Panorama

Gruppenvergewaltigung in Mülheim Bulgaren-Familie wendet Ausweisung ab

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Das Waldstück, in dem die 18-Jährige vergewaltigt wurde.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Gruppenvergewaltigung in Mülheim an der Ruhr schreckt die Stadt auf. Die mutmaßlichen Täter sind minderjährig. Drei 14-Jährige sind inzwischen angeklagt. Die bulgarische Familie des inhaftierten Hauptbeschuldigten wendet in letzter Sekunde eine Ausweisung ab.

Die Eltern des jugendlichen Hauptverdächtigen im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Mülheim entgehen vorerst einer Ausweisung in ihr Heimatland Bulgarien. Kurz vor Ablauf einer Frist an diesem Montag habe die Mutter einen Arbeitsvertrag über eine geringfügige Beschäftigung vorgelegt, durch den das Verfahren nun gestoppt werde. Das teilte der Sprecher der Stadt Mülheim, Volker Wiebels, mit. "Wenn sich bestätigt, dass ein Einkommen vorhanden ist, wenn auch nur geringfügig, gibt es keinen Grund die Familie auszuweisen", sagte er.

Die Vergewaltigung einer jungen Frau in einem Waldstück in Mülheim an der Ruhr hatte im Juli bundesweit Entsetzen ausgelöst, weil mehrere Minderjährige die Tat begangen haben sollen. Gegen drei zur Tatzeit 14-Jährige hat die Staatsanwaltschaft kürzlich Anklage erhoben.  Als Folge der Ermittlungen gegen den in U-Haft sitzenden Haupttäter hatte die Stadt Mülheim eine Ausweisung seiner bulgarischen Familie überprüft und festgestellt, dass dessen Eltern kein Geld in Deutschland verdienen. Könne die Familie binnen einer gewissen Frist kein Einkommen nachweisen, gelte ihre Freizügigkeit innerhalb der EU nur eingeschränkt, erläuterte der Stadtsprecher. Daher hatte die Kommune ein Verfahren zur Ausweisung eingeleitet.

Der Vater hatte bereits einmal einen Arbeitsvertrag vorgelegt, um mit seinen Angehörigen in Deutschland bleiben zu können. Er hat die Arbeitsstelle nach Angaben der Stadt jedoch nie angetreten. Deswegen werde man nun genau prüfen, ob die Frau tatsächlich einer Arbeit nachgeht, sagte der Sprecher weiter.

Quelle: ntv.de, mau/dpa