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Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael  Bloomberg nannte Rose "einen der wichtigsten und einflussreichsten Menschen im Journalismus".
Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg nannte Rose "einen der wichtigsten und einflussreichsten Menschen im Journalismus".(Foto: AP)
Dienstag, 21. November 2017

Umfeld aus "ständiger Angst": Charlie Rose soll Frauen belästigt haben

Laut einem Bericht der "Washington Post" werfen acht Frauen dem Journalisten und Talkmaster Charlie Rose sexuelle Belästigung vor. In einem öffentlichen Statement übernimmt er Verantwortung für seine Taten - teilweise.

In den USA ist einem weiteren Prominenten vorgeworfen worden, Frauen sexuell belästigt zu haben. Der Fernseh-Talkmaster Charlie Rose entschuldigte sich am Montag bei mehreren Kolleginnen, nachdem diese an die Öffentlichkeit gegangen waren. Die Frauen hatten sich der "Washington Post" gegenüber offenbart. Rose selbst sagte in einem Statement: "Ich habe mich zeitweise taktlos verhalten und übernehme dafür die Verantwortung." Er glaube jedoch nicht, dass alle Vorwürfe korrekt seien.

Rose, der politische Talkshows auf den Sendern PBS und CBS moderiert hatte und 2014 vom "Times Magazine" als einer der einflussreichsten Menschen gekürt wurde, soll den Kolleginnen nackt gegenüber getreten sein, sie unsittlich berührt haben und ihnen etwa in Telefonanrufen ungebührliche Gespräche aufgedrängt haben. Die Sender trennten sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Rose oder suspendierten bis zur Klärung seine Sendungen.

Eine ehemalige Praktikantin wirft dem 75-Jährigen vor, ein Umfeld aus "ständiger Angst" geschaffen zu haben. "Dann richtet er wieder das Scheinwerferlicht auf dich und lässt dich großartig fühlen", sagte sie der "Washington Post". "Alle hatten Angst vor ihm." Auch sie beschuldigt den Journalisten, sie unsittlich berührt zu haben.

Bereits 2007 nannte das nicht mehr existierende "Radar magazine" Rose einen "toxischen Junggesellen" und berichtete über eine namentlich nicht genannte Frau, die er belästigt haben soll. Roses ehemaliger Anwalt, David Boies, verlangte daraufhin die Rücknahme der Vorwürfe. Boies stand zuletzt als Anwalt von Harvey Weinstein unter Kritik, für den er ebenfalls Retraktionen verschiedener Zeitungen verlangt hatte. Gemeinsam sollen er und Weinstein außerdem Sicherheitsfirmen beauftragt haben, dessen Opfer auszuspionieren, um möglichen Ermittlungsverfahren vorzukommen.

Rose ist ein weiterer einer ganzen Reihe von Prominenten, die wegen möglicher sexueller Übergriffe in Verruf geraten sind. Zuletzt waren Vorwürfe gegen den Senator und früheren Entertainer Al Franken sowie gegen den Senatskandidaten in Alabama, Roy Moore, laut geworden.

Quelle: n-tv.de