Panorama

Fünf Städte "erheblich zerstört" Brände breiten sich an US-Westküste aus

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In San Francisco erwachten die Menschen unter einem orange glühenden Himmel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine kurze Zeit hofft die Feuerwehr, die massiven Waldbrände im US-Staat Kalifornien in den Griff zu bekommen. Doch eine neue Hitzewelle und trockene Winde entfachen die Flammen erneut. Nun greift das Feuer auch in andere Bundesstaaten über und richtet erhebliche Schäden an.

Die verheerenden Busch- und Waldbrände an der Westküste der USA haben sich erneut deutlich ausgebreitet. Die Flammenmeere wüteten in zahlreichen Regionen der Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington. Die betroffenen Gebiete reichten von Gegenden im Norden von Washington an der Grenze zu Kanada bis zum äußersten Süden von Kalifornien an der Grenze zu Mexiko. Die Behörden warnten die Bevölkerung vor Todesgefahr durch die Flammen.

Mindestens sechs weitere Menschen kamen nach Angaben der Behörden vom Mittwoch (Ortszeit) zuletzt durch die Feuer ums Leben. Unter den Todesopfern war ein einjähriges Baby. Es starb im Verwaltungsbezirk Okanogan in Washington, als die Eltern mit dem Säugling vor den Flammen flüchteten, wie die örtliche Polizei mitteilte. Die Eltern trugen schwere Brandverletzungen davon. Im Bezirk Marion in Oregon wurden nach Polizei-Angaben die Leichname von zwei Opfern der Feuerkatastrophe gefunden. Laut Lokalmedien handelte es sich um einen zwölfjährigen Jungen und seine Großmutter.

Auch im nordkalifornischen Bezirk Butte wurden nach Angaben der Behörden drei Todesopfer der Brände entdeckt. Zuvor waren bereits mindestens acht Menschen in Kalifornien durch die dort seit Wochen heftig wütenden Busch- und Waldbrände ums Leben gekommen.

Die massive Ausbreitung der Brände wurde seit dem Wochenende durch eine Hitzewelle und trockene Winde begünstigt. Hunderte weitere Häuser wurden seither vernichtet. In Oregon wurden mindestens fünf Städte durch die Flammen "erheblich zerstört", wie Gouverneurin Kate Brown mitteilte. Es könne zum "größten Verlust von menschlichem Leben und Eigentum" durch Busch- und Waldbrände in der Geschichte von Oregon kommen, sagte Brown. Auch der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, bezeichnete das Ausmaß der Brände als "beispiellos und herzzerreißend".

Energieversorger stellt Strom ab

Die Flammen vernichteten in Kalifornien bereits eine Rekordfläche von mehr als 8000 Quadratkilometern. Rund 240 Kilometer nördlich von San Francisco breitete sich zuletzt das sogenannte Bear Fire mit rasender Geschwindigkeit aus. Es vereinte sich mit älteren Bränden und bedrohte die Stadt Oroville.

San Francisco und andere kalifornische Regionen erwachten am Mittwoch in einem orangenen Glühen. Erzeugt wurde es vom dem Rauch der Brände, der sich mit Nebel vermischte und das Sonnenlicht blockierte - dies erzeugte eine surreal wirkende Szenerie.

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Mehr als 170.000 Haushalte waren in Kalifornien ohne Strom, da der Energieversorger PG&E wegen der extremen Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Bundesstaates das Stromnetz stilllegte. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bereits mehr als 3000 Gebäude in Kalifornien durch die Feuer zerstört.

Busch- und Waldbrände haben in Kalifornien in den vergangenen Jahren stark zugenommen, wofür Experten die Erderwärmung mitverantwortlich machen. Beim folgenschwersten Waldbrand der kalifornischen Geschichte waren im November 2018 in Norden des Bundesstaats 86 Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: ntv.de, vmi/AFP