Panorama

Security glaubt an AtrappeBombenbauer erst im zweiten Anlauf gefasst

23.08.2017, 22:50 Uhr
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Die Behörden am Flughafen in Manchester hielten die Bombe für eine Attrappe. (Foto: imago/Richard Wareham)

Ein Mann will von Manchester nach Italien fliegen. In seinem Koffer hat er eine Bombe, die von der Sicherheitkontrolle beschlagnahmt wird. Jetzt muss er wegen versuchten Bomben-Schmuggels für 18 Jahre ins Gefängnis.

Ein Gericht im britischen Manchester hat einen Mann zu 18 Jahren Haft verurteilt, weil er eine Rohrbombe an Bord eines Flugzeuges schmuggeln wollte. Der 43-Jährige war im Januar am Flughafen in Manchester bei der Sicherheitskontrolle mit einem selbstgebauten Sprengsatz gestoppt worden. Er hatte behauptet, er wisse nicht, wie die Bombe in seinen Koffer gelangt sei.

Die Behörden hielten das Konstrukt aus Klebeband, Textmarker und Batterien zunächst für eine Attrappe und ließen ihn laufen. Eine Entscheidung, die der Vorsitzende Richter als "komplett falsch und potenziell gefährlich" bezeichnete.

Erst Tage nach dem Vorfall erkannte ein Sprengstoffexperte, dass es sich um eine zwar primitive, aber funktionsfähige Bombe handelte. Der in Pakistan geborene Mann mit italienischem Pass war inzwischen nach Italien gereist. Er wurde bei seiner Rückkehr nach Großbritannien festgenommen. Unklar blieb das Motiv des Mannes. Darüber sei trotz "extensiver Ermittlungen" nichts herauszubekommen gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Am 22. Mai hatte ein Selbstmordattentäter nach einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter auch Kinder. Etwa 60 weitere Menschen wurden nach Angaben von Rettungskräften verletzt.

Quelle: uzh/dpa

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