Panorama

Nudeln für den Notfall Bund hortet Lebensmittel

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435.000 Tonnen Weizen lagert die Bundesregierung für den Katastrophenfall.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

An geheimen Standorten lagern die Vorräte für den Katastrophenfall. Die Bundesregierung prüft nun, nicht nur Getreide und Milchpulver, sondern auch Nudeln und Fertiggerichte zu horten.

Als das Tief "Daisy" Deutschland Anfang des Jahres in Weiß hüllte, riet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zum Horten von Lebensmitteln. Weil der Schneesturm heraufzog, sollten sich die Bundesbürger sicherheitshalber für mehrere Tage mit genug Essen, Trinkwasser, Medikamenten und Kerzen eindecken. Der Präsident des Bundesamtes, Christoph Unger, empfahl auch einen Camping-Gaskocher, falls Strom ausfällt. "Daisy" schnitt tatsächlich mehrere Dörfer von der Außenwelt ab, vor allem im Nordosten, aber der große Krisenfall trat nicht ein. Dafür will sich Deutschland rüsten.

Falls es zu einer Naturkatastrophe käme, einen Unfall in einem Atomkraftwerk gäbe, große Tierseuchen drohten oder ein Terroranschlag das Land lahmlegte: Die Bundesbürger sollen zumindest einmal am Tag eine warme Mahlzeit bekommen. Für den Notfall sorgt der Staat vor, indem er Notvorräte aufbewahrt. Jeder sollte selbst aber auch einen Vorrat an Lebensmitteln haben, empfiehlt das Agrarministerium auf einer speziellen Webseite "Ernährungsvorsorge".

Geheime Standorte

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Im Ernstfall würden Hilfsorganisationen und die Bundeswehr die Notrationen verteilen - per Lastwagen.

(Foto: dpa)

Einen Krisenfall, bei dem Notvorräte zum Einsatz kamen, gab es in den vergangenen Jahren nicht. Ein solcher Mangel an Lebensmitteln trat auch nicht bei der Hochwasserkatastrophe 2002 in Ostdeutschland oder beim tagelangen Stromausfall 2005 im Münsterland ein. Nach Angaben des Bundesagrarministeriums wurden allerdings Ostern 1999 Hunderte Tonnen Notvorräte ins Kosovo gebracht, um dort eine Knappheit von Grundnahrungsmitteln zu überbrücken. Doch es könnte auch in Deutschland anders kommen, und dafür soll genug Essen vorhanden sein - auch um Hamsterkäufe zu vermeiden.

Dafür lagern an rund 100 geheimen Standorten bundesweit verteilt 435.000 Tonnen Weizen, 145.000 Tonnen Hafer und 20.000 Tonnen Roggen. Dazu kommen 65.000 Tonnen Reis, 39.000 Tonnen Erbsen und Linsen sowie 6000 Tonnen Kondensmilch und 200 Tonnen Vollmilchpulver. Bis zu 10 Jahre sollen die Lebensmittel gelagert werden können, Kondensmilch wird dagegen in Zusammenarbeit mit der Industrie ständig ausgetauscht. Im Ernstfall würden das Technische Hilfswerk oder andere Hilfsorganisationen, aber auch die Bundeswehr die Notrationen verteilen - per Lastwagen, weil die meisten Lager laut Agrarministerium keinen Gleisanschluss haben.

Die ideale Notration

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner will die Notvorräte für Krisenfälle in Deutschland verbessern. Deshalb lässt sie prüfen, ob auch Nudeln, Mehl und Fertiggerichte gelagert werden sollen. Diese Lebensmittel hätten den Vorteil, dass sie sofort verfügbar wären, denn aus Weizen müsste zum Beispiel erst noch Mehl gemacht werden. Die Vorräte sollen bis zu mehreren Wochen reichen. Grundsätzlich zuständig sind im Ernstfall zunächst die Bundesländer.

Damit die Vorräte länger reichen, sollte jeder Bundesbürger selbst für eine kleine Notration sorgen. Der Krisen-Speiseplan für zwei Wochen könnte nach Empfehlungen der Bundesregierung so aussehen: 1 Kilo Vollkornbrot, 1 Kilo Knäckebrot, 250 Gramm Zwieback, 1 Kilo Kartoffeln, 750 Gramm Hafer- oder Getreideflocken, 400 Gramm Nudeln, 250 Gramm Reis. Dazu sollten Konserven kommen: Erbsen/Möhren, Rotkohl, Sauerkraut, Spargel, Mais, Pilze, Saure Gurken, außerdem Obst in Gläsern und Dosen, Streichfett, H-Milch und Hartkäse. An Getränken werden je 12 Liter Mineralwasser und Stilles Wasser sowie 250 Gramm Kaffee, 125 Gramm Schwarzer Tee und etwas Zitronensaft empfohlen. Je nach Belieben können noch Salzstangen, Ravioli und Marmelade dazukommen.

Quelle: ntv.de, Marc-Oliver von Riegen, dpa

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