug. Kommt die Luft aus der Sahara bis zu uns, dann bringt sie gerne auch mal Staub mit. Damit ist in den nächsten Tagen der sogenannte "Blutschnee" möglich. Das ist beispielsweise auch aus Sommermonaten bekannt, wenn es im Anschluss an eine sehr heiße Wetterphase Schauer und Gewitter gibt. Dann folgt häufig der sogenannte "Blutregen". In diesem Fall ist der Gegenspieler der Warmluft richtige Winterluft, weshalb dann mit Staub durchmischter Schnee fällt: der Blutschnee. Je nach Herkunft des Saharasandes variiert die Farbgebung von dunkelgrau oder hellgrau über leicht gelblich bis stark rötlich.

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Im Norden verstärkt sich die Zufuhr an kalter Winterluft. Die Ausmaße des Wintersturms sind bisher aber unklar. Erwartet wird allerdings, dass in der kompletten Nordhälfte um die 10, zum Teil sogar 20 oder 40 Zentimeter Neuschnee fallen werden. Hinzu kommt dann ein mitunter starker bis stürmischer Wind, der in freien Lagen zum Teil für massive Schneeverwehungen sorgen kann. Modellberechnungen zeigen momentan, dass die komplette Nordhälfte richtig "einwintert". Hier dürfte der Februar 2021 einer der kältesten Februar-Monate seit Jahren werden.

Auch in der Arktis und Antarktis kommt es häufiger zu großflächigen rötlichen Verfärbungen. Grund ist dort aber nicht Sand aus der Sahara, sondern eine Algenblüte. In den wärmeren Monaten im späten Frühling und im Sommer sorgen Sonne und Schmelzwasser für lebensnotwendige Voraussetzungen für Schneealgen. Dann zeigen sie sich im Sommer mit ihrer roten Pigmentierung, während sie in den Wintermonaten in eine Art Schlafzustand verfallen. Die Schneealgen tragen stark zur Gletscherschmelze bei, weil die Verdunklung durch die rote Pigmentierung, das Sonnenlicht weniger gut reflektiert. Forscher fanden heraus, dass in weiten Teilen der Arktis dieselbe Schneealgenspezies für den Blutschnee und die dadurch beschleunigte Schmelze verantwortlich ist.

Quelle: ntv.de, vmi

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