Panorama

Chemieunfall am Stadtflughafen? Briten untersuchen Airport-Vorfall

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Der London City Airport während der Evakierung: Hunderte Passagiere drängeln sich zwischen abflugbereiten Maschinen.

(Foto: dpa)

Alarm in der britischen Hauptstadt: Kurz vor dem Wochenende ordnen Rettungskräfte die Evakuierung des Londoner Stadtflughafens an. Zunächst ist von einem möglichen Chemieunfall die Rede. Erst nach Stunden geben die Behörden Entwarnung.

Mitten im laufenden Wochenendverkehr haben die Behörden den Stadtflughafen "London City Airport" wegen des Verdachts auf einen "Chemiezwischenfall" geräumt. Das Regionaldrehkreuz musste den Betrieb vorübergehend einstellen. Zahlreiche Maschinen wurden umgeleitet. Das Flughafengebäude wurde komplett evakuiert.

Erst nach knapp drei Stunden konnte die Feuerwehr Entwarnung geben: Bei ausführlichen Kontrollen durch Spezialisten von Polizei und Brandschutz hätten die Warngeräte "keine erhöhten Messwerte" angezeigt. Das Gebäude wurde von Spezialisten mit Atemschutzmasken durchsucht, durchgelüftet und schließlich für sicher befunden.

Der Flughafen sei wieder in Betrieb, teilte die Betreibergesellschaft am Abend mit. Der Flugverkehr konnte wieder aufgenommen werden. Es sei allerdings weiterhin mit Verspätungen zu rechnen, hieß es. Es dürfte Stunden dauern, bis sich die Lage im Londoner Luftverkehr normalisiert.

Die Ursache für den Großalarm liegt damit weiterhin im Dunkeln. Am Nachmittag waren bei den Rettungsdiensten beunruhigende Notrufe eingegangen: Etwa 500 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden, nachdem der Feueralarm ausgelöst worden war, berichtete die Londoner Feuerwehr. "Alle haben angefangen unkontrollierbar zu husten", beschrieb ein Passagier die Lage im Terminal, kurz bevor der Feueralarm losging.

Beunruhigende Symptome

Rettungssanitätern zufolge mussten Patienten mit Symptomen behandelt werden, die auf einen Chemieunfall hindeuteten. Polizei und Rettungsdienste waren daraufhin mit einem Großaufgebot im Einsatz. Nach dem ersten Notruf gegen 16.11 Uhr (Ortszeit, 17.11 Uhr MESZ) rückten Rettungssänitäter, Polizei und Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen an, darunter auch Teams aus speziell für Gefahrgutunfälle ausgebildeten Fachkräften.

26 Menschen seien noch am Flughafen wegen Atemproblemen behandelt worden, teilten die Rettungskräfte mit. Zwei Personen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Was genau den Alarm am späten Nachmittag auslöste, ist Gegenstand intensiver Ermittlungen. "Wir können bisher nicht bestätigen, dass es sich tatsächlich um einen Chemiezwischenfall handelte", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der Einsatz konnte gegen 19.00 Uhr beendet werden.

Chaos im Feierabendverkehr

Der Flughafen blieb für mehr als drei Stunden voll gesperrt. "Die Passagiere werden gebeten, sich für mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen." Der London City Airport ist der kleinsten Verkehrsflughafen der britischen Hauptstadt. Pro Jahr verzeichnet das 1987 eingeweihte Regionaldrehkreuz ein Aufkommen von rund vier Millionen Passagieren. Zum Vergleich: In London Heathrow starten und landen jährlich rund 75 Millionen Menschen.

Größter Vorteil des Stadtflughafens ist seine Nähe zur Londoner Innenstadt sowie zum Finanz- und Geschäftsviertel Canary Wharf. Flüge gibt es von hier aus zu verschiedenen europäischen Zielen, darunter auch nach Frankfurt am Main.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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