Panorama

Molotowcocktails zünden nicht Brandanschlag auf Impfzentrum verübt

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Von den Tätern fehlt noch jede Spur.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

In Sachsen schlägt die Ablehnung der Corona-Impfung in Gewalt um: Unbekannte werfen mehrere Brandsätze auf ein Impfzentrum. Die mit einer brennbaren Flüssigkeit präparierten Bierflaschen zünden jedoch nicht. Die Polizei fahndet zwischenzeitlich mit einem Hubschrauber.

Ein Impfzentrum im sächsischen Treuen ist zum Ziel eines Brandanschlages geworden. Es blieb nach Polizeiangaben bei einem Versuch. Wie die Polizeidirektion Zwickau mitteilte, warfen Unbekannte am Dienstagabend gegen ein Rolltor der Einrichtung drei Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit. Die Polizei vermutet Ethanol, eine genaue Analyse steht aber noch aus. Die Brandsätze zündeten nicht, weshalb kein Feuer ausbrach. Menschen wurden nicht verletzt. Laut Polizei gibt es keinen nennenswerten Schaden.

Nach Angaben von Polizeisprecher Jan Meinel suchte die Polizei unter anderem mit einem Hubschrauber und Wärmebildkameras nach den Tätern. Bislang gebe es aber keine Spur von ihnen. Die Polizei will nun Zeugen befragen. Das Objekt wurde durch einen Wachdienst gesichert. Die mutmaßlichen Täter hätten einen Zeitpunkt abgewartet, als die Streife auf der anderen Seite des Gebäudes war, hieß es.

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Die Polizei vermutet, dass die Flaschen mit Ethanol gefüllt waren.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Zeugen beobachten drei Personen

Sie sollen dann in einem Auto geflüchtet sein. Die Polizei sucht nach einem roten Pkw, der zum Tatzeitpunkt in Richtung Auerbach gefahren sein soll. Nach Zeugenaussagen saßen drei Personen in dem Fahrzeug. Ein derartiges Vorkommnis habe es beim Impfzentrum in Treuen noch nicht gegeben, sagte der Sprecher. Das Impfzentrum Treuen ist eines von 13 Impfzentren in Sachsen und wird im Spectrum-Center Eich betrieben, einem früheren Einkaufszentrum. Ende September soll das Impfzentrum wie alle anderen derartigen Einrichtungen im Freistaat schließen.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping verurteilte den Anschlag als "abscheulich". Es sei eine "neue Eskalationsstufe, nachdem wir schon mehrfach verbale Angriffe auf mobile Impfteams festgestellt haben", erklärte sie. Menschen und Gebäude anzugreifen, um die Impfkampagne zu stören, sei ein krimineller Akt und gehöre hart bestraft.

Corona-Leugner und Kritiker von Schutzmaßnahmen hatten in der Vergangenheit immer wieder gegen das Impfen mobil gemacht. Bei einem Angriff in Gera waren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen unlängst zwei medizinische Fachangestellte verletzt worden. Demnach hatte ein Mann von ihnen eine Impfbescheinigung verlangt, wollte sich aber nicht impfen lassen. Als die Mitarbeiter ihm die Bescheinigung verweigerten, schlug er auf sie ein. Sie mussten ins Krankenhaus.

Auch in anderen Ländern entlud sich die Kritik am Impfen in Gewalt. Im April kam es zu einem Anschlag mit Molotowcocktails auf ein Impfzentrum in der norditalienischen Stadt Brescia. Auch in Frankreich gab es Anschläge.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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