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Jagdverbot wieder aufgehoben Botsuana gibt Elefanten zum Abschuss frei

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Zwischen 130.00 und 150.000 Elefanten leben in Botsuana - noch.

(Foto: dpa )

Etwa ein Drittel aller Elefanten in Afrika leben in Botsuana, wo sie in den vergangenen Jahren unter Schutz standen. Der Regierung zufolge vermehrten sie sich dabei so sehr, dass Konflikte mit Menschen und Ernteeinbußen die Folgen waren. Jetzt ist die Jagd auf Elefanten offiziell wieder erlaubt.

Die kurze Schonfrist für Elefanten in Botsuana ist vorbei: Das südafrikanische Land hat das Jagdverbot gegen die Dickhäuter nach einem fünfjährigen Moratorium wieder aufgehoben. Die Elefantenpopulation sei ausreichend groß und beeinträchtige die Landwirtschaft, erklärte das Umweltministerium in Gaborone. Konflikte zwischen Elefanten und Menschen hätten zugenommen. Nähere Details zu den Regeln für die Elefantenjagd sind bislang nicht bekannt. Die Entscheidung dürfte bei Artenschützern für Kritik sorgen.

In dem Land im südlichen Afrika sollen rund 130.000 bis 150.000 Elefanten leben, etwa ein Drittel des Gesamtbestandes des Kontinents. Botsuana hat in Afrika einen besonders guten Ruf in Sachen Natur- und Tierschutz und ist bei Touristen sehr beliebt. Der Tourismus ist für Botsuana extrem wichtig, fast neun Prozent aller Beschäftigten sind laut des World Travel and Tourism Council in der Branche tätig. Umweltschützer führen als Argument gegen die Jagd auf Elefanten daher auch an, dass diese dem Tourismus schade.

Das Verbot der Jagd von Elefanten wurde 2014 unter dem damaligen Präsidenten Ian Khama erlassen. Im vergangenem Jahr trat dessen Nachfolger Mokgweetsi Masisi sein Amt an - und binnen weniger Monate begann eine Überprüfung der Entscheidung. Der Konflikt zwischen den Tieren und Menschen war dabei ein großes Thema. In vielen afrikanischen Ländern sind Nationalparks und Tierreservate nicht eingezäunt. So kommt es oft vor, dass Elefanten und andere Tiere in Dörfer oder über Ackerland wandern und die Ernte zerstören. Die Aufhebung des Jagdverbots dürfte der regierenden Demokratischen Partei BDP bei der Parlamentswahl im Oktober vor allem in ländlichen Gebieten Stimmen bringen.

Länder wollen Handelsverbot für Elfenbein lockern

Auch wenn die Zahl der Elefanten sich in einigen Gebieten Afrikas erhöht hat, ist sie nach Angaben des Internationalen Naturschutzverbands IUCN innerhalb des vergangenen Jahrzehnts insgesamt um rund 110.000 auf 415.000 gefallen. Die Reduzierung des Bestands ist demnach vor allem auf Wilderei für den Handel mit Elfenbein zurückzuführen. Insbesondere in Asien ist Elfenbein nicht nur als edler Werkstoff, sondern auch als Zutat in der traditionellen Medizin begehrt.

Wegen der Zunahme von Elefanten in einigen Gegenden plädieren Botsuana und die Nachbarländer Namibia, Simbabwe und Sambia dennoch für eine Lockerung des weltweiten Handelsverbots für Elfenbein. Botsuana könne in der entscheidenden Frage des Umgangs mit den Elefanten nicht Zuschauer bleiben, während andere Länder Fakten schafften, hatte Präsident Masisi diesen Monat bei einem Gipfeltreffen der vier Länder gesagt.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP