Panorama

Apartment in Rosario "Che" Guevaras Geburtsort steht zum Verkauf

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Guevara reiste als junger Mann durch Lateinamerika, bevor er sich den kubanischen Revolutionären unter Fidel Castro anschloss.

(Foto: imago images / Photo12)

Eigentlich sollte aus dem angeblichen Geburtshaus von Revolutionär Ernesto "Che" Guevara in der argentinischen Stadt Rosario ein Kulturzentrum werden. Das Vorhaben scheitert allerdings an den nötigen finanziellen Mitteln. Nun braucht die Immobilie einen neuen Eigentümer.

Die Wohnung, in welcher der legendäre lateinamerikanische Revolutionär Ernesto "Che" Guevara das Licht der Welt erblickt haben soll, steht zum Verkauf. Aus mehreren Ländern seien bereits Angebote zum Erwerb der Wohnung im Zentrum der argentinischen Großstadt Rosario eingegangen, sagte der Besitzer der Immobilie, Franciso Farrugia. Angaben zu den Interessenten wollte er jedoch nicht machen.

Das Apartment, in dem Guevara am 14. Juni 1928 geboren worden sein soll, ist 220 Quadratmeter groß und befindet sich in einem fünfstöckigen Gebäude. Farrugia ist ein argentinischer Unternehmer, der in Brasilien lebt. Er wollte aus der Guevara-Wohnung ein Kulturzentrum machen, doch dafür kamen die Finanzmittel nicht zustande.

Die Wohnung ist mit Fotos des "Che" dekoriert. Darunter sind Aufnahmen aus seinen ersten Lebensmonaten. Auch das ikonische Foto, in dem der durch den Triumph der kubanischen Revolution zur Legende gewordene Guevara eine Zigarre raucht, ist zu sehen.

Die Wohnung ist von der Stadt Rosario als historischer Ort ausgewiesen und Teil eines "Che-Rundwegs". Allerdings ist der Zutritt zu dem Apartment der allgemeinen Öffentlichkeit nicht gestattet. Ob die künftigen Eigentümer den Charakter der Wohnung als historischer Stätte erhalten werden, ist ungewiss.

Guevara wurde durch Zufall in Rosario geboren, wie der Historiker Fabián Bazán erzählte. Seine Eltern lebten in der argentinischen Provinz Misiones und hielten sich während einer Geschäftsreise in Rosario in der Provinz Santa Fe auf.

Armee lockte Guevara in Hinterhalt

Zwar gibt es keine Dokumente, die belegen, dass Guevara in der nun zum Verkauf stehenden Wohnung zur Welt kam. Doch ist dies Konsens unter Historikern. Damals sei es üblich gewesen, dass Familien Hebammen angeheuert hätten, um Kinder in Privatwohnungen zur Welt bringen zu lassen, sagte Bazán.

Guevara reiste als junger Mann durch Lateinamerika, bevor er sich den kubanischen Revolutionären unter Fidel Castro anschloss. Nach dem Triumph der Revolution 1959 nahm Guevara die kubanische Staatsbürgerschaft an. Von 1959 bis 1961 war er Präsident der kubanischen Nationalbank, von 1961 bis 1965 Industrieminister. 1965 legte Guevara alle seine Ämter nieder und setzte sich in einer Nacht- und Nebelaktion nach Afrika ab.

Ein Jahr später kehrte er nach Lateinamerika zurück und scharte Anhänger für einen Aufstand in Bolivien um sich. Doch die Armee lockte ihn und seine Mitkämpfer in einen Hinterhalt. Guevara wurde verletzt und gefangengenommen. Am 9. Oktober 1967 wurde der 39-Jährige in der Haft von einem Unteroffizier erschossen.

Quelle: ntv.de, jki/AFP