Panorama

Aufsichtsprotokolle gefälscht? Bundesanwalt klagt Wärter von Epstein an

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Die beiden Wärter sollen die Aufsichtsprotokolle gefälscht haben.

(Foto: REUTERS)

Der Tod von Jeffrey Epstein könnte ein juristisches Nachspiel haben: Die Staatsanwaltschaft klagt zwei Wärter des Multimillionärs an. Den Männern wird vorgeworfen, Epsteins-Zelle nicht regelmäßig kontrolliert zu haben. Anschließend versuchten sie offenbar, ihren Fehler zu vertuschen.

Zwei Gefängniswärter, die während des Todes des inhaftierten US-Millionärs Jeffrey Epstein im Dienst waren, sind wegen der Fälschung von Dokumenten angeklagt worden. Den beiden Wärtern wird laut der bei einem New Yorker Gericht eingereichten Anklageschrift vorgeworfen, die regelmäßigen Kontrollen der Zelle unterlassen und dies mit falschen Aufsichtsprotokollen vertuscht zu haben.

Die Angeklagten im Alter von 31 und 41 Jahren hätten ihre Pflicht verletzt, für die Sicherheit des Insassen zu sorgen, erklärte Bundesanwalt Geoffrey Berman bei der Verkündung der Anklage. Zwischen 22.30 Uhr und 06.30 habe kein Kontrollgang zu Epsteins Zelle stattgefunden. Stattdessen hätten die beiden Männer an ihren Arbeitsplätzen gesessen, im Internet gesurft und sich in ihrem Aufenthaltsbereich bewegt.

Epstein soll sich im Alter von 66 Jahren im New Yorker Bundesgefängnis das Leben genommen haben und war am Morgen des 10. August leblos in seiner Zelle gefunden worden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft warf dem Unternehmer vor, zwischen 2002 und 2005 zahlreiche minderjährige Mädchen unter 14 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Zudem baute der Geschäftsmann laut Anklageschrift in New York und Florida einen Missbrauchsring auf.

Im kommenden Jahr sollte der Prozess beginnen. Bei einer Verurteilung hätte Epstein eine Haftstrafe von bis zu 45 Jahren gedroht. Nach dem Tod Epsteins untersuchte die US-Justiz, ob bei der Bewachung des Häftlings Fehler unterlaufen sind.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

 

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/spot